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Der Orient · 1849-05-05 · 18 (5.5.1849) · p. Spalte 287-288

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
18 (5.5.1849)
Date
1849-05-05
Page
Spalte 287-288 (sequence 8)
Language
German
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287 Ankündigungen. 2ß8 wo es HM '-»2VVN und ^mn by nnD1/ und außerdem noch an vielen andern Stellen. — Ja selbst das in der Bibel vorkonnncnde „Abnajim" (2M. l,lö) scheint der Talmud gleichfalls für nichts anderes als wirklich für einen Gebährstuhl zu halten (was auch schon Raschk zur augef. Bibel-Stelle so erklärt); und wenn es auch im Talmud Tr. Sota 11 heißt: d\33N ‘»ND, und es hier anders erklärt wird, so beweist dieses gar nichts, wenn man erwägt, daß hier nicht gefragt werde: was ist Abnajim, sondern nur was kann von Abnajim neben der eigentlichen ursprünglichen Bedeutung als Gebährstuhl, auch noch ausgesagt und erklärt werden; wie diese Redensart sehr oft im Talmud in diesem Sinne verkommt. Z. B. rrn ’ND (Tr. Berachot33), J'N "iy WD (Tr. Sabbat 121), ’ND (Tr. Sota 36), und dergleichen unzählige Stellen mehr, wo nicht im geringsten behauptet werden könne, daß dem Talmud die ursprüngliche Wortbedeutung unbekannt gewesen sei, sondern daß es sich lediglich um dasjenige handle, was neben der eigentlichen ursprünglichen Bedeutung auch noch außerdem ausgelegt (gedarschent) werden könne. — ■Ibid. S. 230. Die Erklärung, welche der Vers, hier über den Aussatz Naaman's und seines Dieners Gachasi giebt, hat schon Brecher in der Allg. Zeit. d. Judenth. 1839 Nr. 87. S. 442 wesentlich gesagt; und die zu dieser Erklärung hinzugefügte Behauptung des Vers., daß der Aussatz des Gechasi von der akuten Form des Zaraats gewesen sei, ist ohne Grund; um so weniger, da es an gedachter Bibelstelle ausdrücklich heißt: der Aussatz Naaman's wird Dir anhangcn und Deiner Nachkommenschaft ewiglich; thtyb) (welchen Schlußsatz der Vers, hier sowohl wie in dem S. 228 gegebenen Bibeltexte, wohlbedächtig ausgelassen hat, da dieser zu seiner Erklärung nicht pasif). ja nach der Tradition, sollen die im zweiten Buche der Könige 7, 3 erwähnten vier aussätzigen Männer, Gachasi und seine Kinder gewesen sein; was also gewöhnlich nicht bei der akuten Form des Zaraat der Fall sein kann; da diese sich in der Regel nach kurzem Verlaufe kritisch entscheidet und auch die Heilung in solchen Fällen schnell erfolgt. — Ibid S. 21 sagt derselbe von Behemot und Levjathan, daß die Träumereien der Talmudisten und Rabbincn über die darauf bezügliche Stelle bei Hiob (40,!0 ff) in der Geschichte des Aberglaubens eine bemerkenswerthe Stelle erhalten, die uns ein Erstaunen abnörhigen, und welche die ungeheuerste Narrheit ist, dir ein menschliches Gehirn jemals ausgebrütet hat; und nachdem er über diesen Gegenstand ein langes Mährchen, angeblich nach der Lehre der Talmudisten acceptirt und dieses dem Publikum zum Besten giebt, schließt er mit den Worten, daß die Juden eine Eidesformel unter sich haben, welche laute: möge ich nie von dem großen Ocbsen, dem Behemot essen (?.'). — Anstatt jedoch dieser Legende (und daß sie in der That nichts weiter als eine solche ist, braucht kaum noch erwähnt zu werden), eine authentische TalmudsteUe Nachweisen zu können, begnügt der Vers, sich damit, fiir sein gegebenes Mährchen Gruber, der es Corrodi und dieser wieder Buxtorf rc. nachgeschrieben har, als Gewährsmann zu citiren. Welch Gewicht aber auf solche trübe Quellen zu legen ist, wird auch dem minder Unterrichteten bekannt sein. Was besonders die angebliche Eidesformel betrifft, so wird man diese wohl etwa in der bekannten Poffe „Unser Verkehr", nicht aber in der ernsten Wirklichkeit unter den Juden antreffen. — (Fortsetzung folgt). Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1£ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [42] Bei C. L. F r i tz sch e in Leipzig ist. erschienen r Jericho. Ein Bild von Jsrael's Freiheit. Rede Das Buch Jona. Ein Lebensbild. Predigt gehalten am Sabbat Teschuba d. I. zur Feier der deutschen Grundrechte, am Paffcihftste (8. April 1849) in der Leipziger Gemeinde-Synagoge gehalten von A. Schmied), R. in Gewitsch. Preis 2£ Ngr. von Ad. Jellinek, Prediger und Religionslehcer der israelitischen Gemeinde zu Leipzig. Preis 3 Ngr. Ferner ist in derselben Buchhandlung erschienen: Trauerlied auf dm Tod des Dr. Hermann I eilt nek. Hebräisch von Markus Boß, deutsch von Emil Lehma ult. Preis 2 Ngr. Verlag von C. L» Fritz sche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. . Druck von I. H. Nagel.

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