Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1849)
- Date
- 1849-01-06
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
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picht fast jedes Wort hier eine geflissentliche, boshafte' Lügc? Also ,,*ic Luden seit Emancipation ihrer Sekte'." Hr'. Karl Morr scheint ein eben so schlechter Aeittmgslcser wie Ztilungöskribler zu sein, sonst müßte er wissen, wie die Luden srit der Emancipation an der französischen wie an der russilchkn Grenze Verfolgungen erlitten, und von welcher Seite solche dcrrührten? Eine „jüdische Sekte" rm engern Sinn des Wortes kann mm höchstens die Karaiten nennen, und nur im weitern die Chriflcn u. die Muhammedaner. Das Judcnthum bildet keine Sekten, cs -will die ganze Menschheit bilden. Unter Sekte aber versteht mau im gemein en Wortsinn eine religiöse Gescllscbafl, die urige und schädliche Lehren und Meinungen hat; mikhi'n harte Herr K. M. in seiner Sprache vollkommen Recht dieses Wort zu wählen. —- „In ihren vornehmsten Vertretern überall an,die Spitze drr^ontrerevollttion?" — Haben Sie, Hr. K. M. diese Lüge so gar nicht mehr umschleicrn können, daß Sie sie selbst gegen die Alteweibcrpraxis, ohne irgend einen Anschein von Begründung in die Welt hinaus schicken mußten? Wo und wer sind die jüdischen vornehmen Vertreter? etwa die reichen Juden? Aha! also Ihnen ist reich und weise und vornehm das Nämliche? Uns Juden nicht! Wir haben sie nicht zu unfern Vertretern ernannt! Stehen die Juden, die in der Literatur sich auszcichncn, auf der Seite der Konterrevolution? Nennen Sie sie doch. Wir wollen beispielshalber nur die Redakteure der jüdischen Ieitblättcr und BertholdAuerbach anführen, um Ihnen Ihre Lügenhaftigkeit nachzuweisen. . Oder nennen Sie etwa „jüdische Vertreter" die Juden,, die das Volk zu seinen Vertretern gewählt und die in Berlin und Frankfurt tagen? Ei, Herr Marx, die sind doch wohl Volksvertreter! Doch, wir wollen mit dem Zeitungeskriblcr um den Ausdruck nicht mäkeln; wir wollen sogar einräumen,.• daß die, .die von der Gesammtmasse des Volkes zu Vertretern gewählt wurden, auch als die Vertreter ihrer Glaubensgenossen betrachtet werden dürfen; wo sind diese aber'an die Spitze der Kontrerevolution getreten? Können Sie diese schamlose Lüge Männern wie Brill, Jakoby, Kosch, Pinof und Wolheim gegenüber wiederholen? Das ist doch wohl eine andere Phantasie als die eines getauften Juden, Hr. Marx? — Oder sind die Führer der Kontrerevolution etwa in Frankfurt unter Riesser, Hartmann, Loewe und Lövysohn zu suchen? — Herr Marx wird wahrscheinlich mit dem Kopf nicken u. verstohlen auf Riesser, unfern herrlichen Riesser Hinweisen, der in Frankfurt präsidirt; — wiegt aber auch ein Riesser Hundert. Start Marxe auf, so trauen wir Herrn Marx doch nicht soviel Bescheidenheit zu, daß er deshalb von Riesser als von den „vornehmen Vertretern" sprechen sollte, wo stecken also die andern, Herr Karl Marx? BMusig gchgt, hg m MM die Rede ist, Um ich nicht umhin, meine Verwunderung ihn auf^ der Rechten zu sehen, dabei aber noch meine Bewunderung, ob seiner Klarheit und seines Selbstbewußtseins hierauszusprcchen. Die Annahme, daß Riesser — ähnlich den jüdischen Mönchen in Spanien, die um ihren unterdrückten Glaubensgenossen zu. helfen, sich der Inquisition beigestllten -- gegen seine Urber-- Zeugung irgend, wo Platz nehmen sollte, können wir, dil wir seit langen Jahren seine Wahrheitsliebe und Ausdauer mit Hochachtung anerkennen, nicht zulassen. Gleichviel? Mögen die Motive sein welche sie wallen, die ehrenhaftesten sind es gewiß; und könnte die Welt froh sein, wenn jeder Aristokrat und ebenso jeder Demokrat, sowie Riesser auf seinem Platze stände; die Verständigung dürfte dann nicht lange ausbleiben. Man verfolge Riessers parlamentarisches Wirken, von seiner Rede gegen den wahrscheinlich noch nicht vierzig Jahr alten Schwaben Moritz Mohl, bis zu der Erklärung gegen Rösler am 12.Dec., wie er (Rilsstr) heute zum letzten Mat präsidire, da er selbst fühle, daß er nicht die nöthige Ruhe dazu besitze — gewiß, dann wirb gewiß jeder Unpartheische beistimmen. Ein solch bewußtvollcS Resigniren findet man weder bei dem Ministerium Brandenburg Manteuffel, noch dürfte es bei Herrn Karl Marx zu finden sein. So sehr wir ihm seine Untauglichkeit, ein Matt zu redigiren nachgewiesen haben, wird wohl Hr. K. M. dennoch so lange die Besitzer ihn nur belassen, immer bleiben; Redakteur en chef der Neuen R. 3., des Organs der Demokratie.' Karl Heinzen hat in seiner lesenöwcrthen Broschüre: Die Helden des deutschen Kommunismus, Marx richtig fc, h. nach seiner Un Würdigkeit, gewürdigt. Er sagt von ihm: „Marx verbindet mit dieser Funktion (eines Todtengräb-ers) auch noch die deS Todtschlägers, und wird dadurch fein eignet Lieferant" — dann weiter: „Es war eine ebenso absurde als anmaßende Erwartung, noch als kommunistische Partei auftre» ten zu' können, nachdem man sich genöthigt gesehen, zuder Partei der Republikaner überzutreten. Aber Herr Marx wollte nicht auf .den Ruhm und die Genugthuung verzichten, Haupt einer Partei in partibus zu sein." Wäre Herr Marx ehrlich / so müßte er selbst den Grund finden, warum sowol die Aristokratie wie Demokratie mit den Juden unzufrieden sind, und die ärgsten Kläffer beider Parreilichkei ten maßlos auf die Juden schimpfen und gegen sie ihr (zum Glück zahnloses) Gebiß richtcn: Die Juden bleiben aber — Jaden, saget die Wahrheit den Hirten, die die Heerde irre führen'/ wie der Hund, der dem Hirten entlaufen will; ohne sich aber selbst als Hirten aufdrängen" und eigensüchtige Bestrebungen verfolgen zu wollen. So kommt es, daß die Juden, nach Herrn Marx, an die Spitze der Kontrerevolution treten; und wieder, wie der H ♦ . . ♦ Deputate aus der Grafschaft Mark — der gern. Minister werden wollte - in seinem zum Besten habenden Dreipfennigblatt, das ganz im Style eines Lraktatlein aus dem Wupperthale geschrieben ist, raisonnirt, „die zeiruagsschreibenden Kinder Israels" die ganze Revolution ausgch.cckt hsbrnj $§ dlkibt Mm Del Jude wird MdrannU ..•) Scremia 23, 1. ") Daselbst 17, 6.