Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 3 (20.1.1849)
- Date
- 1849-01-20
- Page
- Spalte 37-38 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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37 Kritiken. Portius über den Ursprung der Begriffe. 38 fasser fk mit den Kunstwörtern älterer spanischer und französischer Grammatiker und Exegeten z. B. Menachem -en Seruk, Dirnüs, Parchon, Raschi verglichen^ und einige allgemeine Bemerkungen hinzugesügt hätte, allerdings literarischen Werth gehabt , jetzt aber, da es ein trockenes Verzeichnis; ist, erlauben wir uns demseLben allen Werth adzusprechen. Der Leser, der die lesen kann, vecstehtb auch die Kunstwörter, und so ist dies Verzeichniß gänzlich überflüssig. Ern ähnliches hat Wolf Mayer unter dem Titel o'Ofcp TBZP, in Prag herausgegeben, welches ebenfalls nur stur Kinder aber nicht für literarische Zwecke ist. Wolf Heidenheim hat ebenfalls ein solches Werk hinterlaffen (vergt. LB. des Orients 1843, S. 299), welche-6 gewiß sehr gelehrt ist. Herr Lebrecht hatte gewiß, wenn ein anderer dieses Verzeichniß gemacht hätte, mit Verachtung davon gesprochen, und vielleicht den Verfasser gar mit einem Sendschreiben bedacht. Da wir keine Sendschreiben an unsere Freunde im LB. des Orients richten, so begnügen wir uns hier einige Artikel herzustellen, als Probe, wie nn solches Verzeichniß zu verfertigen wäre, damit es nicht nur für die studirende Jugend, sondern auch für Literaten Werth haben kann. (Fortsetzung folgt.) Literarische Uebersichten. Uebtr den Ursprung der Begriffe. Ein neues Lehrgebäude der ersten Grundelemente einer jeden Wissenschaft, insbesondere der Mathematik, Logik , Philosophie Theologie, allgemeine Sprachlehre, Staats- und Rechtswissenschaft von K. Wilh. Portius. Leipzig, 1848, 8. Gustav Brauns. (Schluß.) Nach einer sehr scharfsinnigen Entwickelung des Zeitbegriffks kommt der Vers, zu der Erklärung der Trias in der Auffassung der getheilteu Einheit, ferner der Trias der Zeit als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, der Trias des Raumes als Höhe, Breite und Tiefe, indem nach des Vers. Deduktion der Zeitbegriff nur Ursache als Einheit getheilt und der Raum nur die Möglichkeit des Sein als Einheit gedacht vorgestellt werden müsse. In §. 30 entwickelt der Vers, die Ursache der Einheit als Streben nach Einheit, als im Wesen der Einheit selbst liegend, das auch allen Theilen de^ Ganzen beizulegen. ist, und mit diesem Paragraphen ist der * eipntlidie 1. Theil des Werkes geschlossen. Die bann folgenden §§. bieten schon durch den Gegenstand der Behandlung großes Interesse dar. Zuerst werden die Begriffe Geist und Körper nach ihrem Ursprung erklärt, und zwar wird ersteres dahin erklärt, daß das Vermögen des Menschen, sich der drei Grendel emente der Welt, der Einheit, des Sein und der Ursache bewußt zu werden, eigentlich den Inhalt des Geistes ausmache, wenn gleich das Vermögen in seinem Allsgebildetsein mehr Vernunft oder Verstand genannt wird. Der Mensch wird mit dem Geiste, d. h. mit der Begabung, jenes erwähnte Vermögen nach und nach auszubilden, aber nicht mit der Vernunft oder mit dem Verstände geboren. Die Freiheit des Menschen ist nichts anderes, als das Sichbewußtwerden des Menschen als vernünftiges Wesen, und das Begreifen, daß in seiner Vernunft die eigentliche Ursache liegt. Die natürliche Folge ist sodann, daß diejenige Ursache, welche nicht im Menschen selbst liegt, die nicht in seiner Vernünftigkeit Zurzeit, die also unfrei auf ihn wirkt, als Gegensatz der Freiheit d. h. als Nothwendigkeit zu betrachten ist. Begreifen wir hiernach den menschlichen Geist nach seinem urthümlichen Begriffe, und haben den Ursprung von Freiheit und Nothwendigkeit gefunden, so ist zum Verständnisdes Menschen noch das Begreifen der Vermittelung nothwendig, wodurch der Mensch als ein Theil des Ganzen mit dem Ganzen eine Einheit bildet, und diese Ursachen, durch welche der Mensch mit dem Ganzen verknüpft wird, sind die Sinne. Der eine Sinn führt derw Menschen die Gegenstände der Außenwelt nach ihrer Einheit unt> Mehrheit zu, der andere nach Sein oder Nichtsein, der dritte nach Ursache und Wirkung; und hiermit wird die Einheit des Menschen mit dem . Ganzen erzeugt. Das Bewußtsein von der Vermittelung nennt man die Erfahrung. Die Erfahrung ist eigentlich die Ergänzend des Einflusses der Sinne, sie beginnt da, wo die sinnlichen Wahrnehmungen aufhoren oder richtiger, sie ist das Bewußtsein der Weiterentwickelung jener Elemente außer uns. Die Wahrheit definirt der Verfasser als die Vorstellung des Seins als Wirkung einer bestimmten Ursache, da jedes Sein natürlich eine Wirkung ist, die ihre Ursache haben muß. Dieses ist die Wahrheit, welche mittelst der Ursachen und Wirkungen erforscht wird, ohne daß sie deshalb derjenigen, welche durch die Sinne erforscht wird, entgegen gesetzt werden kann. Das Wissen entspringt aus dem Sichbewußtwerden, daß die Einwirkungen des Seins u. s. w. aus uns wirklich als Ursachen jenes Seins erscheinen. In gleichem Sinne und Geiste entwickelt Hr. P. das Nichtwissen, die Wahrscheinlichkeit und Unwahrscheinlichkeit, die Möglichkeit und die Unnröglichlichkeit, die Bedingung, den Gedanken, das Urtheil, die Idee, die Wahrheit und den Irrthum in den Vorstellungen unter vielen überraschenden Auseinandersetzungen. Sehr ausführlich und b-elchrend ist die Entwickelt!ng des Grundbegriffes der Sprache und was mit' diesem Grundbegriffe zusammenhängt; der Vers, betritt damit einen ganz neuen Boden in jener Begriffswerkstälte und entwickelt alles dahin Gehörige, nach vielfachen gemachten Studien, mit großer Schärfe und Klarheit, indem er zugleich das Meisterwerk von Humboldt „über die Kawi-Sprache" zu Grunde Legt. Dann folgen noch die Entwickelung der Grundbegriffe der Liebe, von Gott, Natur, Schönheit, sittliche Freiheit, Religion, Christo uthum, Staat, Staatsgewalt, Pflichten der Staatsgewalt, Recht, Strafe 3 *