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Der Orient · 1849-01-27 · 4 (27.1.1849) · p. Spalte 61-62

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
4 (27.1.1849)
Date
1849-01-27
Page
Spalte 61-62 (sequence 7)
Language
German
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61 Studien. Literarische Analekten. 62 muds, dann und wann auch die der heiligen Schrift. Der erste Theil behandelt die reine Lugendlehre, oder die Tugendlehre überhaupt, und nimmt 50 Seiten ein. Er behandelt in der Einleitung das Moralprinzip, und sodann in der eigentlichen Lugendlehre seine nähern Bestimmungen und Grenzen. In der. Anmerkung 1 nennt der Verf. das billigende oder mißbilligende Gefühl bei gewissen Handlungen „Gewissen". Gefühl ist nicht der rechte Ausdruck, denn Gefühle, sind wandelbar, abhängig, subjektiv; das Gewissen aber ist unabhängig und objektiv , ist daher kein Gefühl, sondern ein Urtheit. Das Gewissen bemerkt der Verf. ist noch nicht das Bewußtsein des wahren Guten und Bösen, sondern der Wille Gottes außer uns muß erst den Menschen lehren, was gut oder was böse sei. Damit kann kein Moral-Philosoph einverstanden sein; denn ist es ein Gewissen, dann muß es über das was löblich und was unlvblich, was sittlich schön oder häßlich ist, auch ohne äußere Offenbarurg ein richtiges Urtheil fällen. Daß es, wie der Verf. sagt, Götzendiener gab, die sich in ihrem Gewissen (?) beunruhigt fühlten, wenn es ihnen an Menschenopfern fehlte, beweiset so viel, als wenn Jemand beweisen wollte, GoLt^müsse sich über die Malerkunst geoffenbart haben, weil ein sehr schlecht gemalter Kopf vor einem Perrückenmacherladen dm in die Stadt kommenden Bauern sehr gefallen hat, während den wahren Kenner jenes Bild angeekelt hat. Ich versichere aber, daß der Bauer und der Kenner auf gleiche Weise würden geurtheilt haben, hätten sie sich einander verständigt und verständigen können. Es braucht auch die Lugend nur disponirt zu werden — sie gefällt, sie leuchtet ein; die alten Heiden waren aber alles gesunden Unterrichts entblößt. §. 2. Die oberste Maxime der Lugendlehre heißt: „Du sollst handeln, daß deine Handlungen Gott und Menschen wohlgefällig sein"/ Es ist dies auch das sogenannte christliche Prinzip. 2flXe Lugenden, sagten ^ie christlichen Lehrer, - welche entweder aus den Antrieben der wohlgeordneten Selbstliebe, oder aus den Empfindungen des Wohlwollens, oder aus der Betrachtung der innern Vortreffüchkeit geschehen, sind nichts weiter als glänzende Laster. Der einzige Beweggrund müsse sein: Die Gebote Gottes zu befolgen. Dies Prinzip ist zur Grundlage einer philosophischen Moral nicht geschickt, wie dies Christian Garve „Uebersicht der vornehmsten Prinzipien der Sittenlehre, Breslau, 1801" scharfsinnig darlhut. Es ist aber auch antitalmudifch, wie eZ Maimuni in seinen acht Kapiteln (K. VI) sagt: MMN prDI n’n din iDis" n1? ton ttb. nnts' iV'TOn hddi n"jj dtoid -cn n^n 'm dd^ n"n djä A tt'DJn Jnn1? Cto D”J)DE'. Die Stellen, die der Hr. Verf. anmerkr, als „Bei allen deinen Handlungen habe Gott vor Augen" beweisen nicht, daß dies oberste Maxime sei. Auch wäre dieser Satz nur die Maxime Eines Talmudisten des Bar-Kapra, der übrige große Talmud enthält alle Moralprinzipien des Aristoteles bis auf den heutigen Lag, ebenso gut, wie das! christliche Prinzip. (Fortsetzung folgt). Literarische Analekte«. i. Dcrs Wort Mit Recht bemerkt Hr. Rabb. Schott (A. Z. d- I. 1844, Nr. 29), daß der unter den Juden bekannte und allgemein gebräuchliche Name (nicht wie dort pnnktirt ist) für die 5 Bücher Mosis, eben so einer Erklärung werth, sei, wie die andern Benennungen derselben, über welche in den wissenschaftlichen Einleitungen zum Pentateuch ausführliche Nachweisungen vorhanden sind. Jedoch ist die von ihm dort gegebene Erklärung, als sei vulgär aus (wie y^") und entstanden, höchst gewagt und unannehmbar. Abgesehen von dem ungrammatischen Takte und der Gezwungenheit, die in dieser Erklärung liegen, ist auch zu berücksichtigen, daß '^DN, welches in der Bibel immer in der Bedeutung „gewännet, gerüstet" vorkommt, gewiß nicht für die betreffende Benennung verwendet worden wäre. Einfach und richtig ist aber die Annahme, daß ein Participium passtvnm Puäl mit fehlendem ft formatmim ist, wie solche Formen schon in der Bibel'Vorkommen, selbst in solcher Orthographie (mit ) für -) j. B. Nicht. 13, 8, rnjND Spr. 25, 19, Kot/. 9, 12. Die Verba denumerälia in Piel: u/fy / und -^y bedeuten: Etwas in die betreffende Zahl bringen, durch Zerlegen in Thcile oder durch Vervielfachen. Das Participiumwürde demnach bedeuten ,,aus dieser Zahl bestehend" daher dreifach (Koh. 4, 12. Ez. 42, 6) und dreijährig' (Gn. L5, 9), ncuhebräifch (in der Mischna und in der Tefilla) n&'Wp rD“ß ein dreifacher, dreitheiliger Segen und so auch'fünffach, fünftheilig, wozu zu suppliren ist das fünfthcilige Buch, ganz entsprechend dem griechischen Namen TtevrsxTSv%og, aus fünf Büchern bestehend. S. Braun, RA. in Nawicz. * * * II. [OD)ft , ptfiM'ft, griechisch (jLO(y%og, lateinisch in us cus. Merkwürdig ist der in Brockhaus Conversationslexikon angeführte Nachweis aus Kühn cmtkquitates (Leipzig, 1833), daß der Moschus bis zum 11. Jahrhundert von keinem griechischen und arabischen Schriftsteller angeführt wird, während desselben in beiden Talmuden, im palästinischen Berach. o. 6 Ende und im babylonischen Berach. 43 a Erwähnung geschieht. Beachtenswerth ist die Ansicht der talmudischen Interpreten über die Bereitung desselben von Raschi bisauf Ben-

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