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Der Orient · 1849-02-24 · 8 (24.2.1849) · p. Spalte 115-116

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
8 (24.2.1849)
Date
1849-02-24
Page
Spalte 115-116 (sequence 2)
Language
German
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115 Studien. Die Philonische Philosophie 116 Philo Gott mit der Welt nicht m Berührung treten läßt, daß er vielmehr mit einer gewissen heiligen Scheu vor der Majestät Gottes sich bemüht, ihn von der Welt getrennt zu Haltern Wenn —- wie an dieser Stelle deutlich' ausgesprochen ist — Gott die Welt erfüllt und in stch zusammenhält, wie ist da ancm Getrenntsein Gottes von der Welt-nur zu denken? Es wird sich aus unserer ganzen Darstellung ergeben, in welcher Weise bei Philo von einer Transseendenz Gottes die Rede ist und ftmcm ganzen Systeme nach nur sein kann; hier -möge es genügen, dies nur angcdeutct jn haben. — Gott ist die höchste, absolute Vollkommenheit; er ist „vorzüglicher als die Tugend/ vorzüglicher als das Wissen, vorzüglicher selbst als. das Gute und Schmie." (ugstzrcov cQsrrj xal xgeizzcov y huozy'xy xal xgeizzcov y cojto zo dyct'&bv xal avzo' zo xvlov.) äe m. opif. 6. Als dieses höchst vollkommene Wesen bleibt Gott daher ewig sich gleich; eine V e rä n d eru n g ist bei ihm nicht zu denken, (ßeog ekksiijjiv f} jcgog töiöLV ov% uvs%stca, TtXygyg xal ioaizazog <3v sctvzco) De sacrf. Al), eic. 234. Daher ist er auch einzig, für sich, in voller Einheit mit sich selbst und cs ist Nichts ihm gleich. Leg. alleg, II, 92. Durch seine Vollkommenheit und die daraus sich ergebende stete Sichsclbst-Gleichheit, die durch keine äußern Einwirkungen gestört oder getrübt werden kann, genießt Gott der schönsten Seligkeit und des reinsten Friedens. Dies drückt Philo bildlich so aus: {lovog 6 S'sog dipEvöcog iog- Tttfei xal yag |t.tovog yy&ei xal ^ovog %algsi xal piovog svg)gaLvEzai xal p,6vcp Z7}v dpiyy tzoXipov Gvp.ßißyxev slgyvyv Sysiv. de Cherub. 219. 15 Da er allein von allen Affekterl frei ist und von Nichts außer ihm Seienden determinirt wird, so nennt ihn Philo das einzig freieWesen (y povy iXEv&Ega g)iöig) de somuiis II, 313. Nach diesen vorläufigen Bestimmungen Gottes gehen wir zur nahem /Betrachtung des Göttlichen über. Wir haben bei Philo genau zu unterscheiden zwischen dem absoluten, an sich seienden Gotte und dem sich selbst offen baren den; jener ist der Wett trarrSsc e n d e n t, dieser i m rn a n e u t. — An dieser Unterscheidung muß festgehalten werden, wenn nicht, wie cs so oft geschehen, die metaphysischen Begriffe Philo's gänzlich Mißverstanden werden sollen. Der trausscendente Gott bei Philo ist das H, das Seiende, die an sich seiende Totalität, die unendliche Fülle des göttlichen Wesens. Es ist dies die abstrakte Allgemeinheit, in der es noch zu keiner Besonderung, Seiner Bestimmtheit gekommen ist. 15) De somniis II, 314 heißt es: "lafh 8y, yEvvaig, otl ftsog povog, y dipEvdcGzdzy xal ngog dly&sidv egziv sigyvy, y 8h ysvvyzy xal (pQ'dgzy ovaCa TtaGot Gvve%yg Tzolsfiog* Bergt. auch de Abiah. p. 43. Das Absolute ist allein für sich , steht noch in keiner Beziehung 31t etwas Ariderem (to ov, rj ov B6ZC0 ovyl zcov Tigog t. 1.). Es ist das ganz in stch v e r.sch l 0 sse n e Sein, das N urb e i - si ch - S e iu des Göttlichen, was daher jedes Verhältnis) zu einem außer ihm Seienden nothwendig ausschließt, (ai-ro ydp' eavzcß izlygsg xal avzo eoevzep lxccvov xal tcqo zyg zov xoopov ysvEöecog xal {teza zyv ysvsGiv zov vzavzog iv ofiovw).10 3Vegen der gänzlichen B est i m m u n g slosigkci't des ov\ ifl.-cä auch namenl 0 s. So sagt Philo in der Schrift de somniis I, 263: xal iv ersgoig GxetjjdftEvog ,ei egti zi zov ovzog oWfia ooq)cog eyvcoy oze xvgtov psv ov8ev, 3 8’av ezTzy ug xaza%gd>pEvag ig*i ' XsyEö&ou ycig ov TtEcpvxEV dkla (jlovov elvai zo ov; von dem Seienden, als solchem, kann Nichts weiter gesagt werden, als eben das Sein, da jede weitere Bestimmung der Allgemeinheit seines 3Vescn§ fehlt.17 «— Dieser Gedanke liegt auch einer andern Stelle bei unserem Philosophen zum Grunde. „Die Freunde des Geistes, welche mit geistigen und unkörperlichen Wesen umzugcheu pflegen, stellen das Seiende mit keinem der gewordenen Dinge in Vergleich, sondern jede qualititative Bestimmung vonihm. entfernend —- und cs gewährt die höchste Seligkeit, das reine Sein'ohne alle Bestimmung zu fassen. — halten sie bloö die Idee d e s S e i n 0 f e st, ohne es weiter zu b e st i m m e u." (Qiiocl deus sil immut. 77.) Von tiefem noch zu keiner Bestimmtheit, keinem Lebendigsein in sich gelaugten, an sich seiendem Wesen GottcS ist auch reine Erkenn tiliß möglich. „Denn das Wesen ist die leere 3lbstraktion. .Erkennen ist Wissen in. konkreter Bestimmung s das Erkannte muß konkret in sich selbst fcm".ls Richtig sagt daher Philo: py [isvzoi, vopiöyg zo. ov, 0 egzl ngog alyfisiav ov vit dv-ß'gcoTiov rivbg xazalapßdvEödat. de liom. mul« 1ÖS. Und vergeblich wäre daher das Bestreben des nach der Erkenntniß dieses an sich^ seienden Wesens Gottes strebenden MenschengeisieS; er könne nur das Eine erkennen, daß. Gott diesem seinen Wesen nach unerkenm bar sei (ozz dxazalynzog d xava to e iv a 1 ftEog)*19 16) Oe nuiii. mul. p. 163. 17) So heißt es auch vita7>1. 1, 130 : Gott fügt! i deshalb zu Moses: iyco zipi 6 cov, damit sie den Unterschird des Seienden und Nichtseienden lernend, zugleich erfahrendaß im eigentlichen Sinne-von ihm (— von mir —) keil Wesen genannt werden könne, dem allein das Sein zukommt (g) povo) tvqoqeözl zo ELvai,) cf. de nomin. mufc. 159. 18) Hegel, Geschichte der Philos. Ui, 22. 19) De post. C. p. 7; cf. ibid. p. 44. Dieser echt philosophische Gedanke, den Philo^ noch an andern Stellt! aus spricht, ist' so ausgelegt worden, daß man die absolut llneckennbarkeit Gottes bei -unserm Philosophen behauptete Dagegen spricht aber schon der. Umstand, daß er, wie wi' eben gesehen, die Erkenntniß Gottes als das Ziel des mensch

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