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Der Orient · 1849-05-12 · 19 (12.5.1849) · p. Spalte 299-300

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
19 (12.5.1849)
Date
1849-05-12
Page
Spalte 299-300 (sequence 6)
Language
German
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300 Studien. Hillel der Fettere. 299 pi ff. bezieht sich höchst wahrscheinlich ouf die frühery Worte vaselbst „to IWt 1D3MTV"; vnd dies ist wirklich in der Uebersehung durch das Wörtchen „darauf" ausgedrückt. Diese an sich wenig bedeutende Berichtigung glaubte ich ich dennoch unserm trefflichen Mendelssi schuldig zu sein. . ' - ' D. D. - II. Das LB. des Orients v. I. enthält eine Biographie Hillel's des Aeltern von einem christlichen Gelehrten, Hrn. Dr. Biesenthal. Der geehrte Hr. Red. bemerkt, daß diese Biographie den christlichen Standpunkt inne habe, was bei einem christlichen Vers, nicht auffallen kann. Die für eine» christlichen Gelehrten aus dieser seiner Arbeit hervorgehende seltene Lalmudkenntm'ß des Vers, verdient die vollste Anerkennung, gleichwohl möge es vergönnt sein, im Interesse der Wahrheit einige augenfällige Unrichtigkeiten zu berichtigen. Nr. 43 heißt es: „durch die Mildtha'tigkeit seines dem Handel ergebenen Bruders unterstützt, errichtete er eine Schule" ff. als Beleg wird angeführt, Sota 21. ff. ipN bb.n Es ist merkwürdig, daß aus dieser angeführten Stelle das gerade Gegentheil hervorgeht, das; nämlich Schebna seinen Bruder, während der Zeit seines Studiums in Dürftigkeit gelassen und nicht unterstützt habe. Es heißt dort deutlich: rw ü’n in1 DK ^!p ro nns1 .i^djvd-ij/j na!?'n f)id^> 'oi irra pn ’to, ferner '~o nnjj? ’-N ppllVI *6 'Q'l pfTP. Es findet sich hier keine Spur von wirklicher Unterstützung, noch weniger von Gründung einer Schule und Flor des Handels nach Einführung des Prosbul. Uebrigens war ja Hillel bei Einführung des Prosbul bereits Nasi, und bedurfte damals höchst wahrscheinlich keiner Unterstützung mehr. Ebendas, später: „So wie aber diese beiden Lehrer Hillel und Sch am mai sich gegenseitig bekämpften, eben so war dies der Fall bei ihren Schülern. Eine systematische Opposition bildend, bekämpften sie sich bei jeder Streitfrage mit dem gründlichsten Haß. Sagten nun die Schüler Hillrl's etwa dies sei erlaubt, so behaupteten die Schüler Schamtticu'6 sofort das Gegentheil." Hier hat der Vers, den alten Lalmudlehrern und seinen Schülern gar arg mitgespielt. Es gewinnt das Ansehen, als hätten Lehrer und Schüler bei ihren Kontroversen sich nicht durch innere Ueberzeugung, sondern lediglich durch Rechthaberei und den bloßen Geist des Widerspruchs leiten lassen, und nach des Vers. Ansicht wäre man versucht im Ernste zu fragen, was bei Juden scherzweise vorzukommen pflegt: wozu es nöthig gewesen beider Schulen Meinungen anzuführen, es hätte genügt die Meinung der einen zu erwähnen, um zu w.isser^ daß. die andern sofort das Gegentheil behaupten müssen? Doch jeder Einsichtige wird zugestehen , daß dem nicht also sei. Zuvorderst scheint Hr. B. Sabbat 14 b übersehen zu haben, woselbst es aus.drückL.ich, heißt, H. und Sch. selbst wä- . ren nur m einrgm w e:n i g e n Punkten abweichender Meinung, welches zur Genüge beweist, daß sie in den meisten Punkten übereingestimmtz denn gewiß mußten sie als und sehr oft in Bezug auf Gesetzbestimwungen mit einander in Berührung kommen. Vergl. Maim. Borr. zum Kommentar zur Mschna, Ans. .fp woselbst von der Uebereinstimmung des H. und Sch. die Rede ist. Zunächst haben aber auch die Schüler keineswegs sich mit gründlichem H a ß bekämpft, sondern nur mit Ernst und Eifer für Wahrheit und göttliches Gebot. . S. Iebamot 13 b. PDw6nü5> ff. eb^das. 141) u. s. w. Der Schluß lautet bort:• „Hieraus ist zu entnehmen, daß sie in Liebe und Freundschaft mit einander umgingen, gemäß den Worten der h. Sch. die Wahrheit, aber auch den Frieds liebet". Wie wenig sie sich von kleinlicher Rechthaberei im Allgemeinen Hinreißen ließen, beweist der Umstand, daß sie zuweilen nach später gewonnener Ueberzeugung ihre frühere Meinung aufgaben, und sich ihren Gegnern für überwunden erklärten. S. Ediot Absch. 1. Mischna 12 ff. Vergl. die trefflichen Worte des Maim. in bes. Vorrede Ans. b'D 3"n JWn ff- Vergl. ferner Beza 20. v^no 'n jpi DP iTHl 'pl HW 'Dl 'WP und außerdem Jeb. 15 b rPD nniD N^Vf HtC/y WyD b iTil ’NDP bbn. Wird es ja dort überhaupt bezweifelt, ob die Scharv.-' maitische Schule sich in der P r a xi s nach ihrer eigenen Meinung gerichtet habe, wo dieHalacha für entschieden wor-i den; und sind hierüber Talmudlehrer getheilter Meinung. Ebendas, später: „Und so kam es, daß diese (j^o) bei Abstimmungen, obgleich deren Anzahl bedeutend kleiner als die des Schammai. waren, dennoch ff. den Sieg davon getragen haben." Ganz unrichtig. Es heißt ausdrücklich Jeb. 14 r» : Hillel's Schute war bedeutender an Zahl, Schammas's ausgezeichneter an Scharfsinn. S. Tos. das. tfnf.,yETp 'p vgl. Berachot 52 u. a. O. v. Nr. 44. „Diese Entscheidung erwarb ihm die Gunst des mit den Opferthieren harrender Volkes, und sogleich wurde er zum Präsidenten -es Synedriunrs gewählt. Und als er, während seiner Vorträge vor den Lehrern oft Beleidigungen za ertragen hatte, schonte er sie gar nicht" ff. Als Beleg Pesachim 66 a. Es ist wiederum ganz unrichtig, daß Hillel Beleidigungen zu. ertragen gehabtz und rührt der Jrrthum des H. ÜB. davon her, daß er falsch gelesen, nämlich püJpD i^HlT DHITQ. Dies bezog er auf die srühern Lehrer „Bene Batera"; cs heißt aber cnDPS pDOpü Sinn, bezieht sich auj Hillel, und lauter in der Uebersetzung zu Deutsch: „er sing an, ihnen , harte Worte zu geben." Daß die Lescart durchaus so und nicht anders sein müsse, geht aus Rab's Lade! dieses Verfahrens Hillel's u n z w c i f e l h a f t hervor (cbend. V. prmDD ff- ^lö Beweis wird Hillel angeführt, von wrlchem erzählt werde», ^'1212 pejpD was ja nai H. B. Lescart gar keinen Sinn gäbe, wie Jedermann tcidji einsieht. Uebrigens hat ihn nicht die Gunst des harrenw Volkes zum Nasi erhoben,, sondern die früheren Nesiim, Be»

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