Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 2 (13.1.1849)
- Date
- 1849-01-13
- Page
- Spalte 21-22 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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21 22 Kritiken. Kimchi's Wurzelbuch. berühren j und zwar werde ich. nicht erst etwa die Nothwendigkeit d-er Trennung der politischen Rechte vom religiösen Glaubensbekenntnisse za beweisen suchen, die sich aus dem Gesagten von selbst versteht und die wir in unserer Adresse an den Reichstag bereits schon begründet habensondern das will ich nur noch erwähnen,' daß es in einem Staate keine herrschende, keine begünstigte Religion geben darf, weites dem Begriffe des Staates geradezu widerspricht. Denn dadurch würde der Staat anstatt über allen Parteien zu stehen, das Recht Aller zu vertreten, selbst zur Partei herabsinken und die Freiheit der Andersgläubigen beschränken, folglich statt die Freiheit zu wahren, würde er dieselbe selbst antasten. Es darf auch natürlich die Gleichberechtigung sich nicht auf eine gewisse Anzahl Confessionen beschränken; denn der Glaube als etwas rein Subjectives, muß als Innerstes auch dem.Gewissen allein überlassen und geschont sein. Der Mensch darf deshalb, weil er auch in seinem Gewissen frei sein will, nicht seiner übrigen Freiheit beraubt werden. Das religiöse Bekenntniß kann demnach nicht nur kein Hinderniß dev politischen Befähigung sein, es müssen im Gegentheile seinen Anhängern, wenn sie einen nicht unbedeutenden Lheil der. Gesammtbürger ausmächen, die religiösen Bedürfnisse vom Staate aus sogar befriedigt werden. Und beweist nicht eben .das Judenthum, welches Lheuere Gut dem Menschen der Glaube ist? Der giftigste Haß, die gräßlichste Verfolgung, die tiefste Verachtung konnte die Israeliten ihrem Glaubennicht abwendig machen, und diese durch Jahrhunderte bewährte unerschütterliche Treue sollte heute, wo die Menschenrechte proklamirt werden, zum Vorwände dienen können, ihnen dieselben vorzuerithalten? In. ihrem eigenen Namen sollte die Freiheit in ihrem innersten Heiligthume angegriffen werden können? Nimmermehr wird ein Volk, dem die Freiheit theuer ist, sich so Lügen strafen! nimmermehr seine eigene Menschenwürde so herabsetzen! nimmer selbst den Dolch in das Herz der Freiheit .senken wollen!.^ Hebräische Lexikographie. 'ID D'piDJn D}) Tlbp F1D1’ p “in '~b D'VIV.1 "IÖD Hebräisches Wörterbuch von David Kimchi mit Ausätzen von Elijja ha-Lew i. Herausgegeben v. I. H. R. Biese nt hat. und F. Le brecht. Berlin, 4847, 4.447* LII. bei . Bethge. Nebst zwei Blätter Glossarium der Kunstwörter. Angezeigt von Leopold Dukes» Zehn Jahre haben die Freunde der hebräischen Literatur auf dieses Werk gewartet. Endlich hat das Jahr 1847 dieses Werk gebracht. Ueber die alte Sitte, in einem Vorworte dem Leser von der Art und Weise der Arbeit etwas zu sagen, haben sich die Herausgeber hinweggesetzt, ohne üblichen Gruß sind dieselben vor den Leser getreten, und derselbe steht, sobald er das Titelblatt hinter sich har, gleich vor dem Werke selbst. Der' Buchhändler, Schriftgießer, Papiermacher und Setzer haben sich Ansprüche auf den besten Dank des Lesers erworben. Die Herausgeber haben sich um die korrekte Ausgabe verdient gemacht, auch daß dieselben die talmudischen Stellen, welche Kimchi citirt hat,, nachgewiesen haben, verdient lobend erwähnt zu werden. Es ist dies eine mühevolle Arbeit. Da wir von hem Wörterbuch des David Kimchi jetzt nicht sprechen wollen, da dieses bei einer andern Gelegenheit ausführlich geschehen wird, so könnten wir jetzt unsere Anzeige schließen. Da ferner Hr. Leb recht eine Biographie Kimchi's versprochen hat, die aber bis jetzt nicht erschienen ist, ohne daß wir die Gründe dieser Verzögerung kennen, da wir überhaupt nicht wissen, ob dieselbe überhaupt je erscheinen wird, und bis sie erscheint, erlauben wir uns die Ansicht, daß Hr. Lebrecht dieser Arbeit durchaus nicht gewachsen ist, eine Ansicht, die wir, sobald Hr. L. uns vom Gegentheile^ überzeugt hat, gleich zurücknehmen werden, so haben wir nur einige Worte noch zu sagen, über die Zuthaten, welche Hr. F. Lebrecht diesem Werke beigefügt hat. Herr Lebrecht hat, außer den Uebersetzungen, welche derselbe im Magazin der Literatur des Auslandes geliefert hat, auch in der hebräischen Literatur sich zuweilen bekannt gemacht. Diese Blätter enthalten manche Mittheklungen desselben, die aber von keiner besonder» Erheblichkeit sind. 'So z. B. eine Korrektion des welches -pjy heißen muß. Eine Erklärung des Worts 1 rfo nDJXl, über die wichtige Aussprache des Namens ^v-)p.2 Hin und wieder befindet sich eine Recension von demselben, theils in diesen Blättern, theils in Berliner Zeitschriften, theils in der Hallischen Litcraturzeitung. Die Ehre reccnsirt zu werden ist dem Schreiber sdieses (LB. des Orients 1840, Nr. 9. 10. 1t), Munk und dem Parchon zu Theil geworden, u. a. m. Der Inhalt aller dieser Recensionen ist sehr mager. Dieselben sind weder reflektirend noch referirend. Man erfahrt weder eine Ansicht im Ganzen über die beurtheilten Bücher, noch irgend eine materielle Zuthat zu denselben. Alles was der Leser aus diejen Recensionen erfährt, ist die Thatsache, daß Herr Lebrecht oft von Melancholie geplagt ist. Obwohl nun jeder Mensch das Recht hat, melancholisch zu sein, und viele Erdensöhne gewiß die gerechteste Ursache dazu ha- 1) Die Erklärung von n^D, welche Hr. L. in dem Anhang lS. 3. Note 4) giebt, scheint uns unbegründet. Da das Wort nie Wurzel im Hebräischen hat, ist es überflüssig, dasselbe aus einer fremden Sprache herzuleiten. Vergl. unsere rabbinische Blumenlese S. 86 Note 1. 2) Da wir jetzt nicht die Blätter des Orients vor uns haben, so bitten wir um Entschuldigung, diese Stellen nicht genau angegeben zu haben. Die Uebersetzungen aus den Uebersetzungen des Macari von Gajangos, liegen uns gar nicht mehr im Gedächtniß. Munk theilt uns mit, daß die englische Übersetzung . von G aj a n g os sehr unvollständig sei. 2