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Der Orient · 1849-01-13 · 2 (13.1.1849) · p. Spalte 23-24

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
2 (13.1.1849)
Date
1849-01-13
Page
Spalte 23-24 (sequence 4)
Language
German
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24 Kritiken. Kimchi's Wurzelbuch. 23 hen, so sucht man dennoch Lieber diese Melancholie eher in Uoung's Nachtgedankenals in einer Recension. Die Recension über den Parchon (Höllische Literaturzeitung 1845) ist nicht nur gänzlich leer von allem Inhalt, der Leser wird noch darin, gleichsam zur Entschädigung für diese-Leere, mir einer'-Kapuziner-Predigt beschenkt, welche gegen die zudringlichen jüdischen. Subskribentensammler gerichtet ist. Abgesehen davon, daß Salomo Parchon, der über 650 Jahre tobt ist, an diesen Zudringlichkeiten so wenig schuld ist, als an der neuesten Revolution in Berlin, hatte Hr. L. auch noch bedenken sollen, daß der Mißbrauch einer Sache, nicht die Sache selbst schlimm macht, und daß dieses in der Stellung der jüdischen Literatur begründet ist. Ihre Geschichte hat sehr traurige Beispiele auszuweisen, daß berühmte Gelehrte, — wir nennen hier nur M e n a ch e m L o n s a n o, dem berühmten und gelehrten Verfasser des nVT —auf diese Weise ihre berühmten Bücher gedruckt haben. Derselbe erzählt dies selbst in dem Vorworte seines Werkes. Hoffentlich wird Hr. L. sich nicht beleidigt fühlen, wenw wir der Ansicht sind, daß ein Menachem Lonsano viele Leb rechte auswiegt. Wenn Hr. L. so glücklich ist, seine Bücher drucken zu lasten, ohne Subskribenten zu sammeln, so danke er Gott, sehe aber nicht auf andere, welche nicht so glücklich sind, mit Verachtung herab, so denunckre er sie nicht der Berliner Polizei. Eine Recension über ein Werk wie das des Parchon bietet Stoff genug dar, urn einen halben Bogen verständig ausfüllen zu können, und selbst, wenn dieses Wörterbuch nur die Übersetzung des Gannach wäre, eine Ansicht, welche Hr. L. zweimal ausgesprochen hat, mit einer Gewißheit, als stünde dies ausdrücklich in dem Buche selbst, (welches wir übrigens mit gütiger Erlaubniß dennoch für sehr unwahrscheinlich halten). Es wäre auch noch Manches zu sagen gewesen. * In dieser Recension hätte Hr. L. seine Fähigkeit als künftiger Biograph des David K i m ch i erproben können. Herr L. pflegt auch von Zeit zu Zeit seine Freunde mit Se ndsch reiben zu überraschen. Schreiber dieses war auch so glücklich, ein solches epistolarisches Geschenk zu erhalten. Diese Blätter bewahren dieses merkwürdige Aktenstück. Was der Verfasser damit bezweckte, ist uns bis zur Stunde nicht bekannt, und wenn ein Leser so glücklich sein sollte, dies zu finden, so bitten wir um gütige Mittheilung. Derselbe belegte darin R. Jona ben G an nach und alle seine Schriften mit Beschlag. Kein Mensch in ganz Europa, und wahrscheinlich auch in dm andern Welttheilen, die Antipoden mit inbegriffen, hat das Recht über Ben Gannach zu schreiben, nur Hr. L. allein — TIN n!?) N1H ■— ift von der Vor sehung bestimmt, dieses zu thun. Um so grausamer ist es von demselben, daß er dies bis jetzt nichs gethan hat. Die gesammte semitische Philologie sehnt 3) Bergt., übrigens unsere Anzeige in diesen Blattern (1844. Nr. 32. 33). sich nach diesen Offenbarungen. Hr. L. beeile sich die Wünsche der Freunde der Literatur zu befriedigen. Herr L. konsummlrt jährlich eine bedeutende Quantität Ironie. Und daher kommt es auch, daß sein Tadel leichter zu ertragen ist als sein Lob. In dem ironischen Tadel könnte vielleicht ein Lob verborgen sein, in dem ironischen Lob steckt gewiß ein Tadel. Derselbe hat sich viele Feinde gemacht, ohne daß er damit der Wissenschaft genützt hätte. Wenn wir hier hiese Worte voranschicken, so geschieht es nicht Hrn. L. ändern zu wollen, denn wir wissen wohl, daß wir nicht das Recht dazu haben. Aber dem Leser mußte dies vorausgeschickt werden, damit er wisse, welche Forderungen man berechtigt ist an Hrn. Lzu stellen. Wir wenden uns jetzt zu dem Theil des Buches, welches nicht von Ki m chi ist. Herr Lebrecht hat zu Ende des Werkes das Verzeichnis) der Autoren gegeben, welche in dem Wörterbuche des K i m d) i citivt werden. Dieses Verzeichniß enthält nicht nur nichts Neues, sondern es ist schon veraltet geboren, da über den größten Theil dieser Autoren sich unsere literaturhistorische Mittheilungen verbreiten, welche schon 1844 erschienen sind. Herr Lebrecht scheint es unter seiner Würde zu halten, auf neuere Erscheinungen in der jüdischen Literatur Rücksicht zu nehmen , und so kommt es, daß derselbe seine Leser mit alten Sachen, die jetzt alle Kinder wissen, traktirt, während vor seinen Augen allenthalben ergänzende Mittheilungen über die Autoren sich hervordrängen. Derselbe hat uns nicht gewürdigt, die Mittheilungen, die wir theils in unfern Büchern, theils im LB. des Orients, theils im Zion gemacht haben, in seiner Abhandlung zu benutzen. Dieses ist ihm von unserer Seite verziehen, „citirt werden ist des Lebens Höchstes nicht", denn man kann niemand zwingen, einen andern zu, citiren, besonders Jemanden den man beleidigt hat. Aber die Leser, welche der Meinung sind, daß Jemand, der ein Buch über einen Gegenstand schreibt, besser darüber unterrichtet ist als sie, und die also von ihm neue Belehrungen erwarten, werden nicht zufrieden sein zu sehen, daß der Autor alles rechts und links liegen läßt, welches von Leuten herrührt, die dem Verfasser nicht anständig sind. Wir wollen gar nicht von einzelnen Notizen sprechen, welche der Herausgeber dieses Wörterbuchs hätte benutzen können, und welcher, da die Noten lateinisch geschrieben sind, manche bereits gegebene Aufklärung in weitere Kreise zu verbreiten, Gelegenheit gehabt hatte, ganze Bücher, die Hrn. L. unmöglich, unbekannt geblieben sein konnten, werden stillschweigend übergangen. Der Leser, welcher die Notizen dieses Buches benutzen wollte, würde Gefahr laufen, viele veraltete Sachen nachzuschreiben. Wir lassen hier nur zu einigen Autoren, welche Hr. L. erwähnt, einige Nachweisungen folgen, und begleiten dieselben mit einigen gelegentlichen Bemerkungen., um der Literaturgeschichte einen kleinen Beitrag zu liefern. DunLs ben Librat. Hr. L. hat auch einige Proben daraus mitgetheilc, welches sehr Löblich ist. Derselbe

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