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Der Orient · 1849-01-06 · 1 (6.1.1849) · p. Spalte 5-6

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
1 (6.1.1849)
Date
1849-01-06
Page
Spalte 5-6 (sequence 3)
Language
German
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5 hätten sich zu einem Akte, zu einem faktischen Kultus-bestimmt, die Opfer seien mit einem Worte: Erfindung der Menschen. Allein wollen wir zu den Mben Q.ueUen solcher Exegese die Alrflucht nehmen, so muß das AUerheiligste das Profanste werden, so muß es unter solchen Händen seinen Geist aushacrchen. Sind Opfer nichts als Erfindung, liegt ihrem Ursprünge keine tiefere Idee, keine psychologische Nothwendigkeit zw Grunde und sind sie überhaupt-nichts weiter als eine blose Celebration des öffentlichen Gottesdienstes, dann wäre schwer einzusehen, warum die Menschen gerade zu einem blutigem Akte sich vereinigt hatten, warum die Opfer, welche man einmal aus irgend einem Grunde für nothwendig hielt, nicht auf die Vegetabilien> aus welchen die frühesten Opfer bestanden (§. 3) beschränkt blieben? Wir wollen nur noch das erwähnen, daß Jur L eu, wie weit er auch von der Phikosophie sich entfernt hält, jene Auffassung als unphilosophisch verwirft (a. a. O. S.83). Vergl. noch Jes. 29, 13. , ch Eine vierte kabbalistische Auffassung ist die der meisten altern Rabbinen, von welchen ich nur die des Sohars erwähnen will. Nach ihm wird durch das Opfer die. höhere und die sublunarische Welt mit Duft erfüllt. 6 Wir enthalten uns hierüber'jedes fernern Urtheils, wir haben bereits (Z. 1) unsere Meinung über die Würdigung der Mystik ausgesprochen. Endlich wäre der Vollständigkeit wegen noch des Kusari zu erwähnen. Er hält die Opfer, den Sabbat und die Beschneidung für Gebote, die a priori angeordnet und bei denen einen Grund anzugeben nicht möglich ist;' allein cs kann Niemand verlangen, diese Ansicht zu bekämpfen. Es hieße die Aufgabe der Wissenschaft verkennen, wollte man an eine alle Reflexion ausschließende Ansicht , den Maßstab der Kritik anlegen. — (Beschluß folgt.) Literarische Uebersichten. 1) Ueber den Ursprung der Begriffe. Ein neues Lehrgebäude ■ der ersten Grundelemente einer jeden Wissenschaft, -insbesondere der Mathematik, Logik, Philosophie, Theologie, allgemeine Sprachlehre, Staats- und Rechtswissenschaft von K. Will). Portius. Leipzig, 1843, 8. Gustav Bronns. In unserer vielfach bewegten Zeit der> praktischen Versuche in allen Zweigen menschlichen Strobens ist-die Erschei- , ... # 6) Es drückt sich aus: pNTinrptt^p’DD3n\svpnp’li:) per säcrifieia (aera) et -'superiuris et inferiuris otlore implentur.— 7) Er druikt sich aus (Kap.II. 25): •'nV’DI rott' nmip p^lID fN, saeriücia, sabbatuim et ciieumcisio ratione percipi non possunt. — & nung einer rem spekulativen Schöpfung, ein neues strengphilosophisches Lehrgebäude zur Entdeckung der Grimdelemente der Wissenschaften, eine so große Seltenheit, daß selbst ein partikularistisches Literaturblatt, wenn es seine Aufgabe erfüllen will, cs nicht unbeachtet und unbesprochen vorüberziehen lassen kann. \ Und wenn auch zu einer kritischen Durchmusterung eines solchen Erzeugnisses des philosophischen Gedankens weder Zeit noch Ort günstig ist, so werden doch die Leser dieser Blätter eine kurze übersichtliche Anzeige mehr als genügend gerechtfertigt finden, zumal dieses spekulative Lehrgebäude den Urspeung der'Begriffe für alle Wissenschaften, und somit auch für die Wissenschaft des Judenthums zur Aufgabe hat. Es war bekanntlich zu allen Zeiten die Aufgabe der Philosophie, das große -Reich der menschlichen Ideen, die Ausströmungen des schöpferischen Gedankens in Begriffen zu centralisiren und die unermeßliche Fülle der Begriffe sodann durch Analyse auf ihre Ursprünge oder Genesis zurückzuführen. Von den ersten Versuchen der jon'schen Philosophen bis herab auf Hegel hat der menschliche .Geist sich in dieser Gedankenthat versucht, aber daß diese Aufgabe noch immer nicht bis zu ihrer letzten Lösung gelangt, ,beweist eben das uns vorliegende Lehrgebäudewelches diesen Gedankenprozeß nochmals durchmacht und neue Grundelemente aller Wissenschaften entdeckt. Der Vers, weist schon in. der Vorrede trefflich nach, und zwllr mit wenigen Worten, wie Kant, der sich vorzüglich mit dem Aufsuchen der Ursprünge der Begriffe beschäftigt, bei seiner Zurücksührung aller Begriffe auf 18 Kategorien geirrt, und wie in seiner Kategorien-Tasel die logische Konsequenz vermißt wird; wie ferner die 18 Kant'schen Kategorien, zu denen er keine Definitionen gegeben, auf drei .Grundelemente sich zurückführen lassen, nämlich aus „Einheit", „Sein" und „Ursache" , welche drei Grundelemente der Vers, gleich am Eingänge seiner Vorrede als die Genesis aller menschlichen Begriffe definirt, und mit dieser kurzen aber überzeugenden Kritik der Präcedenz hat er zugleich seine Berechtigung zur Zeichnung seines neuen Systems in 58'Paragraphen gegeben. Was nun das System selbst anlangt, so bestimmt der Verf., nachdem er in den 3 ersten Paragraphen die Vorstellung, den Begriff und Ursprung der Begriffe definirt und besprochen , die erwähnte Trias von Einheit, Sein und Ursache .als die Grundelemente', worauf sich alle Begriffe zurückführen lassen. Einheit ist im Reiche des Gedankens als. letztes Residuum, welches dann noch übrig bleibt, wenn wir auch alle Vorstellungen als aufgehoben und als nichtseimd uns vorstellen, es ist nämlich dieser Eine Gedanke, der eben von allen Anschauungen und Vorstellungen abgesehen, doch noch Ein Gedanke ist, der eben nicht aufgehoben erscheint, .eine Vorstellung , die nicht :v.eg.gedacht werden kann, und daher als letzter.Gedanke nicht'mehr theilbar, so ist er natürlich der letzte Begriff, der nicht mehr zergliedert werden kann. Aus diesem Urbegriffe der Einheit entsteht, wenn wir uns ein Etwas, das zu ihre in Wesen gehört, als von diesem Wesen getrennt denken, der Begriff der Theilung, insofern die- 1* Kritiken. Portius über den Ursprung der Begriffe

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