Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 17 (28.4.1849)
- Date
- 1849-04-28
- Page
- Spalte 263-264 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8555529-9893953-9893975--5884-3534972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
263 Studien. Die Gaonen Natan ha-Kohen und Natan b. Jehuda. 261 m. Rabbi Natan ha-Kohen b. Isaak ha- Babli, in Bagdad 916—943. Die Dürftigkeit der Quellen über die Gaomn macht es schon im Voraus jedem Forscher zur Pflicht, Alles zusammenzutragen und mit kritischem Blicke in einen pragmatischen Zusammenhang zu bringen, was nur irgendwie gewisse Parthien der Gaonenperiode oder das Leben und Wirkei, einzelner Gaorien aufzuhellen geeignet ist. Scherira's Antwortschreiben an die Gelehrten Kairuwän's auf gewisse Anfragen bildet, wie bekannt , das einzige etwas zusammenhängende, wenn auch höchst gerippenartige Chronikon der Gaonenperiode bis auf seine Zeit um 967, und diesem Chronikenfkelette folgten auch Alle, theils Schrerira's Worte umschreibend, theils wörtlich ansührend. Aber es haben sich noch versplitterte bruchstückliche Mittheilungen aus verlornen oder wenigstens bis jetzt nicht aufgefundenen Berichten erhalten, die näher geprüft und berichtigt zu werden verdienen, um die Ausfüllung der großen Lücke in der Kulturgeschichte der Juden in Vorderasien in dem ersten Jahrtausend der gewöhnlichen Zeitrechnung, wenn auch nur um Weniges zu fördern. Zu solchen bruchsiückllchen Mittheilungen aus alten Berichten gehören z. B. die Daten über Sa^adja aas dessen ^30 und aus rrtftt N^JiT ’ra NDmm/. welche dem Verfasser des „Büches der Überlieferung", Abraham b. David, Vorgelegen -und die er als Quellen, worin man Ausführliches über Sa'adja gefunden, citirt. Und noch wichtigere Bruchstücke aus einem weiter nicht bekannten Berichte sind die aus der Erzählung eines Natan b. Isaak ha-Kohenha-Babli im Juchasin 120 b 125 a aufgenommenen Fragmente und nach diesen Resten mochte man es sehr bedauern, daß der Bericht (*M0) Natan's, welchen Abraham Sakkuto doch noch vor sich gehabt zu,haben scheint, so spurlos verschwunden ist, und zwar so ganz und gar verschwunden, daß wir trotz der erhaltenen Bruchstücke nicht einmal mehr wissen, wie diese Chronik geheißen haben mag, und die Spätem daher den selbstfabricirten Namen dqd setzten. Wir wollen nicht weiter versuchen, diese Chronik Natan's, so weit aus den Bruchstücken sich Etwas ergiebt, in ihrer Tendenz hier zu ermitteln, aber Einiges über den Verfasser wollen wir Herstellen. Sakkuto nennt den. Verfasser (120 b) gtabbi Natan ha- K 0 he n b, Isaak bii pTO fl [»“DH .jni ’m) oder kurz (122d) R. Natan ha-Kohen, und da ein solcher Name bei Scherira (I. 1.) nicht zu finden, und er auch nicht mit dem Titel Gaon, Rosch-Kalla oder Alluf erscheint, so kann man wohl als gewiß annehmen, daß er an dev Hochschulen gar keine Funktion gehabt, sondern daß er weiter nichts als Verfasser einer Chronik oder eines Berichts war. Als Vaterland Natan's wird ausdrücklich Babylonien genannt (120b), speciell aber Bagdad (te), indem nach seinem Namen, obgleich dabei steht, noch das Wort ^2 dazu gesetz ist, und da er über Pum-Badita für die Zeit von 916—943 viele Specialien weiß und viele Privatnamen nennt, so liegt die Vermuthung nicht fern, daß er mit Pum-Badita in näherer Verbindung gelebt haben mag. Uebrigens sprechen auch für seine babylonische Heimath die genauen geographischen und topographischen Angaben über.Ortschaften daserbst z. B. fea.-mnai D'pv'n yn pp^Dip, wo lustwandelt / o*üt©i'nm O'Q, rö-ttnvf^ü NK1 HJDD b222W i fecner nfH (pD'D^pp) p) KTO31 HD*» pja n t£W , JNIDIGf Hym D^pD rvn D Dpibüri y ivie specielle Beschreibung von seinen Gebäuden, Springbrunnen, ferner Qlpv ybo niid pW .m , bau orm *)ip Nipjn-, ferner er «jri E bmö'' pnS Nini' rrnnD bi; nm -) h 3 ■nmi03; ferner av '«OT “Mna inptfT. DipD b:QD) ferner Wp'n'y pW 3 ^'->23) ferner dw 'n ^22 pi m , iwi!?.n. Nipi.i-nnwj'f«^ nw.rminQT' Dttov, ferner -minDi üND) n-iaa-i ner. O’DV '2 "pO p21 v'2 , -ON23 Wip)N D)pQ; ferner u. s. w. Dasselbe beweiset auch die Vorführung vieler Persönlichkeiten, die forist weiter gar nicht Vorkommen, oder die hier specieller bezeichnet sind, unter denen ich hier nur anführen will: .(t^M) dnAj w in jnfD w n p 1 jj '(mm) ddjd p *)t>n - .(TU33) b33 fO'LJJ >3NN .(topiy b>nn p)mb ttw , 'ndi p i n , .nud , nD^r p dtdjj .nbt?Ni 'jN-n.ij 'DJ 7t .(p-llN N31 p-!3N -13) pn N W ]3 n.Dä .HNJ1D p 3^3 (priN) . ,n6j uni p ’mi p in p mm' ■ .nn bar nN ’N3t p Trptp*ö .m4iD p 3b;nin , pnN p NL-3 - .mb , p3’3J3 fiw |D’H '332 u. (. u. s. w. Unser Bagdadenser Natan berichtet als Augen- und Ohrcnzeuge, es heißt daher, er erzählt 51,b HNIE» HDD N3pp , ferner .^31 p ml bt» '33 N diN l- ,N3 7N N2dri 1NN33 frtb von. mtsno- Nint? dtö N3'no!? ns’bt (miir) )'3.D 1NE3 dib und wenn er die Einsetzungsfelerlichkeiten des Exilarchen beschreibt, wie die Sekenim sich versammeln nnn ’biJD bn3 mN, führt er an, um zu erklären, N-pDJ pJ}D, 'wie Nat ira, der 925 durch sein Gewichc und Ansehen dazu beigetragen, daß der Exilarch/Ukba verdrängt wurde, so daß David b. Sakk a i, der Neffe des "U k b a, daran gekommen.— IV. Mar Rah Natan b. Mar Rab Jehuda, Gaon zu Sora 927. Scherira/erzählt in seinem bekannten Schreiben, daß in den letzten vier Jahren vor der Berufung ' Sa°adja's es in Sora an tüchtigen Lehrern gefehlt habe, so daß das Lehrer-Kollegium damit umging, die Hochschule zu Sora ganz aufZulösen und die dort noch vorhandenen Lehrer nach Pum-Badita überzusicdeln, endlich aber kam man doch übereinden Mar Rab Natan Alluf, d» h. aus dem Sieb-