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Der Orient · 1849-02-24 · 8 (24.2.1849) · p. Spalte 117-118

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
8 (24.2.1849)
Date
1849-02-24
Page
Spalte 117-118 (sequence 3)
Language
German
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117 Studien. Die Philonische Philosophie. 118 Diesem Wesen Gottes entsprechen 'der En Sof in bet.Äafcfcala,20 foa* '£hog apfrivgog, die unaussprechliche @tit(c (Gvfrj), der unergründliche, in sich verschlos- [(ne Schoost (ßv&vog) des Absoluten, bei den Gnvstifen,21 und das der mnhammedanischen Mystiker.22 Bei diesem allgemeinen, abstrakten Sein bleibt es aber nichtbaö Göttliche geht aus seinerAllgemeinheit heraus, sondert sich in sich selbst und wird zur l e b e n s v o l l e n B e st i m m t h e i t. Dies ist: der L og o s (o fteiog Zoyog, o rov fteov Xoyog), In beut lilyog macht sich die an sich seiende Substanzg eg t n st ä n d l i ch, wird konkret, ein in sich lebendiger Geist, und so erst zum wahrhaften, vollendeten Gotte. lichen Lebens hinstellt, und daß er selbst die Wege cmgiebt, auf denen der Mensch zu der Erkenntniß gelange, wie er so oft von den Männern spricht, die sie wirklicherlangt. Gsrörer erscheint die Sache ganz einfach: Philo widerspricht sich selbst. D äh ne, der diesen Widerspruch nicht gelten lassen will, dabei aber doch der Ansicht ist, daß Philo wegen der menschlichen Schwachheit und Niedrigkeit, einerseits und der göttlichen Erhabenheit andererseits Gott für unerkennbar hatten mußte, suchte diesen scheinbaren Widerspruch -in „dem Mängel der Sprache". Siehe seine historische Darstellung der alexandrinischen Religionsphilosophie" Seite 146. K eferftein (a. a. O. S. 43) scheint das Nichtige zu fühlen, indem er sagt: im Ganzen heißt es doch nur, daß Gott als ov oder nava tü dvcu der menschlichen, Erkenntniß unzugänglich ist^zwir glauben, von Hegel geleitet, den wahren Sinn erkannt und dargestellt zu haben. 20) So heißt es in Tikkune ha-Sohar 71«: . nvi nX\ ND'nD , ]\vby bo: by nxbj) Nid ihn , pwra xbi nn bbo 12 no’ön nntpoo mb , i’D’np b2 by, 21) Vgl. Hegel a. o. O. S. 29; Baur christliche Grosich S. 32.! 22) Siehe meine Schrift: El-Senusi's Begriffsent-! Wickelung des muhammedanischen Glaubensbekenntnisses, aral bisch und deutsch mit Anmerkungen (Leipzig bei Vogel, 1848),? S. 2, Anm. 2. Die Unerkennbarkeit Gottes seinem insich-!seienden Wesen nach spricht sich in mystischer Weise in I folgender Stelle aus: L4J I iJkXJj A/0 i eX^* f 2ciLj L/0 2cÄ.3 f (X^ 1^» cX3| JjÜjjl! Ü viCL-j üf. viLX+j ^eXii ää(6 d^eXj aü‘Lß'^ö <3 oIaJÜ! „Fern ist, was ihr suchet, fern was ihr erwartet. Niemand hat Gott jemals erreicht; weder der Geist noch der Leib seine Erkenntniß in sich erfaßt. Er iff der Hocherhabene, zu dem Niemand gelangt; er ist der Seiende, der besitzt, rächt aber in Besitz genommen wird. Wenn schon die Sinne bebend staunen und die Herzen schwanken bei dem Schauen seiner Attribute, wie sollten sie sein Wesen erreichen können?" Siehe Fleischers Katalog der arabischen, persischen und türkischen Handschriften der Leipz. Naths-Biblioth. p. 493. Fassen wir Gott blos von der Seite des Seins (Kaxa to e Ivea), so ist cr der ganz inhaltslose, leere, abstrakte Gott,-ein leeres Jenseits. Das Sein ist daher blos das Eine Moment des Göttlichen und nur m der Einheit mit dem andern Momente, dem Logv§, in dem Gott, als Geist, als die Alles denkende und schaffende Vernunft erscheint, wird das Göttliche erfüllt und lebendig. Dem Sein allein kann daher der Name Gottes nicht beigelegt werden, sondern der Einheit der beiden Momente, des Seins und des Logos.23 In sofern das Göttliche so aus seinem an sich seienden Wesen heraustritt, wird eS sich selbst ein Anderes; aber dieses Andere ist nicht ein ihm FreindeS, von ihm Getrenntes, sondern cs ist zugleich in ihm. Philo stellt die§ dar unter dem Bilde des Erzeug eus und nennt den Logos oft den 7r§wTo^ofo§ vibg] das Erzeugte aber ist in ihm, Moment seiner sel bst.2i Da Gott dem Sein nach als das ganz Bcstimm n ng s lose Allgemein n a m e n l 0 s (aveovo^aarog) ist, so wird der LogoS, als dasjenige Moment des Göttlichen, in dem cs zur Bestimmtheit kommt, von Philo passend ovo &eov genannt; denn der Name ist eben die Bestimmung eines Gegenstandes. Der Logos heißt auch sixoov ^eon, das Bild Gottes;2^ er ist daS Bild, in dem der sich offenbar machende Gott angeschaut werden kann; er ist so die erste Dfsenbaruug des göttlichen Wesens. (Fortsetzung folgt.) 23) Siehe Hegel a. a. O. S. 22; vergl. auch Baur in den „Jahrbüchern f. wissenschaftliche Kritik" 1835, S. 749. 24) Auf diesen Gedanken, daß der Zo'yog ein Moment Gottes ist, und zwar das, in dem das Göttliche sich erst 0 b j e kt i v i rt, als solches daher nicht von ihm getrennt werden kann, ist besonders zu achten, da hiervon das ganze Verständnis der Philonischen Spekulation bedingt ist. Die Träumereien von göttlichen Mittelwesen, die so oft wiederholt und nachgebetet wurden, erscheinen dadurch in ihrem wahren Lichte. Ohne in den liefern Sinn der Philonischen Worte einzudrmgen, machte man Voraussetzungen, als die überschwengliche Majestät Gottes, die Philo verhindern, sie mit der Un Würdigkeit der Welt und des Menschen in direkte Verbindung zu setzen und demgemäß erschuf man sich Wesen, die als Vermittler dienen sollten. Zu diesen gehörte min zuerst der Zoyog und so wurde Gott nach diesen „Philosophanten" zu einem leeren, abstrakten Jenseits. — Daß der loyog nothwendig ein Moment Gottes sei, hat auch Ni ebner in dem unlängst erschienenen Programm: „de subsist«utia xp ftetp Aöyco apud Philonem tVibuta“ dargetham Gleich auf der ersten Seite heißt es: zdv ftelov Xoyov a Philone diel arbitror non aliam praeter (1 t! u m s u b s t a n t i a m , se d i p s u 111 unu m d e 11 ni, q u a t c n u s in manifestatiene s,ui tanquam prodmit etc. 25) De conf.. ling. 341. ©fröret* (a. a. O. S. 191) meint, er heiße deshalb so, weil er als Offenbarer des alten Bundes betrachtet wird. 26) So de numarchia 1 ]? 302 u. a. v. a. Stellen. 8 *

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