Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1849)
- Date
- 1849-02-03
- Page
- Seite 26 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2360092-2360580-2360586--6719-3534786- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
26 fccnm eine allgemein* Judenverfolgung anSvbrechen, so arg, wie sie im 13. und 14. Jahrhundert zur Schande der damaligen.Christen Statt gefunden hat. Die Allzeichen zu derselben follctt bereits in mehreren Provinzen unseres Vaterlandes begillnen. Der allmächtige Gott möge dieses verhüten! — Der Kirchenvater Augnstinuö sagte scholl, daß die Inden vor dem Ehristenthume hcrgchcn, und die Wahrheit depelben verkündigen. Dieses unglückliche Volk, wie es jetzt ist und wie cö trotz aller Emancipationöversuche bleiben wird, bildet in diesem Zustand einen gewisseren Beweis für die Wahrheit, der christlichen Religion als wie alle anderen für dieselben sprechenden Argumente." Gut gebrüllt! ' Leipzig, den 22. Jan. Wir geben hier folgende statistische Notizen über die Inden in Oesterreich: 1) Küstenland 489,946 Einwohner, wovon 9,385 .Deutsche, 172,422 Slovenen, 3,300 Slovenocroatcn, 134,545 Aroatoserbcn, 116,823 Italiener, 48,426 Furlauer, 1,555 Wallachen, 3,4 9 0 Juden. 2) Böhmen 4,347,444 Einwohner, wovon 1,727,532 Deutsche, 2,549,975 Tschechen, 70,037 Inden. 3) Mahren und Schlesien 2,263,021 Einwohner, wovon 756,706Deutsche, 1,330,213 Tschechen-135,375 Polen, 663 Slovenoeroaten, 40,064 Juden. - 4) Galizien und Bukowina. (Krakau inbegriffen) '5,255,621 Einwohner, wovon 131,000 Deutsche, 2,181 Tschechen, 2,005,149 Pelm, 2,512,793 Rnthenen, 2,339 Russen, 144,626 Wallachen, 5,384 Armenier, 5,446 Albanesen, 34 6,702 Juden. 5) Dalmatien, 404,640 Einwohner, wovon 374,725 Slovenen, 28,500 Italiener, 1,005 Albanesen, 410 Juden. ' 6) Venedig 2,257,000 Einwohner, wovon 12,036 Deutsche, 26,317 Slovenen, 1,873,002 Italiener, 341,085 Furlaner, 4,7 60 Inden. 7) Ungarn 11 Millionen, wovon 4,500,000 Magjaren, 1 Million Deutsche, 2,300,000 Slaven, 400,000 Rnthenen und Muffen, 50,000 Kramer und Wenden, 700,000 Croatcn, 800,000 Serben, Schokazen, Slavonier, Dalmatiner und Jstrier, 10,000 Bulgaren, 930,000 Wallachen, 37,000 Zigeuner und Albanesen, 10,000 Griechen, 3,000 Armenier, 260,00.0 Inden. 8) Siebenbürgen (mit der siebenbürgischcn Militärgränze) 2,383,880 Einwohner, wovon 250,000 Deutsche, 200 Bulgaren, 660,500 Ungarn, 1,397,180, Wallachen, (Moldauer), 60,000 Zigeuner uub Albanesen, 90,000 Armenier, 70 00 Inden. 9) Mititargränze. 1,091,748 Einwohner, wovon 48,220 Deutsche, 9,951 Tschechen, Mähren und Sloaken, 535,736 Croatcn, 354,876 Serben, Schokazen, Slavonicr, Dalmatiner und Jstrier, 136,917 Wallachen (Moldauer) 965 Albanesen und Zigeuner, 532 Juden. ’. Demnach stellt sich für .den Gcsammtstaat die Bevölkerung der Juden auf.,,740, 256" heraus.' . Leipzig, 20. Januar. Unter den als fcranu tische Künstler berühmt gewordenen Jöraeliten uiin^ der Schauspiel-Direktor B ai son zu Hamburg, den. eben gestorben nicht den letzten Platz ein, und ich erl>^ mir hier dessen kurze biographische Skizze aus der Didask^ mitzutheilcn. Jean B äptiste Baison, (gcb.denh Oktbr. 1812 zu Mainz, gest. 13. Jan. 1849 zu bürg.) Durch das Brausen politischer Stürme klingt lrH auch die Klage der dramatischen Kunst, denn sie hat» Jean B. B a i. so n einen ihrer glänzendsten Koryphäen \< Gegenwart verloren, und Hamburg, von jeher die Pfln, statte regsten Bühnenlebens, von jeher die Pftegii, hervorragender Knnsttalente, legt wiederum trauernd n daö'frühe Grub eines seiner viclbcgabtesten Lieblinge, dankbarer Erinnerung an die reichen Spenden hcs Künstlerschast den nimmer welken Lorbeer nieder. Nur drei ebenbürtige Repräsentanten ersten Naiy! hatte das deutsche Theater bisher noch in dem durch d 13. Januar so schwer betroffenen Kimstjahre: . Lndr- Löwe, Emil Devrient, I. B. Baison. Er ist hciZ gegangen, die deutsche Kunst hat keinen jetzt an fei« Statt. Die Schärfe und Elastieität seines ninmr ruhenden Geistes, die Fülle glänzend schimmernder Phi; tasie, die stets frische und schöpferische Kraft seines ü umfassenden Darstellungs-Talents, der Reichthum fei« äußern Knnstmittel, der sinnig tiefe Ausdruck seiner cllr Züge, die hohe Pietät für jede Ausgabe seiner Kuni alles das rief uns in wohlthncnder Harmonie die sä nen Worte zu: Das ist ein wahrer Künstler! W brauchen wir erst an der Stätte seines mehrjährig? ,Wirkens seines Hamlet, Pcsa, Egmont, Urict Aeesta i A. namentlich zu gedenken, um in der Stunde \i Scheidens uns zu vergegenwärtigen, waö das fccutfii Theater in ihm besessen, in ihm verloren I Einer spätn Zeit bleibe die gründlichere Würdigung seines Wirker als Künstler, wie die Darlegung der Verhältnisse vn behalten, unter denen cr das Stadtthcater zu leiten halk Jetzt genüge cs, diese wenigen Zeilen als gerechtes Ei dmkbtatt ln den frischen Kranz zu flechten, den Küiii lcrchre und Lieb' und Freundschaft ihn: um die k.ä Stirn legen. Und da er noch in der letzten Nacht, ai schon der Fittig des Todes ihn umrauschte, unter schir? reu Schmerzen bat: ,,Möchte doch Hainburg die viö Liebe, die es mir -geschenkt, auf die Meinen üb eck gen! " wird stcher auch das dankbare Hamburg kir Vermächtnis' treuer Liebe nicht znrnckweiscu, wird tl Verluste zu mildern streben, die der in der vollstenKu seines Lebens und Wirkens Hingeschiedene unter di schweren Drucke der letzten Zeit in seinem Bühnen-!!' ternehmen erlitten und die jetzt vielleicht das' cirizi? Erbtheil seiner weinenden- Kinder sind. (Sein friifo Grab aber schmücke von der Hand treuer Knnstverchc als letztes Liebeszeichen ein einfaches Denkmal mit tot Namen seines schönsten Kurtstgcbildeö,- die ihn zuk