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Der Orient · 1849-02-03 · Heft 5 (3.2.1849) · p. Seite 25

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Journal
Der Orient
Volume
10 (1849)
Issue
Heft 5 (3.2.1849)
Date
1849-02-03
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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- 25 - j -nüntdigm Publicistcn, wirklich der bczeichtteudeste Auö- - fehlt, bringt an der Spitze ihres Blattes einen lhalbcffleicllcn, d. h. auö dem Ministerium ihr zn- ' ^mttcn 3-lrtifd, zu deren Aufnahme sich eben nur dieses; Blatt hcrzngeben pflegt. Den Inhalt desselben! fcmifu wir kurz bezeichnen, wenn. wir ihn eitle eben'so : Zftafigc als ungeschickte Hcrzcnsergießung des christlich- ) ^nnanischcn Ministeriums Mantcusel über die voll vielen,; zufällig dem jüdischen Glattbenöbeketttttttiß angehörigcn 3T cmcfrafcii entfaltete oppositionelle Thätigkeit nennen. ('S iß wahrhaft lächerlich und zellgt von ctncnv überaus nictriijcn politischen Standpttnkt, wenn ein Ministerium, mit aller Gewalt für cm kottstittttionellcö gehalten i (ein will, ill unserer Zeit noch dt, Gewicht daraus 'legt, [ rccldjcm rcligiesen Bekenntttissc der oder jener feiner po-! tuischcn Widersacher zufällig angehört. Zugleich aber! hckiindet cö eine vollständige Unken ntniß der inncrn Zu-! fi.intc de^ Judenthums, wenn man den detnokratifchcn k Theil der jüdischen Bevölkerung für Juden hält. Deutschl^ickö Juden sind entweder von dem attgemeilten Gang r.'l Bildung so mit fortgerissen worden, daß sie sowohl in ihrer politischen wie in ihrer religiösen Entwickelung auf der Höhe der Zcitauschauung stehen und mehr oder minder entschiedene Demokraten mtd Nationalistctl oder Atheisten silld, d. h. alles spcciclL religiöse Elenlcnt auö sich ausgcsondert haben; oder sie sind politisch wie religiös gleich reaktionär geblieben.' Jedenfalls spielt in h*n Oppesitiouöbestrcbungcn zufällig als Juden geborncr Leute das Jlldenthum als Religion durchaus keine Rolle. Es gehört die ganze Inhumanität deS christlich-germanischen Standpunkts dazu, um auf einen so unbedeutenden Nckcnumstand als das zufällige Religionsbekenntniß eines Menschen ist, ein solches Getvicht zu legen, wie in diesem Artikel geschieht, der eigentlich in der ,,Neuen Preußischen Zeitung" seinen Platz verdient hätte. Für den Demokraten, ja sogar-für den einfach hmnanen Politiker gilt als maßgebender Gruttdsatz,: loi est alhee:, das rein individuelle Wcrhältuiß des religiösen Bckettntnisscs geht detr Staat als solchen gar nichts an. Wir würden es daher auch gänzlich verschmäht haben, diesen Artikel zu besprechen, hätte derselbe nicht eine so gemeine Indignation hier hervorgcrufen. Das Ministerium, .hat damit wieder nur uns 'genützt; denn cshat durch diesen Artikel dem Mißtrauen, neue Nahrung gegeben, welches selbst ein großer Thcil der Coufiitutiouellcn gegendasselbe hegt!" — Nun schreibt wieder die „Neue Prcuß. Zeitung " (Kreuzzeituug): ,, Mau hielt, ueuerdittgS allgemein die Juden als Haupttheilnehmev und Uuruhstiftcr der revolutionären Umtriebe und Wühlereien. Es ist dieses eine ungerechte Beschuldigmtg. Gehen wir die Verhältnisse der Wühler, und politischer.Verbrcchcr durch, so finden wir ttntcr. ihnen keinen einzigenaltgläubigen Israeliten, sondern nur die Fraktion dieses Volkes, die die neuere Zeit mit. deur Namen der Nesormjuden, bezeichnet, so wie sehr viele getaufte Juden, denen daö ""fgegosscne Wasser keilten Glauben und kein christliches Gcmüth verschaffen fontüc. Diese insgesammt stehen bei ihrem Agitireu mit den Neukatholikeu, soweit dieselben dem Dckemttnisse des erschossenen Robert Blum anhängcn, sowie mit den Freicvangelischcn und Ultrarationalisten unter den Protestanten in der innigsten Verbindung. Diese zwei letzterctt Parteien haben sich ohnedem, wenn auch nicht formell doch materiell von den ehrwürdigen Dogmen und' Grundlehrcn des Christcnthnntö losgesagt; sic gehören mithin nicht mehr zu dem allgemeinen Chrlstcnverband und können um so eher mit ihren Umtriebcu, den religiösen wie den politischen, als mit 'den Rcformjuden zu einer Klasse gehörig, angesehen werden. Der Hochmnth und die Selbstsucht hat hier dm Unglaubetr, der Unglaube den Mangel an Furcht uttfc Dcmuth vor Gott, die tetztern die Lüge, die Perfidie und dm Rcligiousschlvindcl geboren. In allen diesiri Fraktionen lebt das autichristliche Prittzip, und wenn diese Parteien, wie cs leider den Anschein hat, bei ihrer Thätigkeit und Konsequenz die Oberhand gewinnen sollten, so hat faktisch die Zeit und die Herrschaft des Antichristen begönnet:. Sodann ist ferner zu bemerken, daß kein rechtlicher jüdischer Kaustnann, welche Klasse doch bekanntlich den Kern dieser Nation bildet, sich bis jetzt bei den Wühlereien betheiligt hat, daß diese Leute vielmehr diese Umtriebe mit dem größten Unwillen betrach- - tctt. Findet sich ein jüdischer Kaufmann unter dem Wühlern, so hat er schon banqucrott gemacht, oder ec befindet sich auf beut Wege zu demselben.— Auch sahen wir unter den Ututreibertt keinen Arzt, welcher reell beschäftigt, im Besitz der bürgerlichen Achtung und vom wissenschaftlichem Wertheist. Vielmehr ist es inn: in jetziger Zcif das zahllose Heer der jüdischen Literaten,, welche an jenem Verbrechen Theil haben. Wenn der.,./ jüdische Arzt rtichiS zu thun hat, so. beginnt. er Literat , zu werden,, schreibt für die Zeitungen, leistetpolitische- Aushülfe, oder arbeitet für die Journale. Wird der- Kaufdicner aus dem Komptoir wcggejagt, so geht er zu. derselben Beschäftigung über. Viele Judenjuugcn beju- / chen jetzt, wie Einsender dieses gepau weiß, nur deßhalb. . die Gymnasien, tun nachher als Literaten zu privatisirm.. Daher sehen wir nun auch jetzt den größten Theil unfern: Zeitungen und Journale verjudelt. Die Christen haben bisher diese Umtriebe zu ihrem großen Schaden. ' unbeachtet gelassen. Wenn nun,, wie es in Aussicht.^ steht, auch die Lchrcrvcreine. unserer altchristlichcn Justitutc, der Schulen, der Gymnasien, det Universitäten tnit Inden gefüllt und verjudelt sein werden.— was steht uns für eine, herrliche Zeit in Aussicht. Sollte, übrigens unter diesen Verhättnissett dtt Umsturz alles Bestehenden erfolgen-, so wird ganz im Gegensätze mit den Ansichten der Partei , welche denselben „ herbcigeführt. hak, währenddieser allgcttteitten Greuel-.- .

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