Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1849)
- Date
- 1849-02-03
- Page
- Seite 28 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- 28. — f in's Leben zurückzubcschweren. In der Zeit der Auf-' klärnng setzte man dem sittlichen Bewußtsein der Zeit jene dunkeln Bilder gegenüber, man sah in ihnen nur die Abstraktion, nur die naturfcindliche Herrschaft deS GcisteS; man.that ihnen Unrecht, weil man in dem Verhältnis) zu tfyucit unfrei war und bei der Autorität, die sie über >die kirchliche Partei auöübten, unfrei sein mußte. In dem Rationalismus hat man dann versucht, sie auSzulegcu und mit gelinder Beseitigung aller einzelnen Widersprüche die sittliche Gesinnung der Zeit.in sie einzuschwärzen. Man hatte noch nicht die Kraft und den Mnth, eine dctu eigenen Bewußtsein entgegengesetzte^ Weltanschamuvg zu ertragen. In unfern Zeiten ist die Gefahr, von Neuem in den Götzendienst einer derartigen Abstraktion zu gcrathen, nicht so groß». Wir könnet! unS daher tnit Freiheit zu ihr verhalten, wir können sie vom ästhetischen Standpunkt auö betrachten. Wir werden sic weder im Allgemeinen hassen noch lieben noch bewundern, wir werden sie in ihrer relativen Berechtigung zu begreifen wissen. So ist es auch mit den Juden. Aus der alten Zeit der Knechtschaft hat sich auch in unsere Tage, wo, man die Befreiung aller Menschen/ also auch dieser durch das Dorurthcil eines Jahrtausends unterdrückten .Klasse, als die Hauptaufgabe des Bewußtseins betrachtet, die Vorstellung übertragen, daß jeder Angriff gegen die Inden als A ngriff aus einen unterdrückten Stamm, zugleich ein Angriff auf die Menschheit sei. In unserer bisherige Literatur bestand ein großer Theil der Vorkämpfer und mitunter die geschcutesten Federn, aus Juden, und man durste kaum den Narnen Juden auösprcchem, ohne sogleich zur Entschuldigung hinzuzusctzen, daß man entschieden für die Emancipation derselben sei. Mit dem Namen Juden verband sich noch die altcVorstcllung, daher das Bestreben, ihn durch eine zartere Bezeichnung, z. B. Angehörige der mosaischen Konfession, zu .umschreiben. > Namentlich seit Heine und Börne war man geneigt, die Juden alö die eigentlichen Märtyrer für die Sache der Menschheit anzusehcn und sie ohne Unterschied in den. Kalender zu schreiben. Herr Benjamin d'Jsraeli konnte den Versuch machen, die Koryphäen-der Wissenschaften, Kunst und Politik unter den Inden zu finden. So rief man auch, sobald ein Jude auf dem Theater vorkam, über Sacrilcg, wie früher die Mönche und Leutnants, wo ihre Kutten und ihre Uniformen vor den Augen des Publikums profanirt wurden. ' poetische Darstellung des specisischeu Judenthums ' | eine sittliche und ästhetische Berechtigung?! - (Fortsetzung folgt.) Personalchronik und Miscellen. j _ . i Berlin. Einige Freimaurerlogen weigern sich nc$: immer, Juden als Mitglieder aufzunehmen. — Die Kreuz.' Aeitung tischt die größten Albernheiten gegen die Juden aufi M O * | i Paris. Bei einem Festessen, das der Unterrichts ininiftn gab, *unb webe! außer Ludwig Bonaparte, die ersten Nota/ ' biliräten Frankreichs anwesend waren, war auch der Präsident-' des israelitischen Konsistoriums zugegen. Was sagt die Ben liner „Kreuzzcitung" dazu? i - | . / . I Berlin. Die „Krcuzzeitung"" hat eine Subskription^ für Holz eröffnet/ und zwar zum Besten der Juden. Sir! 'will nämlich alle jüdischen Demokraten verbrennen. Dat wären die Freudenfeuer der Reaktion!!! Berlin. Ein israel. Vorsteher in'Westfalen reicht! eine Beschwerde beim Minister Manteuffel darüber ein, M die „Kreuzzeitung" das Volk gegen die Zuden aufhetze. Belagerungszustand - Minister schickte die Beschwerdeschrist <uj die Redaktion „zur ergebensten Berücksichtigung".-! » - -! * '! Bescheidene Anfrage. j „Aber die deutschen Welker verstehen wie die Inden unH Hunde nur physische Tritte". . . | (Worte des Wiener Korr.in der N. R. A. vom 17.} Decbr. v. I.) ' Im Orient Nr. 1 von d^ I. ist der Redakteur en edel' der N. R. 3. mit seinen — od^r seinem — Wiener Korcr« spondentcn nach Verdienst mit Tritten die nur der <5nti fernung wegen nicht physisch applicirt werden konnten -! traktirt worden, die die Herren nicht verstehen wollen.. : Der Redakteur en ehef der N. R. A. ist kein Iud: mehr, eben so wenig -—lmit Stolz und Freude sagen wir es — die Wiener Korrespondenten. , f .Was finb nun diese Herren nach ihrem. eigenen Ansprüche denn?.— ' . . - —-n. s Dieses -gekniffene Verhältm'ß ist nun vorüber und wir komm,, ofjnc Bcsergniß, als Fcmd dcr Mcnschheit angcklagt zu wcrdcw, ruhig untersnchcn: was hat die Frankfurt s. M. Hc. v. Bincke hak dc« Im/ nalisten S. Deutsch eine Ehrenerklärung gegeben! ' j Verlag von C. L. Fritzsche. \ Druck von I. H. Nagel. i ^!