Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 8 (24.2.1849)
- Date
- 1849-02-24
- Page
- Spalte 123-124 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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123 Studien. Litkrarische Misccllen. 121 8 * ✓ Stellen: 33 ci $)■entsprechend dem arabischen JuäJLS, welches: pluyia coatinua heißt, woraus die weitere Ableitung leicht erklärlich ist; aber selbst da, wo es Thal bedeutet, ist dieses immer ein solches, welches von einem Bache durchschossen wird, welche Art von Thcitem in Palästina, worauf unser Gesetz Bezug hat (Deut. 21,1) häufig ist, vergl. Win er (R. W. u. Thal er); ein solches Thal aber kann wohl schwerlich unurbar sein; endlich findet sich bei keinem Volke eine Analogie für ein Opfer, das mau in einem Thale schlachtete, während sich Häufige Beispiele für diejenigen Opfer finden, welche man an den Flüssen den Ftußgottern zu Ehren opferte, so wurden Kühe in den Fluß der Isis versenkt und der Sonnenheld Herkules stürzte die Rinder ül die Quelle der Persephone hinab (vergl. C r eu z e r's Symb. IV, S. 310), welches diejenigen beachten sollten, die so gerne die ganze Opfertheorie dcö mosaischen Kultus als ein Analogon des heidnischen Kultus ansehcn. -— Wir schließen uns daher der Auffassung an, welche Rosenmülter (in den Scholien zu d, St.), Ged des (bei Water Com. zu d. St.) und I. D. Michaelis (in der dissert.; De poena liumicidia h. XXIII.) gemacht haben, jrw nämlich heißt: perennis nach dem arab. wovor! ein mus perenniler fluens heißt und der Nachsatz hat den Sinn: an welcher Stelle durch die Unversiegbarkeit des Baches nie gcsäet werden kann, wodurch die Konstruktion mit 3 erklärlich ist. — Dr. I. Lewps oh n. Literarische Miseellen. Historische Nefiexioneir. Bon Ad. Jellinek. Das jüdische Schriftthum, selbst da wo es von der starren Kruste alter, abgelebter Prinzipien eingeschossen sich zeigt, ist so reich au scharfen, auf alle Zeiten sich erstreckenden Lebensanschauungen, daß selbst eilte so rege, in den Grundsätzen der Vergangenheit tief erschütterte Zeit, wie die unsere, sich in denselben spiegeln kann. Darum wollen wir mehre solcher historischer Reflexionen hier folgen lassen. I. Der Radikale. Viele Juden wehklagen und jammern, wenn sie Männer ihrer Religion als radikale Schriftsteller oder Redner auftreten sehen. Die Wage des augenblicklichen Interesses in der Hand haltend, wägen sie die möglichen Nachtheile ab, welche den Juden aus der Vertretung radikaler Ansichten hervorgehm können. Natürlich kennen sie nicht die Macht des politischen Genius, -er da drängt und treibt zur Kraftäußerung. Anders urrheilt Maimüni, der doch von der Demokratie unserer Zeit nichts wußte. Im 37. Abschnitt des II, Th eil s seines „More" schildert, er diesen drängenden und treibenden Genius (yrjt#) mit folgendenWortcn:, Pn.i -»y'Ka “riN dtn jnern ~wn nio^si jnai iyoP oby Din nrn ewn Nip^ ymn p rpu; p’P 1 b1D NI Np IN UDD!p^!p' 1'III nPi Dp}' inPNn Ninn jfscyri * 1 llLpp )y’.in iP’öni d’jd DUJ3 nnP nPi ajpcyp nibl~J mj/")P. Sn diesem Sinne handelt ein Jacoby in Berlin, ein FischHof in Kremsier, ein Hart mann in Frankfurt a. M. und alle radikale Schriftsteller wie Verthold A xl e r b a ch u. s. w. 2. Journalistik. Ueber die große Anzahl-jüdischer Journalisten wird nicht wenig geklagt. „Wieder ein-Jude" tönt es auch von jüdischer Seite. Dafür habeich einen höchst orthodoxen Gewährsmann als Entschuldigung. Das Buch „Chasidim" in Rr. 530 sagt: rj'npn )b rbiw '£ Ä o ib nbw ’D nn mnnb i> 1 m v mnp iwi “m rwin ‘pnwyo iüis’ sTim airo!? nPn ib r6.i Np. Man kann also auch durch das Buch „Chasidim" ein demokratischer Journalist werden. 3. Keine Diplomatie! Talltyrand's Ausspruch, daß die Sprache da sei, um die Gedanken zu verheimlichen, gilt besonders von der diplomatischen Rhetorik, die überzeugen will von dem, was der Wahrheit entgegen ist. Wer nun gegen diese lügnerische Diplomatie kämpft, handelt im Sinne Bachja's, der in seinem „Chobot Ha-Lebabot" (Jichnd ha- Maase, Aöschn. 5) sagt: p nmn mi' flD N H ]D Ü])Dn -pim p nunn nnn p apnn -wao Kein Motto der Diplomaten. Kurze Ueberfichten. 4) QOVQ? Tugend- und Reehtslehre, bearbeitet nach den Principien des Talmuds, und nach der Form der Philosophie. Von Hirsch B. Fassel, Rabbiner zu Proßuitz. Wim, 1848, 8. (Beurtheilt von Dr. M. Duschak.) (Fortsetzung.) Auch bleibt uns der Vers, für seine Behauptung den Beweis schuldig-- zwar sagt der Vers, der Mensch kann sein eigener Gesetzgeber nicht sein, weil er in den Schranken der Sinnlichkeit befangen ist, aber wir betrachten den Menschen in der Rechtslehre nicht wie er ist, sondern .wie er sein soll. Ferner sagt die erste Anm., man könnte freilich sagen, auch die Negation genügt nicht; denn nach dieser dürfte ich einen entschiedenen Räuber z. B. nicht durch Beraubung seiner Freiheit unschädlich machen, weil ich nicht will, daß man mir meine Freiheit entziehe rc. Dieses Bedenken ist am besten durch den Satz gehoben: qui jure suo utitue, nennni facit injuriani.