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Der Orient · 1849-03-17 · 11 (17.3.1849) · p. Spalte 173-174

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
11 (17.3.1849)
Date
1849-03-17
Page
Spalte 173-174 (sequence 7)
Language
German
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173 Studien. Literarische Miscellerr. 174 Indem so das ganze All von der göttlichen Kraft erfüllt nnd belebt wird, so ließe sich, sagt er, mit Recht das Kleinste der Geschöpfe, der Mensch, mit dem großen All vergleichen, weil beide aus einem Leibe und einer vernünftigen Seele bestehen , wie denn auch der Mensch die kleine Welt — Mikrokosmos — die Welt der große Mensch — genannt worden sei (wäre xml imXXdzrovE^ ßgayvv (ilv Kooftov rov dvd'QCOTtov ecpocoav, psyov Ss äv'd'QCö7tov xov xoC(xov elvcc). 43 (Fortsetzung folgt). Literarische Miseellen. Historische Nefiexionen. Von Ad. Jellinek. 9. Ein Vorwurf. Gegen Vorwürfe, die sich in der ^Geschichte wiederholen, dürfen wir uns nicht gleichgiltig vergalten. Der Vorwurf, daß die Juden, durch die aphoristische i Methode des Talmuds, an keine strenge, beim Kern der Sache bleibenden, allen Digressionen fernliegenden Debatte gewöhnt sind, ist nicht neu. Als die spanischen Rabbinen mit Hieronimus a santa fe disputieren, erzählt uns der Vers, ges,,Schebet Jehuda", kamen sie zuerst überein: pprr» ken konnte, da er die Thätigkeit als sein eigenstes Wesen ausspricht. Er hat es richtig erkannt, daß Gott nur Gott ist als thänger und schaffender Geist und wenn die Darsteller seines Systems durchaus die Öwd^Lg von Gott selbst entfernen wollen, so zeigen sie dadurch am Besten, wie wenig sie unfern Philosophen verstanden haben. Philo spricht sehr oft von der wohl th ue nden und herrschenden Kraft Gottes und da ihm das Wohkthun und Herrschen als das Vorüglichste des göttlichen Wirkens erscheint, so nennt er die &Q%rj und die dyad'oz^gdie obersten oder größten Kräfte [cd ocvcozazco, ml t(qcüzcu xai fisyiGzca dvva{i£iQ) worin auch andere sinnverwandte Namen Vorkommen). Hierüber sagt er in der Schrift de plantatione N. p.'161: Die (Gen. 21, ..3$) genannten Namen bedeuten die des göttlichen Wesen [zo ov) umgebenden Kräfte; Herr {%vqiog) ist die, durch welche er regiert, Gott (ftsog) die, durch welche ec wohtthut. Deshalb wird auch von dem heiligen Moses in der ganzen Schöpfungsgeschichte der Name Gottes angewendet. Denn es war paffend, daß der Schöpfer nach der Kraft benennt werde, durch welche er Alles schuf, ordnete und schmückte." Wenn nun, wie hier und an vielen andern Stellen (cf-, quia rer. div. haer. 375 de vita M. 111, 206z de eccl. off. 350; die Fortsetzung der schon angeführten Stelle de conf. ling. 277 11, m. a.) Gott nach seinen Kräften benannt, also bestimmt wird, so ist sicherlich schon deshalb, abgesehen von dem, was sich aus dem ganzen Systeme ergiebt, an eine Trennung der Kräfte von Gott nicht zu denken. . > 43) Quis rer div. her. p. 35. Plato yennt die Welt ein „beseeltes vernünftiges Thier" (coov aptyvlov bvvovv) Timaeus p. 30. D.Tnn’sra DHofen D'ltn'n mm DWy. 3m. Verlaufe der Debatte sagt der Pabst zu den Rabbinen: dhjO 1DD) iiin 1212 cm i^Nt£/'ü' d'ito’O DHii’i moV TU* DO^y. *— Als der getaufte Hieronismus selbst dieses Balanciren der Debatte für sich in Anspruch nahm, bemerkte der Pabst: nirn nBW DD>DD mOD HJ N*P 333 l^ton ismo wbr\: -wn3 nnN rnnn’v-nrp rbwDk — Auch Luther klagt von den Juden: „Die Jud>en schlippfern und sladdern gerne von einem auf's andere, wenn sie fühlen, daß sie getroffen werden." (Hecm. Jellinek, die Täuschungen der aufgeklärten Juden, S. 40.) 10. Ministerwechsel. Wir haben in unserer Zeit es oft gesehen, wie nach einem liberalen Ministerium, das auf die ultraradikalen Forderungen einer Partei nicht eingehen wollte, ein reaktionäres Ministeriums folgte. Treffend ist hierüber das Buch „Chasidim" Nr. 694: *yn Dtf 31Q ,1M:d Dr6 iTW 1^3 JH D’JH WOB» mSrn 'D nN mn Dyn dnd dtdi in« v'W ün!> D’sbinn. 11. Kremfier. Im österreichischen Reichstag bilden die Czechen den Kern der Rechten, die unter dem Deckmantel der Loyalität ihre nationalen Pläne verfolgen und sich als die besten Stützen der Regierung geriren. Sie sind auch nicht ganz für eine ungeschmälerte Gleichstellung der Juden in Oesterreich. Von ihnen heißt es: rE 333 DPPE) 3pW pD’> DrO’)! 12. Todesstrafe. Diejenigen, welche gegen die Abschaffung der Todesstrafe sind, argumentiren, daß die Blutrache gefördert und der Mord, ohne Furcht vor dem jus taliunis, sich nur häufen würde. Dieselbe Ansicht vertritt R. Simon ben Gamliel dem politisch thatigen Akiba gegenüber, der mit seinem Kollegen R. Tarfon äußerte: „Wenn wir im Synedrinn gesessen hätten, so wäre Niemand getödtet worden", indem er erwiedert: ODU? Mischna Makkot 1, 10. 13. Wien und Rom. Noch vor den Märztagen wollte die österreichische Regierung die schändlichen blauen Settel abschaffen - allein die Wiener Juden widersetzten sich dieser Maßregel, weil sie eine Konkurrenz auswärtiger Juden befürchteten. Ein Aehnliches geschah in Rom 1492, wie uns Salomo Verga im Schebet Jehuda erzählt. Als die armen spanischen Flüchtlinge auf dem Wege nach Rom waren, ergriffen die römischen Juden Maßregeln, tibw dn dj"id map' o DDiral 14. König und Minister» Vor dem März 1848 hieß es in der Juden frage, die Könige seien durch ihre Minister schlecht berathen. Viel schärfer sahen die Alten,

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