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Der Orient · 1849-03-17 · 11 (17.3.1849) · p. Spalte 171-172

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
11 (17.3.1849)
Date
1849-03-17
Page
Spalte 171-172 (sequence 6)
Language
German
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171 mit Wesenh-eit erfüllt (itollcc yuQ iczt nca dsapog evrog, . Ttavza rfjg ovGlag iKTCSTclfiQcoKcog). Qui rer. diy. liaer. 42.39 Der loyog ist so zugleich das Gersetz, nach welcher Alles in der Naim geschieht, die im Innern treibende Kraft, welche den Gang der Natur einer bestimmten Ordnung und 'Gesetzmäßigkeit leitet, weßhcilb ihn auch Philo oft geradezu vopog nennt. Von diesem Gesetze sagt er: ,,es ist die mächtigste Stütze des M; von der Mitte bis zu den Grenzen, von der äußersten Grenze bis zur Mitte sich erstreckend, wandelt es den unveränderten Gang der Natur, alle Theile zusammen führend und verbindend. Denn zum unauflöslichen Bande des All hat es der Schöpfer gemacht. (6stffi(5v yctQ ccvzov aQQrjKrov zov Ttavzog eysvv ysvviqGag £7totec TzarfjQ)» Deshalb wird auch keins der Elemente dem andern zerstörend mtgegenwirken, da das Gesetz sich dazwischenstellt. De plstnlalione n. p. 146. — Dadurch herrsche auch in der Welt die schönste Harmonie, der innigste Zusammenhang (Gv^a-dsia). Eins fügt sich an das andere, wie die Ringe einer Kette, Alles lebt für und durch einander, das Eine bedarf des Andern und schließt dienend dem Andern sich an und sv erscheint das Ganze als ein kunstvoll gebildeter Organismus, in dem einem jeden Gliede seine passende Stelle angewiesen ist, um seine Thätigkeit zum Wohle des Ganzen zu entfalten. In dieser Weise schildert Philo in der' Schrift de cliembim p. 224 sqq. die Harmonie des Weltalls und er zeigt uns an dieser Stelle, welchen tiefen Blick er in das innere Ledcn der Natur gethcm. — Diese Harmonie bezeichnet er als die Güte und Gnade Gottes (agpovia Ttdvzoav bgziv vj dyaftozzig uccl vlsiog dvva^ug zov &eov)> De vila M. 212. Darunter haben wir natürlich nichts Anderes zu verstehen, als die Kraft Gottes, die sich in der Leitung und Erhaltung des Universums als die ewig schaffende Liebe darstellt und dem vernünftigen Beobachter in dem Kleinsten wie in dem Größten in wunderbarer Weise sich offenbart. In Bezug auf dieses Wirken Gottes in der Welt sagt er wie oben im Allgemeinen von Aoyo?: ,,das All wird durch unsichtbare Kräfte zusammengehalten, welche der Weltbildner von dem äußersten Ende der Erde bis zu dm Grenzen des Himmels auödchute, dafür sorgend, daß das in schöner Weise Verbundene sich nicht auflcst. Denn diese Kräfte sind die unzertrennlichen Baude bcö All ydg cd SvvdfAEig zov xavzog aQQriKXOi).'1 * * * * * De migr. Abr. 332. Durch diese das ganze Weliull erfüllenden Kräfte ist Gott überall gegenwärtig; keinen Punkt der Welt hat er leer gelassen, überall erscheint er als der thätige und schaffende Geist. Dies druckt 39) Ebenso heißt eg de profug.. 133: 6 zov V0vto$ loyog äsGfiog cop zcav dndvxcov odg EiQY]zca %al, Gvve%u zcc fiEpy- Ttavzcc y.cd Gqnyysi ncci hcoXvei avxd d'LaXvsGdcu nai diaQTttGft’cu. 172 Philo so ans: rcuvxa%ov (yi* GvfißißyKSv slvai ,&sp]l ozi zag övvdfisig ctvzov öid yrjg Kai vöazog degog xs Kal ovQavov züvag, (xsQog ovösv SQfjKOV cItzqU- Xoms zov KoGfzpv? Ttdvza ös Gvvayteycav Sia Tcdvzcov aogazoig BGcpiy^e ds6{iolgy %va (ir/rtozy Xv&si'yi, bi %uQiv fislcGag aGco. Fassen wir dies in dem rechten Sinpe auf, so haben wir die vollkommene Immanenz des Göttlichen in der Welt, die wir schon nach dem Frühem beiPhilo haben annehmen müssen. Seinem an sich seienden Wesen nach ist er aber, wie wir schon oben gesehen, der Welt trensseenden t und in diesem Sinne sagt auch Philo au unserer Stelle: zo vneQavoo zdSv ftvvdpscov ov STUKosizai TtEQLTZBvsLV. De conf. ling. 277. *° Wenn aber von den Darstellern des Philonismus von einer Transseeudenz Gottes ü b e r h a up t und dabei doch von einem die Welt durchdringenden und erfüllenden Gotte — was sie natürlich der eigenen Worte Philo'8 wegen nicht wegdemonstriren können— gesprochen wird, so sagen wir darauf: ,,ist das Absolute das absolut durchdringe, so muß es auch einen Gegenstand haben, den cs durchdriuge. In seinem abstrakten Jnsichsein und Bei sich sein hat das absolute Ursnbjekt aber nichts durchdrungenes; es selbst hört also auch insoweit auf, das Durchdringende zu sein. Durchdringendes imd Durchdrungenes bleibell als Subjektivität und Objektivität einander äußerlich, wenn man sich nicht dazu entschließen kann, das Durchdringende soweit reichen zu lassen, als das Durchdrungene, und umgekehrt."" —- Wie Gott seine Thätigkeit in dem Universum überall manifestirt, so zeigt sie sich auch zu jeder Zeit; „nie hört Gott auf thätig zu sein, sondern wie es zu dem Wesen des Feuers gehört, zu brennen, des Schnees, Kälte hervorzubringen, so gehört es zu dem Wesen Gottes, thätig zu sein; und noch bei Weitem mehr, da er auch in allen andern Dingen das Prinzip der Thätigkeit ist." Leg. all eg. 61.4a 40) Derselbe Gedanke spricht sich auch in folgender Stelle aus: ov sv ygovo) zo cd'xiov, oväh GvvoZcog sv zotcco^ all7 VTCEQccvco nah zoitov Kal %q6vov. Ta yeyovoza itavzcc V7to’gsv'gccg havxtß, 7tsQis%S7.(u [Tsv vn ovdsvdg, ETCtßz- §7] ns äh TtaGiVy ’ETußsßrjKcdg äh nah s£oo zov ärjfuvvQy7]&svzog coV, ovähv rjxxov n sntlri q co % s x 6 v ho g fio v savxov ‘ dia ydg dvvd(iE<og u%ql Ttsgaxcov zsivag Enaczov nazu zovg ag^ovlag Xoyovg Gvvvcprjvsv post. 6. 7. Daß er mit dem aixiov, insofern es transscende nt ist, hier das ansichseiende Nahen Gottes meint, geht aus dem Folgenden hervor, was wir schon oben, als wir von der Unerkennbarkeit des ov sprachen, angeführt haben. 41) Michelet a. a. O. S. 92. 42) Wenn es schon aus unserer ganzen Darstellung hervorging, wie unmöglich es sei, bei Philo eine Trennung der schaffenden Kräfte Gottes von Gott selbst anzunehmen, s» zeigt es sich aus an dieser Stelle von Neuem, wie Philo sich nur einen selbstthätigen und schaffenden Gott den- Studien. Die Philonische Philosophie.

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