Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1849-03-17 · 11 (17.3.1849) · p. Spalte 169-170

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
11 (17.3.1849)
Date
1849-03-17
Page
Spalte 169-170 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/8555529-9893953-9893969--5831-3534881
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

170 Il69 Studien. Die Philonische Philosophie. [nur möchten wir nicht mit ihm das Wort in PamllelisjttitiS mit stellen, sondern mit dem häufig vorkommenden nv.1) UD\S / irpnrn nD^ wo das Verbum ^vervollständigen, beschließen" heißt. Man vergl. das syrische aq^, indem der Talmud die Bibel, sowie die Mischna erst durch seine Diskussion und Deeision zum Abschluß gebracht hat. Es kann indeß die Bedeutung des aramäischen „lehren"' Ln der Bedeutung „beschließen" mvolvirt sein, da Beschließen das Resultat der Lehre ist. — Dr. L. Lewysohn. Die Philonische Philosophie, in ihren Hauptmomeuten dargcstellt, von Dr. M. Wolff. (Fortsetzung) Daß er hier aber wirklich nichts Anderes meint, als die platonischen Ideen, erfahren wir aus seinem eigenen Munde in der Schrift de monarchia p. 293. Er läßt hier Gott zu Mose von den övvdp.eEg, ihrer sormbildendm Thätigkeit sprechen, und da heißt es dann: dvo[id£ov6i ös avzag ov% dnö gkotcov tiveg zcov nag’ v(ilv lösag, insiörj £xct6zov zcov ovtcov idionoiovai %. z. L Unter den „nvecli ist natürlich Plato verstanden, und wir können nicht zweifeln, daß wir es hier mit wirklichen, göttlichen Ideen zu thrm haben, welche in der Materie wirken und ihr Form nnd Leben geben. — Durch das Wirken dieser Ideen tritt die sinnliche Welt ins Dasein, welche, wie wir schon oben gesehen, daS 'Abbild der Jnteltektual-Welt ist, die in dem göttlichen Xoyog lebte; «nb wie die göttliche Vernunft jene Welt geschaffen, so ist sie auch Schöpferin von dieser (^»^o§ öe ioziv elkcov -Oeof, 6r" ov 6v(i~ nag 6 KOGfjLog iÖTjpLovgyeizo). de monarchia II, 302. Daß die Welt entstanden sei, hat Moses richtig erkannt, „denn alles Sinnliche entsteht, verändert sich und bleibt niemals in demselben Zustande; dem- Unsichtbaren und Geistigen allein kommt die Ewigkeit zu. Da nun diese Welt sichtbar und sinnlich ist, so muß sie nothwendig entstanden sein." de m. opif. 6. , 35) So heißt es auch ibicl. p. 12: o plv dcojpazog KOßfiog rjdrj Tcsgag el%ev iÖQ'vd'sig sv reo ^eifp Xoyco, o de cäöd'TjTog ngog, nagadscypLa zovzov szeXeufvgyelzo. — Da auch nach den Lehren der Kabbala die sinnliche Welt ein Abbild ist der im wnp ruhende Idealwelt — was wir oben geseben — so heißt es im Sohar Wajeza 156 b: k-pjjt rte i? t)"h) , nw •on Kjma n no ho rwtyN*m rhm whn nho mhy wna.' Es kann aber von ihr nicht gesagt werden, daß sie in der Zeit entstanden sei, denn „die Zeit war nicht vor der Welt, sondern sie ist entweder mit ihr oder nach ihr geworden. Denn sie ist das Maaß der Bewegung des Himmels, die Bewegung aber kann nicht früher sein als das Bewegte, sondern sie muß später oder mit ihr entstanden fein] daher auch nvthwendig die Zeit mit der Welt gleichen Alters oder jünger ist als sie. Sie aber für älter erklären zu wollen, wäre ganz unphilosophisch ....Deßhalb muß auch das „im Anfänge schuf u. s. w." genommen werden in dem Sinne von zuerst."33 Philo faßt so die Zeit als etwas Subjektives, als eine bloße Form der Sinnlichkeit, die Dinge in ihrem Nach-einnnder aufzusassen und deßhalb kann für ihn keine Zeit gewesen sein, als die Welt, in der wir eben dieses Rach-ein ander wahrnehmen, noch nicht war. Uns erscheint dies natürlich anders; „denn jedes Entstehen der Zeit setzt die Zeit immer schon voraus, weil etwas nur in der Zkit entstehen kann; und sie muß mithin als eine unendliche Dauer vorgestellt werden." 37 Wie die Welt so nach Philo nicht in der Zeit entstanden gedacht werden kann, so Hai auch Gott nicht einer bestimmten Zeit bedurft, das Einzelne ins Dasein treten zu lassen, da es ihm geziemt. Alles zu gleicher Zeit zu schaffen — d^ta ydg navza dgav shtog S'sov — und die Sechszahl der Tage, von denen die Schrift spricht, bezieht sich blos aus das Ordnungsmäßige in dem Alles entstand, da diese Zahl die vollkommenste ist .... Diese Ordnung, welche die Aufeinanderfolge und das Band vorhergehender und nachfolgender Gegenstände ist, war riothwendig, da in der Unordnung nichts Schönes ist (vaXdv ydg ovöev sv azei^ia)*.38 Diese Reihenfolge selbst hier genauer auzugeben, würde zu weit führen und wir verweisen den geehrten Leser ans die ersten Kapitel der Schrift de mim di opiilcio. — Die Welt, wie sie durch die göttliche Vernunft ins Dasein tritt, wird auch erfüllt und durchdrungen von ihr und erhält dadurch Sein und Festigkeit. „Alles Sinnliche", sagt Philo, „ist seiner eigenen Natur nach locker; was es aber doch Zusammenhalt, ist der göttliche Xoyog. Denn dieser ist die bindende Kraft, die Alles 36) De mundi opif. 10. Ebenso heißt es leg. alleg, 60; svTjdeg ndvv ro oho&ca £'§ rffiegou.g rj %ctöolov %oGfiov ysyövevcu Stört Gvpzcccg o %govog ypegeov xcä vvkzcqv eazt dtdcTfjp.o' %aX zavza yXlov?UvTjGtg vneg yfjv nah vtto yrjv tövzog dvdyxrjg dicozelsl. P/Jlltog de psgog ovgavov yeyovsv 7 edeze %gövov dvofioXoyetGd'ac veadzegov aoopov. Aiyotz dv ovv dgO’cdg, oze ovh hv %g6vcp yeyoys v.oGpog, alld did v.oepov GVPEGzrj'ae xgövog* 37) SOlidjelet, die Epiphanie bn ewigen Persönlichkeit des Geistes 1, S. 60. 38) De »mndi opif. 6 und 10.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.