Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1849
- Issue
- 1 (6.1.1849)
- Date
- 1849-01-06
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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7 seS vom Wesen getrennte Etwas und das Wesen dep Einheit/ selbst Theile der Einheit sind. Die Endlichkeit der Einheit stellen wir. uns vor, wenn, wir uns alle die Einheit erschöpfenden Theile nach ihrer Größe uns denken können, und ist diese Borstellung nicht möglich , so entsteht in uns der Begriff der Unendlichkeit jener Einheit. Aus der Theilung, indem wir uns die Theile der Einheit als mehre Einheiten vorstellen, entsteht der Gegensatz der Einheit, nämlich die Mehrheit, die als Komplex einzelner Einheiten und einer andern Mehrheit gegenüber wieder als Einheit aufgefaßt wird. Aus dem Verhältniß zweier Mehrheiten zu einander, deren jede für sich als Einheit gefaßt wird, entsteht der Begriff des Mehr oder Weniger oder Gleich; aber auch als Einheit, wenn wir ihr Verhältniß zu einer andern ermitteln, müssen wir ihr. die Meßbarkeit zuschreiben. Denken wir uns die Einheit als aus Theilen zusammengesetzt) so ist die Einheit mit einem Theile derselben meßbar. Wir hätten demnach aus der Einheit die Begriffe der Theilung, der Mehrheit, der Endlichkeit, der Unendlichkeit, der Meßbarkeit u. s.w. In gleicher Weise entwickelt der Verf. die Urbegriffe „Sein" und „Ursache", theils in ihrem Verhältnis; zu einander und zur Einheit, theils in ihren Gegensätzen von „Nichtsein" und „Wirkung ", als aus den erwähnten Urbegriffen entstanden. Mit § 13 beginnt die Anwendung der vorhergegangenen Begriffsentwickelung auf die positiven Wiffenschaften, und zwar zunächst auf die Mathematik. Jede Einheit an sich ist eine Größe, insofern sie in einem bestimmten Umfange gedacht wird;' verliert sie diesen Umfang durch Entziehung mancher Theile derselben, so ist sie natürlich die gedachte Größe nicht mehr. 2(u6 der Vorstellung der Größe, in welcher eine Große gedacht werden soll, entspringt der Begriff der Zahl und damit sind die Grundelemente der Zahlenlehre gegeben. Aus der Vorstellung verschiedener Großen ,als Einheit entsteht der Begriff der Addition. Die Vergleichung, zweier Größen mit einander , um den Unterschied'zu messen, welcher Unterschied in Betreff der er ne u .Größe eine positive und in Betreff der andern eine negative Größe ist, giebt als .Ermittelung des Unterschiedes den Begriff der Subtraktion und aus der Vorstellung der Größen als Ursache und Wirkung entspringen die Begriffe der Multipllkation und Division. Hiermit sind die Elemente der Zahlenlchre gegeben. ' Interessant ist die Bestimmung des Ursprungs des Raumbegriffes, auf die erwähnte Trias zurückgeführt. Das Sein wird bekanntlich erst durch den Raum denkbar, der Raum mußte also als die Möglichkeit des Seins oder richtiger als Ursache des Seins, und zwar als Einheit vorgestellt, gedacht werden. Kann der. Raum als Einheit gedacht werden, so ist er wie jede Einheit als endlich oder unendlich denkbar. Der Begriff der'Richtung entsteht aus dem Verhältniß des Endlichen zum Unendlichen oder umgekehrt und die Einheit oder Verschiedenheit der Richtung ist die Beschaffenheit derselben. Der Begriff der Grenze entspringt aus der Vorstellung des Gesammtverhättrnffes, in welchem ein Endliches zum Unendlichen oder 8 umgekehrt steht. Die gerade Richtung, ist die Vorstellung des Wesens der Richtung als Ursache der Theilung des Unendlichen ins Unendliche, hingegen ist die Vorstellung des Wesens der Richtung als Ursache einer endlichen Theilung der Urbegriff der krummen Richtung. In dieser Weise sucht der Verf.-den Ursprung der Begriffe Dreieck, Kreis, Linie als begriffliche Vorstellungen zu ermitteln und so die Grundelemente der Größenkehre. Den Begriff der Zeit in seinem Ursprünge sucht der Verf. in sehr scharfsinniger Weise zu ermitteln, indem' er mehrere Deduktionen vorausschickt. Die Ursache können wir uns bekanntlich als Einheit vorstellen, wenn-wir uns aber diese Einheit wie jede andere als getheilt vorstellen, so stellt sich uns der erste Theil als Ursache und der andere als Wirkung dieser Ursache dar, und die Wirkung entspringt demnach aus der Theilung der Ursache. Nun fassen wir doch alles Sein entweder als Ursache oder als Wirkung auf, so daß das Sein entweder zur Ursache oder zur Wirkung gehört und wenn wir uns die Ursache überhaupt als eine Einheit denken, diese Einheit dann in gewisse gleiche Theile als besondere Einheiten uns vorstellen, so müssen diese Theile in gewissen Verhältnissen zu einander stehen. Zu dem Kreise dieser Vorstellungen gehört der Begriff der Zeit; denn sie ist die Vorstellung der Ursachen und Wirkungen als gewisser unter einer gewissen Einheit begriffenen Theile der Ursache als Einheit. (Schluß folgt.) Hermann Jellmek. Noch war der Tag nicht angebrochen — das schwarze Verbrechen scheute die Sonne' — und wieder stand auf der Schädelstätte Wiens, wo Unverstand und Bosheit die Freiheit hinzumorden wähnt, ein todesmuthiger Mann dem Feuerrohre der Schergen gegenüber. Als Mann stand er da, wiewohl an Jahren mehr em Jüngling Und selbst die Sklaven , die noch immer ihr Henkeramt mit thierischer Gleichmuth vollzogen und auf das vor ihnen ausgestellte Ziel wie nach der Scheibe geschossen, fühlten ein menschliches Rühren und ihre Hand Fluch diesem Henkermitteid! — zitterte, und das arme Opfer stürzte schwer, aber nicht zum Tode^ getroffen, nieder. „Erst nach langen Todesqualen wurde ihm durch wiederholte Schüsse und Bajonettstöße der Garaus gemacht.")" Somit ist das St a n d r e ch t in Wien geschlossen und die Ruhe daselbst hergestellt worden. Ganz nach des Propheten Spruch und Fluch"): Mit dem Erstgebornen (der Freiheit: Robert Blum) soll er sie begründen.und mit dem Jüngsten (Iellinek) vollenden. , ") Neue Rheinische Zeitung vom 1« December. •*) Josua 6. Kritiken. Portius. — Nekrolog.