Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 8 (24.2.1849)
- Date
- 1849-02-24
- Page
- Spalte 119-120 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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119 Literarische Airalekten i. Die drei Wörter vrni' i<v iri' Hosecr 11, 7. Diese drei Wörter sind, so wenig als das ganze eilfte Kapitel im Hofta, unsers Dafürhaltens, richtig aufgefaßt worden. Daher die.Konjekturen bei aller Verschiedenheit der Uebersetzungen dieser drei Wörter. — Das Wort "irp bedeutet jufammen* — Gesenius giebt and) mit „Bereinigung" — und hat keine andere Bedeutung als: er h e b t sie n icht oder er wird sie n ich t erheben; und so geben wir auch diese Wörter in folgender Uebersetzung des ganzen eilften Kapitels. M. s. unsere Anm. zu V. 7. — Der Prophet hatte mit jenen drei Wörtern nicht die Absicht, das Volk zu ermahnen, Gott zu erheben. Das ganze eilfte Kapitel hat eine politische Tendenz. Hosea hielt diesen Vortrag, um den Israelitelk zu zeigen, wie unpolitisch sie handeln, daß sie sich zu fremden Mächten hmwenden, daß diese sie zu einer selbstständigen Nation wieder erheben sollen; daß sie diesen Mächten Tribut zollen und Geschenke geben, statt von der Hoffnung beseelt zu sein, daß sie Gott, der Allmächtige, wieder in ihr Land einsetzen werde, — wie dies Kapitel auch schließt: „Ich werde sie m ihre Hcluser einsetzen, ist der Spruch des Allmächtigen." Aehnliches finden wir Ps. 37, 34: „‘■jßsnM ' ' nifP hx mp, flttrb". Vergl. 5po[ea 12, 7—8 ff. Vergl. auch Jer. 32, 36-37 ff. - Nachdem tiCe, Israeliten sich den König von Assyrien — als Alliirten — ausgebürdet haben, „riefen" sie obendrein den König von Egypten um Hilfe an. So klagt Hosea 12, 2: „Eine Allianz schließen sie mit Aschur Dy nnn und Oel wird nach Egypten geführt Idiü. 10, 6: nnJQ". So klagt er auch im ersten und zweiten Vers unsers Kapitels: Gott sagt nämlich: „Ich rief die Israeliten von den Egyptern hinweg; jetzt rufen sie diese Götzendiener zu sich her: der Sinn dieser,zwei Verse ist deutlich genug: iN-jp nny | D'ntt'ip DnSDE Drh. Und so öfters. Z. B. Hosea 7, 11: „i^-)p DnSD D^H WN". — So ibid. 11, 7: „*n*0'pl". — Bekanntlich wurde der König von Egypten von den Propheten für ohnmächtig zum Helfen gehalten. So schon Jesaja 30, 1—7:- „^j/,r6 xh) nyh ferner: „onao my*5 pnr^Dn", und so gab er ihm ironisch den Namen D n 5m", cm muthiger Kämpfer wenn jene still sitzen; d. h. er hat Muth so lange die Gegner unthätig zu Hause bleiben. — , Von dem König von Aschur wird hingegen überall als von einem großen König gesprochen. Ausführlich hierüberbei Gesenius. HW. edit. 1. unter und unter — Daher heißt es nun Hosca 31, 7: „Zu emem der hochgestellt ist" pj) — nämlich neben dem König von Aschur 120 — „rufen sie ihn" —- nämlich den ohnmächtigem Egypter — „Zusammen!" “pp —-3). h. mithin haben -ffe, an beiden, eine doppelte Bürde. — „Nein, der"—nainlich der König von Egypten — ,-wird sie n i ch t erheben" — Nun folge hier die Uebersetzung des'ganzen Kapitels: ' 5^>osea Kapitel 11. ' V. 1. Als Israel jung war, da liebte ich es, und aus Egypten rief ich meinen Sohn.^ V. 2. Jetzt rufen sie — die Israeliten— diese — Egypter — vom denen sie mit Recht weggegangen; die den Baalsgötzen opfern, den Bildern räuchern!" W. 3. Siehe, ich bestellte Efrajim einen Führer — Mose — er nahm sie auf feine Arme; sie aber erkannten nie, daß ich sie geheilt habe.^ V. 4. Ich leitete sie an Seilen, an denen Menschen geleitet werden: an Liebesbanden. Siehe, ich war ihnen, wie die, welche das Joch abheben: über den Kinnbacken — über j dem Kopf — ganz weg, und reichte ihnen Nahrung., > V. 5. Nein,, er — mein Sohn, den ich. von dort ries — soll nicht nach Egypten zurückkehren — um Hilfe zu verlangen — und zudem ist Aschur ja sein König; denn sie weigerten sich ja — zu mir — umznkehren.^ V. 6. Siehe, das Schwert kreiset in seinen Stadien, zernichtet seine Dörfer; ja es frißt alles aus — das ist die Folge ihrer eigenen Rctthschläger. 6 t) Vcrgl. Ex. 4, 22: „ Mein erstgeborner Sohn ist Israel". 2) Ich rief die Israeliten von den Egyptern hinweg; nun rufen die Israeliten die Egypter nach Palästina her, d. h. als Hilfstruppen. — Jbn Esra will auch die Worte jjnp Urb nicht auf die Propheten beziehen. Er hat: „Die Egypter rufen die Israeliten, za ihrem Götzendienste zu sich hin". — Kimchi zu Vers 5 hat! „Sie sollen nicht Aach Egypten zurückkehren, um H i lse z u v er l a n gen", und doch bezieht er in unserm zweiten Vers auf die Propheten, was wir auf die Israeliten beziehen. Die ItraeÜten sind hier, Vers 1, ein benanntes Objekt, nämlich ‘p&ntfch und" TH} die Propheten aber ein w i l l k ü r l i ch g e w äh lt es. Diese ältere falsche Derusch-Auffassung — s. das Targum — daß nämlich bie Propheten — von denen hier die Rede gar nicht ist — ihnen „zurie fe n"; die Israeliten aber „von ihnen Weggehen" — ein ungebr. Ausdrud veranlaßte die „Schwierigkeit" im siebenten Verse. S. weiter unten V. 7 Anm. 7. 3) Geheilt von der geistigen Krankheit der Vielgötterei in Egypten. 4) Sonst legt man das Joch, während dem Füttern, auf den Rücken der Zugthiere. Wir glauben dem Sinn des Worts by nahe gekommen zu sein, nämlich: über — ‘P'Q’lft ist Hif. von ^I!dr. 3) Sie geben ja dem König von 2tschur Tribut genug. Siehe Kimchi zu diesem Vers. Vergl. auch Ies. 30, 2. 6) Zweige der Sladt, d. i. Dörfer. Stadt-und Land-leute werden verarmt durch Einquartirung und Beköstigung der HilfStruppen; durch Störung im Verkehr, und endlich „kreiset das Schwert", d. h. mit Waffen in der 'Hand werden Studien. Literarische Analekten.