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Der Orient · 1849-05-05 · 18 (5.5.1849) · p. Spalte 285-286

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
18 (5.5.1849)
Date
1849-05-05
Page
Spalte 285-286 (sequence 7)
Language
German
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285 Kritiken. Friedrich, zur Bibel. Aheile, gr. 8. 1. M. VII und 334 2. Th. IV und 2!5 S. Nürnberg, 1848. Verlag von Bauer u. Raspe. Angezeigt von R.I. Wunderbar in Riga. (Fortsetzung.) Eine andere Erwärmungsart wäre folgende:- Man mache neben der Grube, in welcher die Quelle sich befindet, eine zweite, auf dem Boden dieser befinde sich eine Kohlenpfanne mit glühenden Kohlen, auf dieser stehe ein kleiner, mit einem Helme versehener, kupferner Kessel; aus dem Helme gehen einige Röhre durch die Scheidewand beider Gruben gerade durch das Waffer der Quelle hindurch, sie muffen einen kleinen Fall und jenseits der Quelle einen freien Abfluß haben; wenn nun etwa ein Maaß Waffer Ln den Kessel zum Kochen gebracht wird, so entwickeln sich Dampfe, die durch die Röhren getrieben werden, und da diese-nun ringsum von kaltem Waffer eingeschossen werden, so wird schnell die Dunfflorm des Wassers schwinden und in tropfbar flüssige Form übergehen , also wieder zu Wasser werden, welches abfließr; der Wärmestoff aber, der erforderlich wäre, die Dunstform hervorzubringen, wird frei und erhitzt das Wasser der Quelle, ungefähr wie beim Destilliren des Branntweins durch die Schlangerohren das Wasser im Kühlfasse erwärmt wird; auf diese Weise könnte man vier bis sechs und noch mehre Bäder durch ein einziges Gesäß, an dem aber mehre Konduktoren sind, erwärmen; der Erhitzungs-Apparat würde eben nicht mehr Kosten verursachen, als wenn nur eine Quelle erwärme wurde, denn da das in Dunstform übergegangene Waffer einen mehr als zweitausendmal größeren Raum einnimmt, als in tropfbarer Form, so laßt sich durch sehr wenig dieses Fluidums doch sehr viel ausrichten. Sollen jedoch diese Bäder allen oder doch den meisten Anforderungen entsprechen, so wäre es nöthig, daß eine Jede ihr eigenes Bad habe, oder doch der Badeort so eingerichtet wäre, daß er für jede Badende auf das sorgfältigste gereinigt werden könnte. — Es sind übrigens schon an mehren Orten zweckmäßige Verordnungen erlassen und paffende Einrichtungen getroffen worden. Das badische Ministerium hat schon 1822 verordnet, daß bei einer jeden Israel. Gemeinde das in religiöser Hinsicht nöthige Bad so beschaffen sein muß, daß entweder das Bad selbst als das Badezimmer gehörig erwärmt werden kann, daß, wenn die Erbauung einer neuen Synagoge bei Gemeinden, welche nicht in dem Falle sind, eine neue Synagoge zu bauen, doch längstens innerhalb eines Jahres ein warmes Bad eingerichtet werden soll. ■— Die Würdemdergische Regierung hat verfügt, daß an den Orten, wo die Tauchbäder der Israel. Frauen noch im Gebrauche sind, die Badeeinrichtungen in einen, dem Normalzustände so viel möglich entsprechenden Grand gebracht werden. Durch die Bemühung des Rabbiners Grünbürger wurde neulich zu Schmieheim ein eigenes jüdisches Badehaus erbaut; im untern Stocke befindet sich eine helle und geräumige erwärmbare Badekammer; in derselben führen mehre Stufen jn das Wadegewölbe/ dessen '.286 Wasser angemessenerwärmt werden kann. -So sind nun nach und nach iw mehren andern Ländern zweckmäßige Badeanstalten für die Israel. Frauen errichtet worden. Schließlich mögen hier noch Momberts Worte folgen. Ein Univerfalmittel zur Reformation der Juden überhaupt, sagt er, hat nur der Arzt in seiner.Gewalt, vermöge dessen er schneller und erfolgreicher wirken kann, als der jüdische Theolog. So bald nämlich mit der Ausübung eines Re.ligionsgesetzes Gefahr verbunden, sobald Leben oder Gesundheit exponirt ist, geben selbst die Talmudisten dem Arzte unbeschränkte Freiheit, die Ausübung zu untersagen oder Zu beschränken, gestützt auf den mosaischen Ausspruch im '3. B. 18, 5: „Beobachtet meine Gesetze und meine Rechte, durch deren Ausübung der Mensch leben soll." Die Hebung der Gesetze, sagen also die Talmudisten, soll des Menschen Leben fördern, ihm aber nicht schaden, und nur der Arzt ist hier kompetenter Richter. — Was wir an dem vorliegenden Werke noch besonders als lob.end zu erwähnen haben, ist die vom Verfasser mit vielem Fleiße gegebene concordanzartige Zusammenstellung aller im Verlaufe seiner Abhandlung auf die Medicin bezogenen Bibelstellen; so daß man stets über jeden abgehandelten biblischen Gegenstand eine klare Uebersicht, wie, wo und wie oft derselbe im Urtexte in der Bibel vor kommt, gewinnt, und des Nachschlagens füglich überhoben wird. — Dagegen können wir unsere Ausstellungen über einzelne Partien nicht verhehlen, und hegen dabei die Hoffnung, daß die Wahrheitsliebe des geehrten Herrn Verfassers denselben keineswegs irgend eine unlautere oder tadelsüchtige Absicht zuschreiben, sondern ste vielmehr bei etwaiger zweiten Ausgabe, zu seinem eigenen Besten unparteiisch berücksichtigen werde. Theil 1. S. 60 sagt derselbe, daß die Stelle im 2. Buche der Kön. 6, 25, wo es heißt, daß für einen Eselskopf achtzig Sekel Silber bezahlt wurde, wahrscheinlich pars pro toto gemeint sei, weil auch bei den Griechen und Römern diese Ausdrucksweise nicht ungewöhnlich war, und capita boum, capita rquonim füt-boves, equos oft vorkomme. — Allein diese Erklärung ist zu weit gesucht, und dürfen wir eher annehmen, daß hier lediglich von dem Kopfe des Esels, als dem schlechtesten und wohlfeilsten Fleischthcile, die Rede sei, der nichtsdestoweniger in Folge der zur Zeit eingetretenen Nahrungsmangel mir 80 Sekel Silber bezahlt werden mußte. Daß der Kopflheil eines Viehes wirklich als der schlechteste galt, geht auch schon aus dem Talmud hervor, welcher sprichwörtlich behauptet: riND, „Hundert Köpfe kaufe man um einen Sus'V (Tr. Sabbat 126.) Ibid. S. 119 behauptet derselbe, daß sich im Talmud Nichts findet, was man aus einen Gebährstuhl beziehen konnte, und daß es in liier.-historischer Beziehung ausgemacht (?) ist, daß dieses Apparat viel später (zuerst bei Mofchion und Artemidor) erwähnt gefunden wird. — Er ist aber im Jrrthume. Denn der Talmud erwähnt es ausdrücklich unter dem Naynn „Mas ch bar" im Tr. Sabb. 129 und Tr.Erachim 7,

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