Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 11 (17.3.1849)
- Date
- 1849-03-17
- Page
- Spalte 165-166 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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167 Studien. Antoninus von Dr. Jost. 166 ganz einfachen Decisionen die durch den Ausdruck eingeleilet sind, oder in einfachen Erläuterungen irgend eiuer talmudischen Maxime oder Stelle, mit dem Worte ^pr> einge leitet, und wo keine dieser Emleitungsformeln steht, so ist aus dem Inhalte diese leicht $tt ersehen. So z. B. sind in Lheil 111. Kap. 1, 1. 5. 8. 12. 12. 14. 17. 23. 26. 27. 27 u. 29. 3l—36. 38-41. 47. 49—51. 54. diejenigen Nummern, welche wirkliche Antworten sind und durch Ertaste eingeleitet werden, während 2. Z. 4. 7. 10.'20. 30. 42. 46. 55. 57. 59 einfache Decisionen bieten und durch "ngeleitet erscheinen. Selten freilich steht die Einleitungsformel &7nE), nämlich nur Hl. 1, 9. 2, 17, aber sie ist bei sehr vielen Nummern offenbar zu ergänzen. Eigenthümlich erscheint zuweilen d-rs Gutachten eingeleitet durch ni NrDITI (d. h. nr n:n&7n) il V. 3, 34, wie man sich in der LhaL alle Bescheide zu denken hat. Ueberdies zeichnen sich die hier mitgetheilten Gutachten (nDltf/n), Decisionen (Nrobn) und rraditive Auslegungen dadurch aus, daß darüber oder am Eingänge die Persönlichkeiten genannt sind, von denen diese herrühren, wie auch der Herausgeber vorn eine — freilich sehr unvollständige — Lifte derselben gegeben, und ^ewiß lassen sich bei manchen, wo dergleichen Notizen nicht stehen, durch Aufsuchung der Citate in, den Schriften der Decisoren die eigenllichen Urheber noch ermitteln. Ich erlaube mir hier die Lehrer zusammenzustellen, deren Gutachten hier Vorkommen, und zwar will ich sie in folgender Weise rubriciren, damit mau leichter die Lhätigkeit derselben überschauen kann. ^Fortsetzung folgt.) II. Antoninus. Mitten unter den Stürmen der Zeit suche ich bisweilen eine kleine Erhellung bei den Alten, und ich finde trotz der unendlich vielen Erzeugnisse der Neuzeit die Reize derselben nicht vermindert. Die römischen Geschichtschreiber und Gesetzsammlungen fesselten meine Aufmerksamkeit im Laufe dieses! Winters, und insbesondere beachtete ich die An ton ine, welche mich einmal zu einem kleinen Muthwillen gegen R apaport verleiteten und mir eine furchtbare Zurechtweisung i von seiner Seite zuzogen. Seit jener Niederlage, die ich :öoc den Augen aller Kerem-Chemed-Leier erlitten habe, und die hiermit allen Nichtlesern der hebräischen Schriften bekannt , wird, habe ich mich wieder ein wenig gesammelt, und da erkenne ich denn, daß ich eigentlich zu früh das Feld geräumt habe, was nur dadurch gerechtfertigt erscheint, daß mein Gegner mit Waffen auf mich losstürzte, die mir fremd sind, und an die ich mich nicht gewöhnen kann. Unterdeß haben wir uns auch in so weit verständigt, daß N. hoffentlich nicht mehr glaubt, ich hätte durch Aufdeckung einiger irrigen Behauptungen und durch meine scherzhafte Neckerei ihn verletzen wollen, und daß ich glaube, durch seine wehr als derbe Erwiderung in der Meinung der Welt nicht verloren zu haben. I Der Gegenstand aber, welcher dies hebräische Duell erzeugt | hat, verdient immerhin eine etwas ernstere Erwägung, wenn gleich ich alle historischen Nachrichten im Talmud, als sehr spät und» von Unkundigen ausgezeichnet und zu besondere Zwecken benutzt, für nicht sehr erheblich halte, wenn sie nicht durch anderweitige Zeugnisse oder durch schlagende Ueberestl-' stimmung mit geschichtlichen Thatsachen sich bewähren. Es fragt sich nämlich, wer der im Talmud oft erwähnte Antoninus sei, von welchem auch ein Sohn DITIDN, und von diesem wieder ein Sohn Antoninus der jüngere vorkomrnt. R. beruft sich K. Eh. IV. 216 darauf, das Caracalla und Elagabal sich zwar -selbst Antoninus nannten, aber rv eder vom Volke noch von den Geschichtschreibern alro genannt werden, und hält daß für eine entschiedene Widerlegung der Ansicht, die wir zu erkennen gaben, -aß einer von diesen der besagte Antoninus sein könne, der mit R. Jehuda in freundlicher Beziehung gestanden habe, wie denn auch der Geist dieser Wütheriche schon von selbst eine solche Annahme nicht auskommen lasse. Diese letztere Bemerkung entging auch mir nicht, als ich die Geschichte schrieb, sie liegt ja auf der Hand. Ich meinte nur, die spättrn Talmudisten hätten wenig von dem Charakter dieser Kaiser gewußt, und nur von anderen Nebenumständen, die sich im Andenken erhalten hatten , geleitet, einen der beiden mit R. I. in Wecbindnng gebracht. Die Beweise, welche ich vorbrachte, um darzuthun. daß die beiden genannten Kaiser allerdings den Namen Antonin auch im Munde des Volkes und der Schriftsteller, ja auch in Inschriften führten, läßt er nicht gelten. K. CH. VI1. 190 giebt er Gegenbeweise aus Dio Cassius, Lampridius u. A., und selbst die Inschriften werden abgefenigl. Ich gestehe, daß seine Erklärungen einen Schein von Wahrheit haben, aber in der Thar ist es nur ein Schein^ denn wie sehr auch die Schriftsteller gegen die Benennung Antoninus für die beiden Kaiser wüthen, so haben sich doch diese Namen bis in sehr späte Zeit erhalten, und zwar in den öffentlichen Dokumenten, nämlich in den Gesetzen, die von ihnen ausgingen und in den Con sultafeln, welche bis in die Zeiten des Iustinian herab laufen, und ganz gewiß überall necbreitet waren, weil man nach ihnen jede geschichtliche Thalsache und meist auch wohl viele bürgerliche Verhandlungen bestimmte. Die Gesetze im Codex tragen die Namen ihrer Urheber, und diese werden gewöhnlich mit angezogen. Eine große Zahl derselben gehören dem M. Antoninus, dem Severus, dem Severus und Antoninus, so daß über die Verbreitung dieser Namen, noch um drei Jahrhunderte später gar kein Zweifel obwalten kann. In diesen Bezeichnungen ist aber auch keine Unterscheidung der verschiedenen Antynine anzutreffen, — wenn gleich R. meint, daß jeder bloße Name Antoninus nur M. Aurel oder Pius bedeute, —- denn -ie Unterscheidung liegt in der Angabe der Corisuln, unter denen ein Gesetz gegeben worden. In den Institutionen werden sogar die Namen ganz einfach Yinge-, stellt, indem man voraussetzt, daß jeder z. B. den Antoninus 11*