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Der Orient · 1849-04-07 · 14 (7.4.1849) · p. Spalte 221-222

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
14 (7.4.1849)
Date
1849-04-07
Page
Spalte 221-222 (sequence 7)
Language
German
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221 Studien. Literarische Miscellen. — Exegetische Studien. 222; - j Historische Reflexionen, j Don Ad. JeMnek. \ 27. Emancipation. Zedermann wires zugeben, daß | bic Emancipationskämpfe, welche in den Ständekammern Zerführt wurdenviel zur Verbreitung der Idee der Freiheit beigetragen haben. In der Lhat ist die volle und ungeschmälerte Emancipation der Juden ein Beweis, daß ein Staat lauf der Bahn der Freiheit sich befindet. 33 Jahre wurde jbec Emancipationskampf durchgeka'mpft, bis er zumTheileme Wahrheit wurde. Die Juden duldeten und litten, und auf;dem Gebiete der allgemeinen staatlichen Freiheit erstand Lim die Gleichstellung. Wichtig ist in dieser -Beziehung Hie Erklärung Rasch!'s zu Jes. 53, 41, indem er von dem Mischen Volke sagt : niDl^n bo' mtb pJD’3 .1'.1 101« iiNlir bltt jmiD'D mrano. Eine tieft Wahrheit liegt darin! 28. Neue Zeit. Die Elemente, aus denen eine neue Zeit hervorgeht, werden nicht von Jedermann erkannt. Da- )er so viel Hoffnungslosigkeit, Klemmuth und Winseln. Man nochte den Anbruch einer neuen Zeit, die auf Blumen einherlhreitet. Wahrhaft tiefblickend in das Wesen des Menschen ind die Aussprüche in Sanhedrin, Abschnitt Chelek, über ie messianische, d. h. neue Zeit. Sie schildern uns den )rozeß, den die- Geschichte durchwachen muß, bis ein neues 8ewußtsein Platz greift. Wir stellen einige. Aussprüche mit Zeziehung auf die Gegenwart zusammen: m pty m bns. nbbn’p iy in p; niizn noan n fncw iv 5 ' nbuon p 'nswrw iy z o'in jo b im; (st Nr. 21) nbm no^o f\w in, "frm bj;bnji2f in rvwi dn.; mn bw in 1 DDH lby nW3' tim. Es sind dies die radikalsten Allsten. Es muffen nämlich die socialen und politischen Ver- Utniffe die Spitze der Schlechtigkeit und Unhalrbarkeit reicht habenj 29. DetturreraLionswesien» Wer weiß nicht, wie das sittliche Spionirwesen jetzt in Wien blüht; wie ein großer eil des Volkes dadurch entsittlicht wird? Da sich so viel none finden, so ist das Volk ebenso beteiligt wie die Orite der Regierung es sind. Woher aber dieses korrupte lsen komme, darüber belehren uns die trefflichen Worte »inoza's, traefc. theol.-polit.' c. 20, die Jedermann sei- \ Gedächtniß einprägen darf. Sie lauten: >,Ubi übertem dieendi hominibus adiniere laboratur, efc dis* painiui« opinion.es in judicium vocantur, ibi in nestos exempla eduntur, quae potius mavtyria entur quaeque reliquos - magis irritant, efc ad misei>i'dianis si non ad vintiictam plus moyerit, quam |ent; b o n a e (Leinde ä jr t es e t f i d e s corrunv int u r, ad u ia to r es e t pe r f i d i foy entur, et psarii truimphant.“ Wie wahr!! — In Betreff der neuesten Vorgänge in Oesterreich gehört noch hierher folgende Stelle an demselben Orte: --Huid rnajus reipublicae malum excogitan potest, quam quod liri honesti, qtiia diversa sentiunt et simulare nesciunt, tanquam iniproM in exilium mi fctan tur? quid magis perniciosum quam quod homines ob nulium sceius neque facinus, sed quia I i bei* a l.is - i n ge n i i suufc, pro hostibus habeantur et ad necem ducantur! An Belegen fehlt es nicht. Exegetische Studien von m. B. Friedenthal. (Fortsetzung.) 2. nw) ' nn * Diese drei Ausdrücke erscheinen in der Schrift bei oberflächlicher Lesung als synonym, aber in der Religionsphilosophie, welche ihre Argumente aus der Schrift holt, ist die Erkenntmß des Unterscheidenden bei diesen Ausdrücken höchst wichtig. ß bic thierische L ebe ns kraft, wodurch das lebende Wesen besteht; es ist die Lebenskraft, aus der die Kräfte der Bewegung, der Empfindung durch die Sinne und der Lriebe erwachsen und daher beim Menschen, wie beim Lhiere naturnothwendige Wirkungen und Nöthigungen veranlassen. Die Kraft, welche den leiblichen Menschen beherrscht, die ihn antreibt Hunger und Durst zu stillen, -Naturtriebe zu befriedigen, heißt Ne fesch und um Ne fesch als die rein thierische Lebenskraft zu bezeichnen gebraucht die Schrift.das prägnante Bild: „Alles Fleisches Lebenskraft ist das Blut" insofern dieses das thierische Leben manifesiirt. nn ist aber schon ein Vermögen und eine Begabung des Menschen, die bei ihm das, was auf der niedrigern Stufenleiter der Schöpfung, beim Lhiere, der innewohnende Instinkt ist. Wie in der Lhierwelt außer der eigentlichen thierischen Lebenskraft noch gewisse Anlagen und Vermögen innewohnen, wodurch die Ameise fleißig, der Fuchs listig, der Löwe muthig, der Elephant klug ist, ebenso hat der Mensch eine Kraft und ein Vermögen, das ungefähr dem Instinkte der Lhiere entspricht, und dieses ist das Denken, der denkende Geist. Das Denken ist dem Menschen ebenso naturnothwendig, wie der Instinkt dem Lhiere, aber freilich nur im Allgemeinen, denn der denkende Geist bekommt erst durch die Freiheit seine Richtung,, er wird durch diese entweder ein Geist der Lüge oder der Wahrheit, der Reinheit oder der Unreinheit, aber dieser Geist (nn), gleichviel tn welcher Richtung beseelt Alkes, wie Kohelet sagt. Insofern aber nn eigentlich dem Instinkte der Lhiere parallel ist, so konnte der Skepticismus des Kohelet mit Recht die Ansicht aufstülen, daß niND nn keinen Vorzug vor dem ,1211.1 nn (Instinkt) habe und gleich sterblich wäre. Jedoch siegte in der Religion die Ansicht 1'L'N min, mH nn als

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