Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 9 (3.3.1849)
- Date
- 1849-03-03
- Page
- Spalte 133-134 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Studien. Die Philonische Philosophie. 133 ntd ’In 'x6n„ mmon *idn nt1?! )pni) Wir glauben diese Stelle auch sonst noch gefunden zu haben. Auch Abraham G av i so n in seinem führt zuweilen Verse aris Pajtanim an. Die Zahl dieser Citäte wäre noch sehr zu vermehren, wenn hier der Orr dazu wäre. Es muß dieses für eine andere Gelegenheit verspart werden. Bei den altern französischen Schriftstellern z. B. Ra schi die Verfasser der Losafot (Zusätze) und Elasar ben Natan u. a. m. sind tfvrjn HD die Einführungswocte solcher Stellen bei diesen Schriftstellern. (Fortsetzung folgt.) -Die Philonische Philosophie, i u ich r c n H au p t m o m enLe n d ax gestellt, von Dv. M. Wolff. H (Fortsetzung.) Der Logos ist mm näher die göttliche Vernunft, in der die Ideen, als Urbilder (nccgadetyiiciTa) alles Seienden, leben; daher zonog iöstov oder idea tg)> idemy genannt. Nach diesen Ideen wird die ganze fumlichc Welt geschaffen. ,,Indem Gott, als Gott" sagt Philo,27 ,,voraussah, daß ohne ein schönes Vorbild ein schönes Abbild nicht werden und von den sinnlichen Dingen Nichts vollkommen sein könne, ohne nach einer urbildlichen, geistigen Idee geschaffen zu sein , so bildete er, als er diese sichibare Welt ins Dasein treten lassen wollte, zuerst die geistige, um nach diesem geistigen, Gott ähnlichsten Vorbilde die simltiche Welt,,als cm jüngeres Abbild der altern, zu gestatten, welche so viel sinnliche Gattungen enthalte, als in jener geistige sind." Diese Welt von Ideen, dieses Jntellektnal-Neich befindet sich aber nicht an irgend einem Orte; „das zu sagen oder zu denken ist nicht gestattet," ist unmöglich (zuv öe i% zwv ideoHv GvveGzcovra koij^ov iv roTttp zir.I keyenv rj vTtevoelv ov dsfuzov)* Um dies genauer zu erklären bedient sich Philo eines Bildes: er vergleicht das göttliche Schassen mit dem eines Baumeisters. Wie dieser, wenn er eine Stadt gründen will, zuerst in seinem Geiste Alles überlegt , was zur Stadt gehört und den Plan der ganzen Stadt entwerfend, diese in seinem Geiste vollendet, bevor er zur Ausführung seines Werkes schreitet: „so'hat auch Gott, aiö er die große Stadt — die Welt — zu gründen gedachte, zuerst die Typen 27) De m. opif. 7 ff. derselben entworfen, aus ihnen die intelligente Welt zusammengesetzt und dann erst die wirkliche Welt nach ihrem Verbilde geschaffen. ' Wie nun die im Geiste des Baumeisters gebildete Stadt außerhalb keinen Ort hat, sondern in dem Geiste des Künstlers ausgeprägt ist, so hat auch die aus Ideen bestehende Welt, keinen andern Ort als den göttlichem Logos, der dies gebildet (zov UVTOV ZQOTVOV OtJtfs 6 SK TCÖV ids(X)V KO0- [Aog akkov av £%ot zotcov tqv fteeiov koyov, zov ravza diaKOG(irjGavza)*28 „Wenn man , sagt er weiter unten, sich keiner bildlichen Ausdrucksweise bedienen will, so muß mau sagen, daß die intelligente Welt nichts Anderes sei, als die Vernunft Gottes, sofern er bereits schafft (ovdev av ezsqov sltcoi zov vovjzdv elvai kog- (iov 7} 'd'sov \6yov Tjöfj Ttoö^OTtoLovvzog); denn die intelligente Stadt ist nichts Anderes, als die Vernunft des Baumeisters, der die wirkliche Stadt nach der in seinem Geiste entworfenen zu bauen gedenkt." So weit sehen wir in dem koyog die göttliche Vernunft , die das All denkt und die Ideen alles erfchei- -sch einen den Seins erschafft und in sich faßt. Gott aber ist nicht blos ein denkender, sondern auch thätiger, wirklich schaffender Geist: der Xdyog mit); sich daher äußern, hervortreten. Und so faßt ihn auch Philo als die das Universum sch affende, durchdringende und belebende Vernunft Gottes, deren Wirken sowohl auf dem Gebiete der Natur, wie auf dem des Geistes überall sich knudgiebt. Zweifach ist der Logos, sagt er,29 fütDofyf in Bezug auf das All, als auch auf den Menschen; in Betreff des All umfaßt der Eine die unsiunlichm und vorbildlichen Muster, aus denen die geistige Welt.zusammengefügt ist, der andere die sichtbaren Dinge, welche Nachahmungen und Abbilder jener Vorbilder sind. Beim Menschen ist der Eine die im Innern ruhende Gedankenwelt (ivötd&evog), der andere der hcworbriugende (thätigc, durch die Sprache sich äußernde n^ofpo^rKog) j der Eine ist die Quelle, der andere der Ausfluß derselben; jener hat zu feinem Boderi den Geist, dieser in Betreff des Hervorbringens die Zunge, dm Mund und die übrigen Sprachwerkzeuge." Dieses Verhältniß deA Aoyos ivdidfiezog und des Aoyog utQOcpoQizdg30 drückt Philo auch aus durch 28) Die Kabbala.hat denselben Gedanken, obwohl.er in anderer Form sich aussprichr. Im Sohac Pinchas 23 a heißt es : , N^Hp rrobo .NT'..TJplHD rpb NTD TKD ntti rfa'p bdn.Dn T:n bs nnDin ’htnt ND.b-J?3 NT3T PVT.D bDU 29) de 111, 211. 30) Diese Ausdrücke werden von Philo beim göttlichen koyog zwar nicht gebraucht, sie bezeichnen aber genau das was er unter dem Gott noch ganz Zmmanmtsein und dem Transeunt-Werden -des koyog versteht; deßhal.b .können Wir sie der Kürze wegen anwenden. 9