Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1849-05-19 · 20 (19.5.1849) · p. Spalte 313-314

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
20 (19.5.1849)
Date
1849-05-19
Page
Spalte 313-314 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8555529-9893953-9893978--5912-3535015
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

BIS Studien. Literarische Analekten 314 Die Erwähnung Homers in der Mischna ist Zeuge dafür. - Doch wird diese Meinung bestritten! In dem trefflichen I Werke: Gottesdienstliche V. d. I. 307 Anm. heißt es darüber: „Ganz ausgeschlossen, obschon dem Alterthum angehörend, wurden folgend« Bücher, die theils aus dem Judenthume stammen, theils von demselben verworfen, völlig untergegangen, nämlich: daß von R. Jochanan b. Saccai angeführte Buch oder Mischna Jadaim 4, 6 u, s. w." — Hr. Dr. Zun^ scheint daher der gewöhnlichen von B. Mussasia Aruch 8. Toue vertheidigten Meinung, daß unter oder DT>Dn Hl»meros verstanden sei, nicht beizuflichten z allein durch folgende Stelle im Midrasch, Jalkut zu Psalmen 613 und 678 wird es unzweifelhaft konstatirtdaß die Rabbinen nichts anders als Homer darunter verstanden haben. »nv^Ni nnn^-ippm nnn1? vtiytr , ’S nDN.junb i\t J’Jini psp 1.1’ , DVYD '1SD3 ,'llpo J1D pup niblNl b’JU) byD J’böui ]i"D. Durch den Vergleich der'Psalmen mit den Homerischen Rhaphsodiev, die den Griechen als National-Gesänge das waren, was den Juden die Psalmen, ist die Erklärung des Wortes DTDn unbezweifelt. Die Abkürzung vN'P mag absichtlich entstanden sein, um es mit der,, spöttischen Bezeichnung dttd —[*o>qo fade, närrisch zu identisiciren. sehnliche Beispiele sind im Talmud nicht selten. Aruch 8. v. |i-|ip wbx rYO N^D rP3. Daß solche Verwechselungen und Qui pro quo balb Dwikelheiten und falsche Etymologien veranlassen mußten ist gaviz natürlich; aber noch häufiger gab dieses falschen Lesarten, Varianten der Abschreiber ihr Entstehen. — Eine Variantensammlung und kritische Vergleichung der Lesarten im Talmud, wäre höchst verdienstlich und würde eine reiche Ausbeule liefern, die die mühevolle Arbeit reichlich belohnen möchte; da die Censur z. B/ des den Wörtern . ipHä, pD lt. dgl. gar unheimlich gewaltet hat. So führt auch Aruch und de Rosst Meor Enajim, edit. Wien, Ab. 57, S. 282. nOD W”1. J"s; p^>in Dn’Dl ’IDD ’JDDI eine Lesart, die in unfern Ausgaben fehlt. — * * .IV. . Semiramis. Das Vorkommen historischer Namen aus der profanen Geschichte im Talmud und Midrasch ist nicht sehr zahlreich und bietet auch wenig Interesse, dosto wichtiger sind aber die daran geknüpften Bemerkungen und Vergleichungen, die abgesehen von den Anachronismen, oft originell sind. So heißt es Midrasch Esther Ab. 2: p^p.-n^OD fej LM rl yri'xn wi njpppwv bx'-W'D/rpbnjn — Hlngegen heißt es Wajikra Rabba Ab. 19: ,1^ wsr ^21 iw nTDTbiy ton nS , ML/ »tto# ton. — David Oppenheim, Rabbiner. v. LB. des Orients 1849 Nr. 11 bemerkt Hr. Dr. Lewysohn, daß Tos. Arachin Anft i->p^ zu verschiedenen Erklärungen Anlaß gegeben, und glaubt folgende Erklärung geben zu müssen. Das Dagefch im Nun ergänzt entweder das fehlende '3 vom vollständigen Suffix73 der 1. Pers. pl. oder das fehlende n des Suff. der 3. Pers. Sing. Mask. Im ersten Falle ließ man wahrscheinlich das j schärfer hören, als im zweiten. Diese letztere Betonung sieht Tos. in der Leseart, welche der Talmud andeutet. — Abgesehen von der Gezwungenheit dieser Erklärung kann ich nicht umhin zu bemerkendaß ich in Tos. die Worte finde: Wl HEH HDD n N, Worts, wie mich dünkt, der Erklärung des Hrn. L. diametral entgegen sind. Die verschiedenen Erklärungen zu bes. Tos. kenne ich nicht, glaube aber, daß folgende richtig ueid einfach feu Ich finde nämlich im von Ben S. Seeb Th. 2. §. 155. Anm. im Namen des Jbn Esra über 13QQ folgendes: „micn PPN nDD2 «1D1 DTO p»D Der Ausdruck „713N3" ist mir allerdings dunkel, und selbst liegt mir zur Einsicht nicht vor. Es genüge aber zu wissen, daß die Codices des Orients über uoo 1. Pers. Plur. von denen desOccidents: abweichen. Die vom Occidmt lesen ^an }?3, die vom Orient: nicht, während 3. Pers. Sing. Mask. nach allen Codices Dagesch hat. Tos. erklären also die Talmudstelle zuerst gemäß den Orientalen sehr richtig ^an HD““) nV, weisen aber als Occidentalen, gestützt aus dis Cod. des Occidents diese Erklärung zurück mit den Worten p 13^ ff. * ■ ■ * TL Ich erinnere mich nicht, irgendwo die Bemerkung gefunden zu haben, daß eine Stirlle des Kalir'schen Pijuts bereits im Midrasch erwähnt wird. Dies aber ist der Fall, und zwar Benndbar Rabba Kap. 14. Es heißt daselbst: fpTOn1? D^on ty nbrü cyst!/, welches eine Stelle des Pijut zA Par. Sacher ist, wie auch nJDD 6* St. bemerkt. Es würde hieraus hervorgehen, entweder daß Kalir älter sei, als man in neuester Zeit anzumhmen geneigt ist, oder hat Kalir, wie Rapaport behauptet, erst gegen Ende des zehnten Jahrhunderts geblüht, so ist Bam. Rabba noch später ver-' faßt. Am wahrscheinlichsten wäre jedoch, es habe Jemand diese Pijutstelle, da, wo wir sie jetzt antreffen, in seinem Midrasch als Randbemerkung hingesetzt, für sich zur Erinnerung, daß die Stelle sich auf diesen Midrasch gründe. Spätere Abschreiber haben jedoch irriger Weise die Randbemerkung m den Text ausgenommen. D. D.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.