Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 7 (17.2.1849)
- Date
- 1849-02-17
- Page
- Spalte 107-108 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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|0t Kritiken. GaM's Lugend- und Rechtslchre. Kurze UeLersichte«. 4) VSVV1 Tugend- und Rechtstchve, bearbeitet nach den Principien des Talmuds , und nach der Form der Philosophie. Von Hirsch B. Fasset, Rabbiner) zu Proßnitz. Wien, 1848, 8. (Beurtheilt von Dr«. M. Duschak») (Fortsetzung.) Hiep hätte der Vers., mit Bezug a.uf Pesachim. 56 a und Maimüni. daselbst, von dem Verbote sprechen, sollen, sich an Luaksalber und Aberglauben zu wenden, sowie von dem Jrrthurne, der viele bethört, als ob das Wenden an einen Arzt gegen den Glauben anr göttliche Hilfe verstoße. Der 22. titirt Stellen aus den Talmud, die es dem Menschen, zur Pflicht machen, sich ip geistiger Hinsicht zu vervollkommnen; vie.se Stellen erwähnen jedoch nur keine spricht von profaner Wissenschaft, und daß n-yin der Wissenschaft im Talmud gerade entgegensteht, geht aus Midrasch Echa, hervor -ii$w , ppwi rßm tsw qih -ipso dn. MN und aus Menachot i>N/TO.TO iips.n. np nb minn Eine treffliche Abhandlung hierüber befindet sich, in Bi.kkure ha-Ittim. vom Fahre 1827 von S., L. Rapaport. Die 25. Anmerkung helegt die Pflicht, seine Ehre zu bewahren und dem Beleidiger zu vergeben mit den passendsten Talmud stellen. Bei dieser Gelegenheit bemerkt der Verf. mit Recht: Die Schule detz Iosua benPerachiq hat in dieser Beziehung das talmudi-. sche Lugendgesetz etwas zu weit ausgedehnt, wenn er sagt: „So dir Jemand einen Streich giebt auf deinen rechten Wacken, dem biete den andern auch dar, und so Jemand mit djr rechten will, und deinen Rock nehmen, dem lasse auch deinen Mantel". Ich habe in dem kritischen Buche Chisuk Emuna gelesen, wie ein Christ zu einem Juden sprach, eure Religion ist so -schwer, daß ihr ihre Lehren nicht zu erfüllen, im Stande seid, daraus der Jude , und die eurige nicht minder, worauf er ihm die angeführte Stelle des Verf. zum Exem- M brachte. S. 70 beginnt die 2.. Ablhl. Gemeinschaftspflichten. §. 27. Der Grundsatz der G«(meinschaftspflichten lautet: „Ah.me den Eigenschaften nach, welche du Gott beilegst". Ich muß hier dem Hrn. Verf. bemerken, daß er uns im Zirkel herumführt. Zur Idee Gottes gelangen wir durch den.. Begriff der Tugend, indem wir. uns ein Wesen denken,, welches dieselbe in. der allerhöchstes Potenz besitzt, und nun sollen wir durch den Begriff von Gott zu dem Begriffe der Tugend gelangen. Dagegen will der Verf. den Satz: Was du. nicht willst, daß dir geschehe, das Lhue auch andern nicht, auch in seiner Position nicht adopviren, denn es gibt Dinge, die der Lugendlehrer gebietet, die der Mensch durchaus nicht Haben, will. Ich antworte, wer solche Dinge nicht haben will, der verdient den Namen „Mensch" nicht, nach solchen Individuen können wir uns in der Tugendlehre nicht richten. 1081 Sehr wahr ist was der Verf. Ln dieser Anmerkung Key die. Kreuzigung Christi sagt. Wir setzen die ganze Stelle hierher: „Wem daher die. Christen die Juden anklagen, sie habem Jesus gekreuzigtist, insofern es als Anklage gegen die! Juden 'gebraucht, wird, d. h. als wäre diese. Lhat, wenn sie : allenfalls geschehen, in Folge der Religion oder der jüdischen! Gesetzgebung geschehen, durchaus falsch. Nach der Gesetzgebung! konnten vielleicht die Juden Jesus zum Tode verurtheilt aber. durchaus nicht gekreuzigt haben; diese grausame Lodesart i kennen, die jüdischen Gesetze nicht, und wie wir eben gesehen,, i darf unter keinem Falle und wäre, das allergrößte Verbrechen-! begangen worden, eine martervolle Todesart angewendet wer» j den. Wenn daher Jesus den Tod am Kreuze nach Gesetzen! erlitten hat,, so können es nur die röm. Gesetze, und also nur.! die Römer gewesen sein, die diese Lodesart. applicirt haben.! Dieses scheint ausdrücklich im Evang. Johannes angedeutet zu j sein. „Da. sprach Pilatus zu ihnen, so nehmet ihr ihn und! richtet ihn nach euerem Gesetz. Da sprachen, die Juden, zu. i ihmwir. dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllt, werde! das Wort Jesu,, welches sagt, da er deutete, welchen Tod er j sterben werde". (Joh>. 18,. 31,. 32.) Aus diesem, gehet äugen-! sch.einlich, hervor, daß wenn, er von den Juden nach ihrem Gesetze! getödt.et worden, wäre, er dieses Todes (der Kreuzigung), nicht.! hatte sterben können. Von allen vier Evangelisten wird zwar. erzählt, daß die Juden, die Kreuzigung, verlangt haben, aber, welche Juden waren es., die dieses Verlangen gestellt Haben, aus Markus. (15,. 1.3).,. Lukas (23, 21) und Johannes (1.9 6) ist zu entnehmen,, daß es blo.s ein Schrei der Pöbelwuth aber keineSweges ein Verlangendes jüdischen Gerichtes! war; und. selbst Mat. (27, 22. 23) widerspricht diesem nicht! ganz.. Aber sei. dem wie ihm wolle, da einmal erwiesen, ist, j daß, weder die. grausame Todesart selbst, noch. das. Verlangen; nach derselben, nach, der jüdischen Gesetzgebung geschehen sein; kann, so verdienten höchstens, die Zeitgenossen Jesus einen Vorwurf aber keineswegs die' Juden., weit sie, wenn sie es!getban, keinesfalls als Juden gethan haben können. Der §., 32 entwickelt die. Pflicht der Wahrhaftigkeit auf talmudischer Basis mit einer wahren Meisterschaft.. In der 3£. 2fnm., in welcher die Liebe zu Freund und Feind. gründlich aus dem Talmud, dargethan wird, sagt der Verf.: es ist mir daher unbegreiflich, worauf Jesus aus Nazaret hingedeutet hat, wenn er gesagt, ihr habt, gehört, das gesagt ist: Du sollst deinen Freund lieben unv deinen Feind Haffen. Dieser Jrrthum rührt, wahrscheinlich vom Evangelisten her, der ein Idiot war, und glaubte mnw heiße: Du sollst lieben deinen Freund, Jesus der Jünger, der Rabbiner, konnte sich einer solchen Ignoranz nicht schuldig gemacht haben. In §. 35 sagt der Verf., die Philosophen, erkennen die kindliche Ehrfurcht als Tribut der Dankbarkeit an, nicht aber die mosaisch talmudifche Lehre. „Wer Vater und Mutter flucht, soll getödtet werden", und auch wieder auf Verletzung der Dankbarkeit stehet eine Strafe. Hier begreife, ich den Verf. wieder nicht, Fluch, ist ja nicht allem unterlassene Dankbarkeit, sondern auch eine