Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 5 (3.2.1849)
- Date
- 1849-02-03
- Page
- Spalte 77-78 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Studien. Literarische Analekten und Miscellen. n wellen im Talmud erwähnt findet (vergl. Schemot rabba Kap» 40), hat eigentlich nie existirt, und der Ausdruck selbst scheint nur metaphorisch zu sein. pE/Nin DIN, der. erste Mensch, scheint uns hier al§ Inbegriff der Menschheit gedacht, und das Buch Adams, ist sinnbildlich dC§ das Buch der Geschichte der Menschheit und i hu e r S*ch i ck s a l e betrachtet. Wir halten es als Seitenstück zu der im Orient üblichen Bezeichnung Luch A lma ch fuds „die bewahrte Tasel"^ worunter man im Oriente das Schicksal der Mensch e n verstehet. . Man konnte sagen, daß dies „Lu ch Almachfuds" (die bewahrte Tafel) den allgemeinen Theil der Geschachte der M e n sch h eit bildet, ind^em er alleSchicksale enthält, die jedem einzelnen Menschen begegnen. „Das Buch Adams", wovon die Talmudisten sprechen, ist als der speciclle Thell zu betrachten, derselbe enthält die Geschicke der einzelnen Menschen und der gesummten Menschheit, insofern sie sich auf die höhere Richtungen derselben beziehen. ' Wir lesen im Talmud „Gott zeigte dem Adam alle Zeitalter mit ihren Weisen und Gelehrten u. f. f."a Ein Ausspruch, dem hohe Poesie nicht abzusprechen ist. Um dies alles zu-lesen, müßte man so lange leben wie Adam. Wir hätten gern die Notizen gesehen, die sich Adam über verschiedene dieser Werke machte. Wir lesen auch im Talmud, daß Samuel, der berühmte TaLmudist, bei einer gewissen Gelegenheit gesagt habe, er habe das Buch Adams gesehen, darin finden sich die Worte „S a m u e l. w i r d ein Weiser aber nicht Rabbi genannt werden.^ Auch dieses.ist metaphorisch zu verstehen. Der Lauf der Dmge war so. s) Bei den jüdischen Gelehrten heißt dies -no&yrj mb. Wir bedauern jetzt nicht angeben zu können, wo sich dieser Ausdruck findet. Bergt, über diesen Gegenstand D’Herblot Bibliotheque orientale TU-t. Om AlkeSab und Zebour. Es heißt auch bei den jüdischen Gelehrten das Schicksal rpq.). Bergl. unsere Blumenlese S. 29 und S. 266 (Nr. 9). Die S. 29 daselbst angeführte Stelle des Immanuel aus Ferm o wurzelt in einer Stelle des D,DlD'6'’E)n "HDID (eü. Lüneville S. 3d), welche lauter: nbnnn O ftypn bD JH "lUH Tl— „List hilft überall nur nicht beim Schicksal". Gelegentlich mag hier bemerkt sein, daß Mose Narbonni in feinem (Auf der Pariser Bibliothek Nr. 40 Oratoire) erwähnt anonym eün Werk, betitelt: rnsun mJIN „Abhandlung über das Schicksal", welches derselbe widerlegt. Herr Elieser Aschkenasi läßt jetzt diese Abhandlung des Narbonni abdrucken.* 2) Bereschit rabba Kap. 24. Jalkut Pentateuch §. 40: jhj'nie? dinis ij>" ('n nwü) qin nnbm 120 nr rDDm in? in t> dnih rmi idns» 'd — .mstot int in 3) Moderne Leser können sich bei dirftr Gelegenheit erinnern, daß Hegel nicht Mitglied der Akademie war. Hegel halte mit dem Talmudisten sagen können, „ich sah das Buch Adams, darin stand „Hegel wird Professor aber nich t Akadem iker sein. ’j Da hierher diese Sachen nicht kommen, so bitten wir Hrn. Aschkenasi uns seine Bücher irgmvwie zukommen zu lassen. Red. Im Laufe der Zeiten, als verschiedene untergeschobene Bücher auftauchten, trug eins auch den Namen „das Buch Adams". Im So har ist ein solches ebenfalls erwähnt,^ wir glauben aber nicht, daß der Verfasser desselben es gesehen hat. Im ganzen Orient hat sich die Sage von einem solchen Buche erhalten.-^ In den Midraschim ist die Rede von Überlieferungen, die Adam ausdieNachwe.lt sortpflanzte,, besonders von dem "NO, jedoch ist nicht die Rede, daß dieses ausgezeichnet wurde. Dukes. Literarische Miscellen. I Erwiderung auf die Aeußerrmgen des Herrn Dr. Frauke! gegen meine „literarischen Ergänzungen.^ Auf die Aeußerungen des Hrn. Dr. Frankel in Nr. 3 des LB. d. Orient von diesem Jahre hätte ich eigentlich gar nicht nöthig zu erwidern, da derselbe meine Berichtigungen der Irrthümer gar nicht widerlegt und auch nicht widerlegen kann. — Daß in meinem Manuskripte nicht 5V)j£/ sondern t£>f/icn stand, sowie daß überhaupt mehrere andere Druckfehler in meinem Aussatze sich befinden, wird die geehrte Redaktion oder der Hr. Korrektor bezeugen können. Die Weglassung des Wörtchens „nicht" indes Hrn. Dr. Fr. Biographie des Salomo Loria rügte ich um deswillen, weil durch jene Omission gerade das entgegengesetzte Resultat hervorgeht, und somit idiotische Fanatiker leicht wieder einen Anhaltspunkt finden könnten, zur Kapital sünde zu stempeln. — Was übrigens den Ton meiner Ergänzungen und Berichtigungen betrifft , so kann blos ein so reizbares Temperament, wie es Hr. Dr. Fr. zu haben scheint, sich dadurch beleidigt fühlen ich habe in keiner Weise die Person, sondern blos die Sache im Auge, bezwecke nur die Wissenschaft zu fördern, rüge daher da, wo ich nach meiner Ueberzeugunig Unrichtiges finde. Em Anderer würde vielmehr von Dank erfüllt gewesen, daß man seine Arbeiten so beachtete, um sie ausführlich zu ergänzen.'—' Daß Hr. Dr. Fr. nicht im B«esitze solcher literarischen Hilfsmittel ist, um seinen Biographiem die nöthige Genauigkeit und Vollständigkeit zu verleihen, bedaure ich mit ihm; allein durch diese Entschuldigung 4) Wir bedauern jetzt nicht diese Stelle näher betrachten zu können. Es wäre wünschenswerth, wenn dies jemand thäte, und mit dem Buche Adams, welches Norberg in syrischer Sprache herausgegeben hat, vergleichen möchte. 5-) Bergl. D'Her blot Bibi, orientale Livre d’Adam (im Register). (/ 6) Jalkut Pent. §. 4l. irnx 'Ut iWNirv oii^ idd Dn'w .rwn i3j/ ■•n'pn — ,'ui -pin!?