Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 6 (10.2.1849)
- Date
- 1849-02-10
- Page
- Spalte 89-90 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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89 Kritiken. Fassel's Tugend- und Rechtslehre. 90 und von Dr. D cli tz f ch beschriebenen hebräischen Codices, „d as G eheimn iß des CH erubirien-W agenö Iw) und das Buch Jczira von Elijs'a L ev-i t a", wird wohl entweder gar von einem NamenSverwandten desselben verfaßt, oder von unserm Levita. bloß abgeschrieben worden sein; da derselbe, so weit wir wissen, es in der Kabbala nicht so weit gebracht hatte r um eigene Werke darin verfaßt haben zu können. — Im Jahre 1544 hielt er sich auch zu Konstanz am Bodensee einige Zeit auf , woselbst er den Pentateuch, die fünf Megillot und die Haftara in einer wortgetreuen deutschen Uebersetzung, mit jüdischen Lettern, in 4 herauögab. — f Endlich sehen wir ihn noch ganz kurz vor seinem Lebensende (1545—46) in seiner Heimath zu Venedig eine siebente Ausgabe in Folio von Kimchi's Michlol und Schoraschim mit erläuternden Erklärungen von ihm (Levita) in der daselbst nunmehr reorganisirten Bomberg'schen Druckerei (welcher zur Zeit Corneulius Adelkind Vorstand), besorgen, zu welcher Ausgabe er noch ein schönes Gedicht rDttten. nx 1>*An nifiOD M'l anfangend, verfaßte und dem Werke vordruckte. — Wie selten ein Autor, hatte er die erhebende Genugthuung, noch bei Lebzeiten fast alle seine Werke allgemein anerkannt und vielfach, selbst in lateinischen liebersei.nlngen von Münster, Fagius u. a. m. gedruckt zu sehen. So ward er durch seine Leistungen nicht nur von seinen Glaubensgenossen, sondern auch als Lehrer der hebr. Sprache und Literatur der gcsammten christlichen Welt, auch von christlicher Seite hochgeschätzt und geehrt. — Er verstarb zu Venedig in einem Alter von 787 (nach Jost und Znnz 77) Jahren allgemein und aufrichtig betrauert im Januar 1549.8 — Sein vollständiger Name ist: Nablu Elijjahu ben Ascher Ha-Levi, Aschkenast, zubenamt Bachm; gewöhnlich aber nur Elijja Levita genannt. — Einer seiner Söhne hieß AscherBanlch und einer feinet Enkel Viktor, (nrtfiDN,. Vitorio Eliano), welcher das zu Venedig 1567 iri der Officin des Messer Sarchi da Caball erschienene Buch von Abravaneli korrigirto. — Na ch Bartolom (Bibi. rabb. p. I. ad nom, R. El. Levita) führen seine Abkömmlinge, in Rom den Namen Tedesko (d. i. Deutsche), wo sie als Glieder einer der ange- 7) Das Epitheton 'd jpt ninn tA\V in den Versen Elijja's gu mag gewiß nur als ungefähr achtzig Jahre gemeint sein, um lediglich hier ein beliebtes Wortspiel anbringen zu können. — 8) In demselben Jahre, und zwar gleich nach dem Lode Levita's, wurde dessen Freund, Paulus Fagius, nach England an der Universitär Cambridge als Professor der orientalischen Sprachen berufen, woselbst er auch er« Jahr später (am 13. November 1550 starb. — scheusten jüdischen Familien Askarelli, Pessata, De Rossi (dwinh p), Kimcha, Korkassa rc. geachtet werden. — Kurze Aeberfichteu. 4) pl^. Lugende und Rechtslehre, bearbeitet nach den Principien des Talmuds, und nach der Form der Philosophie. Von Hirsch B. Fasset, Rabbiner zu Proßniß. Wien, 1848, 8. ' (Beurtheilt von De» M. Duschak.) (Fortsetzung.) Die Stelle „Liebe und Wahrheit mögen dich nicht verlassen, dann wirst du Gunst finden in Gattes und in der Menschen Augen" beweist gar nichts; denn hier ist da§ Wohlgefallen Gottes und der Menschen mn als Folge nicht als Prinzip der guten Handlungen vorgesteUr. Noch citirt der Verf. Abot 1, 2. „Welches ist der gerade Weg, den sich der Mensch erwählen soll? Den, der gut für ihn ist, und ihm Ehre macht bei den Nebenmenschen". Daß hier nicht gemeint ist der Weg des Rechts, sondern mehr der Billigkeit, beweist die Frage selbst; wozu eine solche aufwcrfen, da wirdoch die Lora haben, die den Weg des Rechts genau vorzeichnet? Ich verstehe hier den Verf. nicht: ist der Weg der Tugend nicht in der Lora vorgezeichnet, dann entsteht die Frage, wie soll man handeln, damit die Handlungen Gott wohlgefällig seien. Auch sagt der Vers., geht dieses aus dem Ausdruck „Zierde" hervor (rHNDn), denn nicht die Handlungen der Gerechtigkeit und der einfachen (?) Lugend, sondern die der Billigkeit und die der echten Lugend machen den Menschen zur Zierde. Der Verf. identisicirt die Billigkeit mit der ganzen Sphäre der Lugend, während die Idee der Billigkeit nur ein Element der Lugend-ist, und in dem Vergelten des Guten besteht. Damit will der Verf. wahrscheinlich seine Maxime erhärten, vermöge welcher die Handlungen auch den Menschen wohlgefällig sein müssen, damit ist aber das christliche Prinzip mit einem andern Prinzipe, dem sogenannten Schönheitsprinzip, dem to kccXov der Alten, das ästhetische Prinzip -des Herbart verbunden. Uebrigeus ist mit diesem christlichen Prinzip die Unduldsamkeit und die Verfolgung geboren, und die Scheiterhaufen und die Märtyrerwerkzeuge sind im Namen Gottes errichtet worden, auch so") fügt ibid. hinzu: rppiy Dwb was jcdoch Raschi selbst cestinguirr. §. 3 zeigt der Vers», wie der Talmud gegen den Eudämonismus ist, und rechrfertigt die Stellen wo der Eudämonismus in Schutz genommen wird. 1. Damit, daß der Talmud zwischen edlem und unedlem Interesse scheidet. Dagegen müssen wir bemerken, daß das edelste Interesse dem Gegner des Eudämonismus unedel ist und fein muß, was der Verf. doch wissen muß, da ihm Kant und Krug zum Leitfaden dienten. Die ersten Prinzipien verlangen durchaus, daß