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Der Orient · 1849-03-10 · Heft 10 (10.3.1849) · p. Seite 50

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 10 (10.3.1849)
Date
1849-03-10
Page
Seite 50 (sequence 3)
Language
German
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— 50, sich die praktisch en/Fähigkeitm anzueignen, deren sie als Lehrer in'kleinermMememdm voHMch bedürfen/' Der - dortige ÄemeindevorstaüV'''ist libeM' gmü^, auch Äüs- Berlin, 25/Febr. Für die 1. Kammer sind auch Hweß Juden gKahlt, wordeüic Vuß/Beruhigung ywir hinzu, daß sid konservativ Ländern die Benutzung dieses Instituts zu gestatten, wenn sie genügende Mubsisteuzmittel , besitzen und jährlich den Bntrag^vou 12 Thü. zahlet. ' RHstenVmdhx hierüber/ .Briinn, 30. Febr. Die Judenftage beschäftigt einen großen Theil der österreichischen Journalistik. Natürlich'suchen die SchandbKlter die Juden zu''verläum- 'den und zuverdächtigen. Um so mehr freuet es unS, daß ein freisinniges Journal unserer Stadt, wo dieJuden nicht wohnen dürfen, sich der Emaneipation sehr warm annimmt. Der „Wiener Postillon" brachte vor Kurzem einen trefflichen Artikel f ür die Juden von Hrn. Moritz I el 1 i n ek, der den Gegenstand mit Rücksicht auf die in deutschen Kammern darüber gepflogenen Verhandlungen beleuchtet. Minder freisinnig und sehr zurückhaltend ist die Olmützer Presse. Die Tyroler Presse ist und bleibt jesuitisch. Wien, im Febr. Im „Humoristen" liest man folgendes Gedicht: D i e I n d e n. Und hätten sie Alles verbrochen, Und wären zu Haffen darum, So haben wir doch zu verdanken Den Juden das — Christ enthu m! — Im „Morgenblatt" schreibt man aus Paris über die Schauspielerin Rachel: „Rachel ist die personistcirte, die menschgewordene Marseillaise, der fleischgewordene Begriff des Freiheitskampfes: „das Wort ward Fleisch" l Es ist auch darin ein Gott, daß diese menschgewordene Marseillaise eine Jüdin, die Tochter der Unterdrückten ist! Aus Desterreich, 23. Febr. Die Schandpresse hat bei uns das PriviLegimn eine bestimmte Trias anzugreifen und zu schmätzeü, diese ist: Deutschland , der österreichische Reichstag und die Juden! Ich fragte mich, was denn diese drei mit einander gemein haben, daß sie als Zielscheibe den rohesten Angriffen dienen müssen? Anfangs'dachte ich an die Uneinigkeit, welche in Deutschland, Kremsier und unter den Juden herrscht. Seitdem ich aber erfuhr/ daß die deutschen Grundrechte in Oester-, reich verboten sind, konnte ich mir das Räthsel erklären. Die Emaneipation der Juden ist das sicherste Zeichen, daß das freie Prinzip zum Durchbruch gekommen. ist, sie ist ein einzelner Lichtstrcifm der großeil Cmtralsonne der Freiheit. Der Kampf gegen die Juden ist daher der Kampf gegen die Freiheit, gegen das moderne Bewußtsein, "gegen die Macht der Idee.. So stehen in unserer Schandpresse'Dcuschland, der Reichstag und die Juden auf einer Linie. Es wird sich auch bei' der Abstimmung in Kremsier zeigen, daß die Feinde der; Juden zugleich die Feinde Deutschlands, die Feinde der Freiheit sind. Nous yerröas! M-—z. sind. -— Sr. Carl Weil ist Redakteur der unter der - Aegide des "ehemaligen Ministers^ Hairsemann erscheinenden^,kbnflitütiönellen Zritttng^.r.' Mie-eBuchhändle^Ke it und Jonas sind die Verleger; also lauter konservative, Elemente. Also auch wir sind in dem konservytiyen Arkadien geboren. — Die Civ ilehe soll vorläufig 'sistirt-werden, bis die Geistlichen für den hierdurch veranlaßten Ausfall entschädigt werden. Die Juden -wünschen den König von Preußen an der Spitze Deutschlands, da selbst die oktroyirte Verfassung die volle Emancipation ausspricht. — Das „Magazin. f. d^ L.d. A." bringt mehre- Artikel von S. Cassel über die Poesie der Troubadoirrs, worin auch auf Die gleichzeitige jüdische Rücksicht genommen wird. Aus dem Lippe'scheu, Febr. Trotz der Publikation der deutschen Grundrechte verlangt die Regierung von dm Juden nach wie vor Schutzgeld. Da aber die Juden sich auf die Grundrechte berufen, so erheuchelt die Regierung eine Gewerbesteuer. Natürlich werden die Juden dieser souveränen Willkür Widerstand leisten. Auch unser Stäatchen bildet 'einen Fetzen der deutschen Souveränität! - .Karlsruhe, 21. Febr. Das Regierung verkündigt das Gesetz über die Aufhebung der Beschränkung staatsbürgerlicher Rechte aus Rücksichten^ der Konfej.fi o n. Der Eid lautet: so wahr mir Gott helfe! Dresden/'26. Febr. Auch die 1. Kammer hat die deutschen Grundrechte ohne Klauseln angenommen. Es fehlt nur : rroch die Bestätigung der Regierung.- — Dr. H i r sch e l ist zum Stadtverordneten gewählt worden. Der erste jüdische Stadtverordnete, in Sachsen. Dresden hat sich liberaler als Leipzig, die,Weltstadt, gezeigt. — Das u e u e Ministerium hat in den Kammern erklärt, daß die deutschen Grundrechte in Sachsen publicirt werden. Dresden/ im Febr. Der Abgeordnete Hahnel (Kandidat des. deutschen Vereins) hat bei Gelegenheit der Berathung über die Einführung, der Grundrechte, die die Regierung besonders in .Bezug auf die Judmgleichstellung. nicht vollständig einzuführen erklärte , die Kammermajorität (aus- Radikalen bestehend), aber unbedingt und vollständig angenommen haben will, der Abgeordnete Hahnel also — sein Name verdient zweimal gedruckt zu werden — äußerte bei dieser Gelegenheit „seinen Dank" gegen die Regierung „aus den -materiellen Rücksichten, daß sie uns bewahren will vor einer vollen Emaneipation der Juden , nicht blos der inländischen, sondern auch der ausländischen". Wir bedauern das; Ministerium, daß es sich /von solcher Seite her Dank erwirbt l Der gleichgesinnte Abg. K ell erm a nn gesicht „offen/ er würde sich in Verlegenheit befinden,

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