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Der Orient · 1849-02-03 · Heft 5 (3.2.1849) · p. Seite 27

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 5 (3.2.1849)
Date
1849-02-03
Page
Seite 27 (sequence 13)
Language
German
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27 Ttclze HambnrgS, zum Stolze deutscher Knust gemacht." Die konfessionellen Begebnisse bei der Beerdigung sind auden Zcitblättecn hinlänglich bekannt» Oefterrelchische Nebenländer. Pesth, 10. Jan. Die hohlen-und .lügnerischen Versprechungen der Magyaren haben wir Ln ihrer Nicherkannt, und sind endlich enttäuscht worden. Die jütischen ExaltadoS, aus jungen Brauseköpfen und Stuttnten bestehend, wollten nach dem Märzrausche den yrmcindeverband mit Gelvalt ganz auflosen und gewisse finanzielle Quellen ganz verstopfe.«. Dadurch gcricth unsere Gemeinde in die. größte Zerrüttung, die nöthigsten Ausgaben - waren kailm gedeckt und die Gemeinde war ihrem Untergänge nahe. Endlich kam die Besonnenheit an die Stelle des Rausches. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt, an dessen Spitze ein wackerer und energischer Mann , Herr D. Fleischl steht. Er sucht die maßlosen Reformplane in die gehörigen Schranken zn weisen und ist fitr^ das Gesammtwohl der Gerneinde. begeistert. Au der Spitze einer Deputation begab sich Hr. D. Fleischl zu Windischgrätz, von 'dem er,sehr gut ausgenommen wurde. Auch ist er im Verein mit Rabbiner. S ch wab bestrebt, zeitgemäße Reformen in den sogenannten „Kultuö-Tcmpel" eiuzufnhren, wie B. einige deutsche und ungarische Gebete, Kürzung des Gottesdienstes, eine Orgel u. s. w. Diese Reformen sind um so . weiser, atö eine Reformpartei mit dein extremsten Reformprvjcktcn ein Schisma Ln der Gemeinde Hervorrufen will. Möge es dein neuen Liedern Vorsteher gelingen, jene Wunden zu heilen, welche der atte, kirchliche der Gemeinde versetzt hat. Frankreich. Parks, 12. Zcrn. Es ist bemerkenswert!), daß die beiden Israeliten, welche seit der Februarrevolution so Lhätigen 2Cn(ljcil an der Leitung der Begebenheiten in Frankreich genommen, von 3<it zu Zeit, nach den wechselnden Launen der Revolution, doch immer wieder in den Vordergrund gestellte werden. So spricht man von einer Ministerkombination, in welcher Crem Leux als Iustizminister oder als Minister des Innern sigurirt; Goudchaux soll zum Gouverneur der Dank ernannt werden. Fould hat bis jetzt bloß eineDepu- Lirtenstelle bekleidet. Die beiden Erster« sind* liberal und werden von der liberalen Partei getragen; der Letztere ist reaktionär. .; ,v Theater-Inden. (Fortsetzung.) Wenn der Sophist ihn versucht: soll man dem Kaiser Zins zahlen? so antwortet er: was ist auf dem Groschen für m Bild? des Kaisers? also gib dem Kaiser, was deö Kaisers ist. Ist das eine Antwort? es ist ein bloser Witz, der aber dem Sophisten imponirt. Bei uns -wird die Antwort nur für Thaler und Silbergroschen gelten; auf Viergroschenstncke z. B. hätte sie keine Anwendung. Davon will ich gar nicht reden, daß auf den eigentlichen Sinn des'Zinses dabei gar nicht eingegangcn wird. Wenn man ihn fragt, ob die Sünderin gesteinigt werden soll, so sagt er: wer ohne Sünde ist, fctTfceu ersten Stein anfheben. DaS ist wieder Ironie, er thnt so, als ob es nun tosgehen sollte, aber er weiß im Stillen: ihr seid alle Spitzbuben, also wird nichts geschehen. Er appcllirt an ein Faktum; auf die innere Idee der Zurechnungsfähigkeit geht er nicht ein. So weiß er häufig die bestimmte Antwort zn umgehen, und sein Auöspruch: seid klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben — das erste in der Praxis, dag zweite in der Abstraktion, dem Glauben — findet in diesem Wesen seine Erklärung und Berechtigung. — „Weib, was habe ich mit dir zu schaffen!" läßt der Evangelist den vom Geist erfüllten Sehn zu seiner Mutter sagen. Eine ungeheure Abstraktion, namentlich für die Juden, bei denen die Heiligkeit des Familienlebens alles andere übcrlviegt. Groß und abscheulich! ^würde Nathan sagen. Aber das hindert den abstrakten Menschmsohn" keineswegs —’ wenigstens nicht seine Gläubigen -— gleich durch ein dctaillirtes Geschlechtsregister seine Familienangelegenheiten zu reguliren. So' ist eö auch mit der christlichen Liebe; zuerst ganz allgemein, eine Abstraktion, ein bis dahin in der Geschichte unerhörtes Verlangen, alle Scntc ohne Unterschied der Person lieb zu haben, dann aber schon in der Apostelgeschichte, den Panlinischen Briefen u. s. w. im Detail diese Liebe sehr gründlich modifieirt und in angcrnessenen Fallen in das Anathcm verwandelt, das überall der Gläubige gegen fccu Andersdenkenden auösprechen muß. In der spätem Aufklärung hat man diese Liebe, die namentlich den verlorenen Sehnen galt, den Zöllnern und Sündern , in die Hmnanität verwandelt, die der Gebildete jedem Menschen gegenüber behauptet, da er in jedem sein Ebenbild erkennt, und die ihn gar nicht hindert, im vorkommcndcn Falle ihm feindlich zu begegnen. Ich will ' mit diesen Reflexionen auf dag einzig richtige Verhältnis; Hinweisen, das wir unser« ,, heiligen Büchern" gegenüber cinznnehmen haben. In Zeiten deö Fanatismus — ' wie bei den englischen Puritanern — nahm man sie Wort für Wort als Vorbild , und Muster und suchte dadurch den' längst überwundenen böse« Geist

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