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Der Orient · 1849-04-21 · 16 (21.4.1849) · p. Spalte 251-252

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
16 (21.4.1849)
Date
1849-04-21
Page
Spalte 251-252 (sequence 6)
Language
German
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Studien. Literarische Analekten 251 duktion zu Hilfe kommen mußte. —^ Der Talmud hat diese theilweise im Trakt. Sanhedrin im letzten Abschnitt zusammengestellt, welche von spätern Gelehrten noch vermehrt wurden. Man vergl. besonders die treffliche Dissertation: Argumenta immortalitatis animorunr hunianorum et futuri secuJi ex Mose collecta“ von E. C. Colberg (in den: 8^ntagma oommentationum von I. D. Michaelis^ und das Handbuch der mosaischen Religion 2, 1. §♦ 8i ff. von P. Beer. Was den Umstand betrifft, daß Moses die Unsterblichkeitslehre, nicht ausdrücklich vortrug, die doch bei der Gründung aller übrigen Staaten des Alterthums als Basis der Gesetzgebung gewählt wurde, so machten sich hierüber die verschiedensten Ansichten geltend. Bald sollte das jüdische Bolk unfähig für die Auffassung dieser transscendentalen Lehre zu jener Zeit gewesen sein; bald sollte der allgemeine Glaube der Unsterblichkeit keiner ausdrücklichen Erwähnung bedurft haben: Moses habe in diesem Falle nur diejenigen Lehren vorgetragen, die von den umgebenden Völkern nicht angenommen würden. Noch andere Ansichten, die aus den Principien oder Institutionen des theokratischen Staates ihre Begründung suchten, sind bekannt. — Wir glauben in dem Schweigen des Pentateuchs über die Unsterblichkeit der Seele ein politisches Mittel zu finden, welches der weise Gesetzgeber zur Ausführung seines großen Planes: das Volk für den Landbau und den Krieg heranzubilden, benutzt hatte. Das jüdische Volk hatte allerdings einen, wenn auch nicht ausgebildeten und geläuterten, doch allgemeinen Glauben von der Unsterblichkeit. Schon die Lehre von der Seelenwanderung, die in Egypten die allgemein geltende war, konnte die richtige Lehre höchstens in den Hintergrund drängen, nicht aber die Ahnung des höhern, reinern Gedankens der Unsterblichkeit gänzlich verdrängen. Trat nun Moses, namentlich durch den Opserkultus der egyptischen Irrlehre entgegen, vergl. M ichaetis (Mos. Recht 3. §. 189), so durste er dennoch nicht weiter gehen, wenn er nicht befürchten sollte, daß sein Volk, das eben keine Ursache hatte das irdische Leben hoch zu schätzen, nicht ganz in Abstumpfung versinken und jene beiden Beschäftigungen den Landbau und den Krieg zurückweise, die nur für dieses Leben einen relativen Werth hatten; es fehlten seinem Volke das höhere Bewußtsein der Selbstständigkeit, das nur durch den Besitz des zu erobernden Landes hervorgerufen werden konnte, was aber leicht problematisch werden durfte, wenn er ihm ein anderes Leben vorhielte, gegen welches die Schattenseiten dieses Lebens allzusehr hervorlraten. Sollte daher das Volk zum Kriege und dem Landbau, beides in Bezug auf das Land Kanaan herangebildet werden, so that Moses wohl daran, wenn er die Unsterblichkeit nur ahnen, nicht erkennen ließ. — Dr. L. Lewysohn. ") Wir ersuchen bei dieser Gelegenheit den freundlichen Leser im LB. Nr. 9 Col. 000 statt: De poena lumiieidii von I. D. Michaelis, gefälligst: D. p. b. von Jo. Gerh. Hormeyer in den Sjnitagina conunentationum von I. D. Michaelis lesen zu wollen. Anm. d. E. Das allgem. Zahlwort wird bekanntlich den Nomi« .nibus aller Nuineruruni vorgesetzt, so vor dem Sing. inon (Ps. 78, 38), vor dem Plur. D'BONil (Exod^ 4,19) und dem Kollektivum, wie oyrj , myn b'D s. w.; mit weniger Bestimmtheit läßt sich der Gebrauch von in Beziehung auf das Genus Nachweisen. Für das Gen. mask. findet sich ^p) (ibid. 19, 12), wobei zu suppliren ist. In den Stellen Eccl. 9, 3» 6 ist es unbestimmt, ob die 3. Person, sing inasc. praetj., oder 3. Pers. foem. part. des Nifal ist; nur in Lev. 7, 9/ wo es heißt: ntW) ^21 bemerkt Jbn E sr a: "iNDH ÜW Orb nfc’JJl- 71’n “ltSTNl- -DT . O , HN-Sj pN )0D was natürlich ist, da man hier das vorangegangene nrUB suppliren muß; auch Onkelos überseht welche freie Verwechselung der Zeit bei dem Participcum weniger willkürlich erscheint, als es der Fall wäre, wenn praeteritum gewesen sei. Es ist daher anzunehmen, daß im Allgemeinen wegen des hinzuzufügendcn q;n maskulinär ist, weshalb die Ansicht desR. Salomon Hanau, die er in seinerSiddur-Ausgabe über die Punktation aufstellt, vollkommen richtig ist. Er sagt: 13 buDU “l'Vn rrnn nh i'üh upni nimm (?) W32 ‘PUDD Oy. Die korrekten Ausgaben haben durchgängig diese begründete Punktation. Dr. L. Lewysoh n. IV. Bei der Grausamkeit, mit welcher der Krieg in einem Theile Europas jetzt geführt wird, möchten wir jener Stelle erwähnen, wo es heißt: nißrfev 51OOV Dl u. s. w. (1 Ehr. 22, 8), wozu Clericus bemerkt: (luarnvis oinnia bella, quac gessit David , pro nioribus illius aevi et pro jure belli et pacis tune reeepto, apud Hebraeos, essent pia et justa (wie es auch der Krieg der nach nationalen Freiheit ringenden Ungarn ist); attamen Deus significavit non placere sibi bellorum etiam justorum i mmanitatem, quandoquidem a constantissimo sui cultore Davide templum accipere noluit, eo quod in ejusmodi bellis nimiam sanguinis humani copiam eftudisset “ — Dr. L. L e w y s 0 h n. Ucker einige seltene jüdische Ritualien im Besitze des Herrn Dr. Albert Cohn in Paris. Aitgckhcilt von Leopold Dukes. (Fortsetzung.) ' (3pj>’ ’3-a nmy nme pj Auch im Machasor von Avignon. Es ist dies die Ge-

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