Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 5 (3.2.1849)
- Date
- 1849-02-03
- Page
- Spalte 69-70 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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69 7V Studien. Biographie E. Levita's.! niub wird niutdwillige Uebcrtrelung", soll nach einer alten! Auslegung auf Talmud in diesem Sinne, d. h. auf die Deu-! tung der Mischna sich beziehen 35 Es wird aber die Ge-! mara in Hinblick auf die erwähnte Eigentümlichkeit auch Chachma, d H. Weisheit, genannt, insofern nämlich die diskussiven Ermittelungen der Gründe der Mrschna's die I eigentliche Spekulation des mündlichen Gesetzes ausmachen. Neben Schrift (Mikra) und Mischna wird auch die?Chachma Mr die talmudische Spekulation sehr hoch gehali len und gerühmt,34 und nach altem Spruche wachst diese ) j Spekulation durch den gegenseitigen Eifer der Lehrer. Ein > 'anderer Ausdruck für.Talmud im Geiste dieser Anschauung : Ust Dikduke @oferim,3G d. h. die Entwickelungen durch l Me Lehrer, da wir gesehen, daß die talmudischen Lehrer mit dem \ Manien Sosrim belegt sind." Zn diesem Sinne werden die t |Ermittelungen aus der Mischna von Seiten der talmudischen \ § Lehrer (Dikduke Sosrim) neben den Ermittelungen aus der -!Schrift (Dikduke Tora) schon von Mar Zochanan vorgeführt, 3 lutu damit die Summe des gesammten Gesetzes, des schriftlichen n ttie des mündlichen, zu geben.38 Neben der Bezeichnung Ge- - mara oder Talmud für den Gesammtumfang dieses Wer- - les, um es als die überlieferte und mündliche „Lehre" ent- - haltend zu bezeichnen, neben der, Benennung Chachma zur s Bezeichnung der talmudischen Spekulation, Ermittelungen it bec Lehren HDikduke Sosrim), als Auslegung der Mischna,;Q laden wir noch eine Benennung, die man für eben so chals Meristisch halten muß, nämlich „Sch im wusch Talmi de >l> ^hachamim",3^ d. h. der Umgang mit Lehrern der Trai* hitton* Ohne dieses Requisit, wodurch man praktisch mit ie Anwendung der mischnä'ischen Lehrsätze bekannt wird, m ann man nie, der Tradition zufolge, Lehrer oder Jünger U __ w r 33) Ra sch i fügt zu diesem Spruche in Baba Mezüa33d llgende weitläufige Erklärung, welche der vollständigen Mitteilung hier werth ist: 3 ‘TO^fD TD) nn tü mm i:n yüm dm in , nmmn 'wyu pnn m dn , noW N.VE , fiNitf ’Oi.roj/D min 3 nn:v nitran 'djjis nyi’ kW -pioVn n.UBa .iNim ib nioty nun w pi N'01 -p imoi inx oyp m ii3D n"nV im Qjwn iw-mn mai>i — pi'1? con nü>yo i> ivoi n1? ,won djjd nyi' OS 34) Baba M-zi'a 33 s. Trefflich erklärt Rasche den «druck Ch-chma daselbst mit den Worten: ry-OD 1t >10311 K'On ’O^O u. s. w. und schließt mit den Worten >es nd k* )tt )ill act W iDJ — 35) Baba Batra 21a, 22 a (nODPl nmn onDID flNJp), > Sosrim und Chachma die/charakteristischen Worte sind. — 36) Qv-010 «.pnp-n — 37) Baba Batra 1. c. Insofern die Sosrim entweder ittelbar durch die Mischna oder unmittelbar das geschriebene >d dadurch, erstarrte Gesetz erläutern und zum Verständnis ingen, werden „Worte der Sosrim" (Divre Sosrim) den körten der Tora" vorgezogen. °Erubin 2R>. — I 38) Megilla 19 b Raschi z. St. sagt über Dikduke So-?rn: .jus^d D\mnNn ipip-w. —! 39) onMn.mÄn enw* — der Weisen werden. Wer blos Schrift und Mischna betreibt*° uuib nicht Umgang mit Lehrern pflegt, ist einem Idioten zu vergleichen, der über sein Thun und Lasten keine Rechenschaft abgeben kann, öderer ist einemSaddukaer gleich, der sich Lkos au die Schrift hält, oder endlich kommt einem wie ein Magier v or, der seine Zauberformeln hersagt, ohne sie selbst zu verstehen.11 Alle diese mehr oder weniger gebräuchlichen Bezeichnungen konnte der Talmud natürlich nur dadurch erhalten, daß man ihn als Ausdruck des mündlichen Gesetzes, vermittelt durch Auslegung der Mischna, genommen. Angepaßt dem Ausdrucke Ge mara^ erscheint im Talmud sehr häufig die verbale Formel „Gemiri",43 b. h. es wurde gelehrt, theils für alte überlieferte und daher von den Gemaristen in den Schulen vorgetragene Halacha's," theils für Halacha's, die nach den, hermeneutischen rind andern Deduktionsregeln ermittelt wurden,'" vorzüglich aber wurde sie bei Mittheilungen alter Sentenzen und Beobachtungen,^' alter Ueberlreferungen und Legenden," alter Vorschriften" gebraucht, so daß man offenbar die Gemara, d. h. die traditionale Lehre in ihrer Ganzheit dabei im Sinne hatte. (Fortsetzung folgt). Biographie des Elijja Lcvita, von R. I. Wunderbar. (Fortsetzung.) Auf Anregung und mit Unterstützung dieses Kardmals arbeitete er im 1.1517 (iy"l) eine leichtfaßtiche, kurze hcbr. Grammatik aus , die er unter dem Titel ,,Bachur^ 1618 zu Rom herausgab, wodurch er seinen Ruf immer mehr -gründete; und wird der Verfasser auch jetzt noch bei seinen Glaubensgenossen nach dem Titel dieses seines grammatischen Werkes: R.- Elijja Brchnr genannt* — Im Jahre 1519 (oyi) gab er daselbst ullter dem Titel nimnn idd ein Wörterbuch über die in der Bibel beflndlichen fremdartig gebildeten Wörter in 4. heraus, und wie aus dem Prologe die-^ 4v) rwi Nnp. — 41) Sota 27 a. Das Schimmusch Talmide Chachamim wird dort in der Schotte bereits durch iTQD n^'DH u. s. w. erklärt. — 42) — 43) n'Dl — 44) Sanhedrin 57 a* — 45) Chullin 9 I). — 46) Berachot 29 a z Sdta 8d. — 47) Sabbat 55 b y Jebamot 15 b 5 Sanhedrin 92d z ib. 98d z Nosch Ha-Schana ll az Sebach. 54 d. — 48) 'Erubim 63 d. — 5