Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 5 (3.2.1849)
- Date
- 1849-02-03
- Page
- Spalte 79-80 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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79 wird den Ansprüchen der Kenner an eine wissenschaftlich' sein sollende Arbeit noch nicht genügt. Zweck der Biographie eines Mannes, der durch seine Schriften sich berühmt gemacht hat, ist, Leben und Charakter desselben in allen ihren Phasen, soweit möglich, dem Leser darzustellen, damit Letzterer den Mann recht eigentlich ' kennen lerne und zu würdigen wisse, wie ich mich darüber' bereits in Franke l's Zeitschrift Iahrg. 1845. S. 156 bei der Beurtheilung von Hartwig Weffely's Biographie ausgesprochen habe. Allerdings ist hierzu erforderlich, die Hauptmomente im Leben des Betreffenden aus dessen Werken selbst zu schöpfen, allein man muß auch die sämmtlichen Werke des Autors kennen, muß prüfen, was andere Forscher über denselben Gegenstand bereits gesagt haben, um das Ergebniß dem Leser mitzütheilen, darf sich aber nicht entschuldigen , daß man keine Gelegenheit habe an die betreffenden Schriften einzusehen; denn der Kritiker erwidert hierauf: vermagst Du dies nicht, so schreibe keine Biographie oder veröffentliche sie wenigstens nicht eher, bis du mit der Zeit Gelegenheit gefunden hast, die dazu nöthigen Materialien zu sammeln, denn eine mangelhafte oder einseitigewissenschaftliche Arbeit bringt mehr Schaden als Nutzen! — Daß ich mit dem von Hrn. Dr. Fr. am Schluffe ausgesprochenen Wunsche vollkommen einverstanden Lin, brauche ich wohl nicht zu sagen; ich kann mit dem Psalmisten ausrufen: nDrfPD1? non WN p) Ü)bu/ ON! Auf die Bemerkung des Hrn. Dr. Fr., daß der in Josef Kolon's RGA. (pn'ilQ nV) Nr. 115 erwähnte jflD mit dem von mir angeführten Jakob ben Mose ha-Levi identisch sein möge, muß ich jedoch noch erwidern, daß dies schon darum nicht der Fall sein kann, weil die im gedachten RGA. enthaltene örtliche Beschreibung auf Venedig kaum 80 paßt, auch deutetder Ausdruck Dippri Tt TW 20 auf einen unbedeutenden Ort hin, nicht'auf das große berühmte Venedig, außerdem existirte auch der von mir muthmaßlich hingestellte Jakob d. Mose Ha-Levi - viel später als I. Kolon. — Dresden , 19. Janur 1849. Dr. B. B eer. * » * II Eine Arbeit für jüdische Kulturgeschichte. Ungefähr um das Jahr 1000 n. Chr. blüheten fünf Männer in Babylonien, in dcnen Gelehrsamkeit und Ansehen, vielfaches Wissen und Ruhm sich vereinigten, so traurig auch sonst das Schicksal einiger derselben durch politische und tyrannische Gewalt geworden. Diese fünf Männer sind: 1) Samuel ben Ch ofni, Gaon in Sora und Schwiegervater desGaon HLja; 2) Scherira, der Vater des Huja (968'—998 n. Chr. alleiniger Gaon zu Pum-Badita, von da ab jedoch zu Gunsten seines Sohns abgedankt); 3) Elijja ha-Saken b. Menachem, der Schwager oder Schwestermann des H ä j a; 4) Iekutiel b. M e n a ch e m, Bruder des Elijja und endlich 5) HL ja b. Scherira. Wie die aüfflackernde Flamme einer im Verlöschen begriffenen Kerze, wie ein ungewöhnliches Ringen nach Leben in den letzten Zuckungen des Sterbenden, ko scheint bei diesem Wendepunkt der jüdisch-asiatischen Bildung die Lebensflamme sich in den erwähnten fünf Männern kundgegeben zu haben, um gleichsam eine mehr als tausendjährige Kulturwerdung adzuschließen. Es wäre zu wünschen, daß ein Gelehrter uns diese Männer und mit ihnen ihre Zeit ausführlich und in scharfer Zeichnung vorführte. t. Ankündigungen Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1£ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [12] So eben ist erschienen: Geschichte der Juden. Erste Abtheilung: bis 3339 Jahr der Welt, in genealogischen Tafeln mit erläuternden Anmerkungen zum Verständnis' der heiligen Schrift. Mit einer chronologischen Gedächtnißtafel. Zweite Abt Heilung: bis zur Zerstörung des zweiten Tempels durch Titus im Jahre der Welt 3828 (68 n'.CHr.). Mit einem Schlußworte. Für den Schul- und Privatgebranch. Von Dr. I. Heinemann, Vorsteher einer Erziehungs-Anstalt für Söhne und Töchter. 8. Berlin, beim Verfasser. 22^ Sgr.,' für Schulen 17£ Sgr., bei 6 Exemplaren ä 15 Sgr. Dr. Moritz Frryftadt, in Königsberg in Preußen, wünscht einige Knaben .in Pension zu nehmen. Näheres hat, auf Anfragen, brieflich zu erfolgen.!-> -> 1 N D Ruth, mit deutscher Uebersetzung und hebräischem Commemare, von E. I. Blücher, Inspektor und Katechet an der Israel. Armenschule und am - Waisenhaus« zu Lemverg. Preis 5 Ngr. (4 gGr.) oder 15 Xr. C.M. Berlag von C. L. Fritzsch^ Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.