Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1849)
- Date
- 1849-01-06
- Page
- Seite 2 (sequence 3)
- Language
- German
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wirklich der Annahme nicht erwehren, daß hier zwei geheime Spione aus irgend einem Grunde ihre wichtigen Entdeckungen nicht direkt an Windischgrätz und Konsorten vcrrathcn können, und daher die Vermittelung der N. R. Z., des Organe der Demokratie, in Anspruch nehmen, die ihnen auch kollegialischbereitwillig zu Diensten steht. In dem Blatt vom 23. November sagt Z, .aus Wien: „Die Juden haben ein gutes Geschäft bei der Eroberung gemacht. Was die Kroaten raubten und stahlen, haben nämlich meist jüdische Demokraten für ein Spottgeld erhandelt. — Ich kenne eine Jüdin, die ihre 80,000 fl. in 20n verborgen halt. — Die Militär-Diktatur hat alle öffentlichen Gebäude durchsuchen lasten, um Individuen und Waffen zu finden, nur die Judensynagoge, wo, wie man sagt, das ganze demokratische Israel sein Asyl aufgeschlagen, ist verschont geblieben." Den 24. Novemb. aus Wien: „Es fällt Jedem auf, daß noch nicht ein einziges Jude zur Rechenschaft gezogen worden ist, obwol die Juden grade im Interesse ihres Säckels an der ungefährdeten Spitze der Bewegung gestanden und das Schwarzgelbthum immer wülhend über dieselben gewesen ist. — Den 25. Novemb. aus Wien &: Als das Studentenko mit« — größtenthrils aus Juden bestehend — und der Demokratische Verein — ebenfalls lauter Juden bedeutende Summen empfingen. — Unter diesen Umständen ist die ganze Bevölkerung Wiens erstaunt, daß Windischgrätz noch keinem der Betheiligten, weil dafür'bezahlten Juden, ein Haar gekrümmt hat." — Endlich der 1. Dec. erzählt $: „ Jellinek sank schlecht getroffen zusammen, und stieß in seinen Qualen sich windend, daä entsetzlichste Todesgeschrei aus. Die Soldaten hatten entweder schlecht gezielt oder gezittert. — Wenn sie sich erinnern, daß der Radikalismus des Radikalen vornehmlich doch nur im Sprechen bestanden, und daß insbesondere der Jellinek kaum eine radikale Ader besaß. —- Die Tagespreise verschweigt solche standcsrechtliche Einzelheiten, sie kennt kein Mitleid. — Ich habe keine ruhige Nacht mehr seit solchen Scenen, alle meine Träume sind Blut und Entsetzen. Der Redakteur Hafner, von der Konstitulion, so heißt es, soll in Ollmütz zu Geständnissen abgefoltert werden, die er darum nicht machen kann, weil er keine zu machen hat. Man spricht von schnöden Mißhandlungen." Hier wird kein Wort davon erwähnt , daß Jellinek Jude war. Die Acußcrung, daß I. aum eine radikale Ader besaß, dürfte höchstens als Hindeulung darauf genommen werden. Als ob man dergleichen Bluthunden ein Urtheil über die Gesinnungstüchtigkeit eines Menschen Zutrauen könnte! Der andere Korr. .j. hatte schon früher den Radikalen angcklagt, daß er während der Belagerung Wiens nur „Hegelfche Philosophie" gebracht; Becher und Jellinek sind aber laut standesrechtlichen Urtheits wegen der Artikel von 22. bis zum 26. Nov. „!m Radikalen" und weil sie die Proklamation des Herrn Feldmarschall hcrabgrwürdigt, hingerichtet worden; der Philosoph Windischgrätz hat alsoden Hegel leider!, besser verstanden, wie die wiener Korrespondenten der Neuen Rheinischen Zeitung, des Organs der Demokratie! Möge man sich ja nicht täuschen und glauben, daß der wiener Korrespondent, ich spreche hier den weit verbreiteten Verdacht aus, daß die beiden Zeichen nur von einem Denuncianten und zwar, von dem berüchtigten Spion Endlich, der sein Gift doppelt von sich geben will, geführt werden; und wäre es gut hierüber Gewißheit zu erlangen, um den Namen eines solchen Subjektes der Oeffentlichkeit und somit der allgemeinen Verachtung Preis zu geben — endlich, durch den Mord und die Folter, die auch die Juden betroffen, seinen Blutdurst gestillt. — O, nein! er ist so ehrlich, den Grund anzugeben, was ihn bei Jellinek's Tod so bewegt: rS sst die Furcht. „Ich habe keine ruhige Nacht mehr feit solchen Scenen, alle meine Träume sind Blut." — Bald aber erholt er sich wieder von dem geträumten Schreck; die Wirklichkeit lacht ja dem geheimen Spion in Wien; und mit neuer Kraft denuncirt er wieder darauf los in der N. R. Z. dem O. d. Dem. vom 5. Dec. $: „Die Zwanziger sollen von den Juden mittelst Bestechung aus. dem Lande geschleppt werden — ein fidel er Schacher." Wie kann eine Redaktion so kopflos sein, nachdem sir solche Anklagen ohne Aufhören vorgeführt, wieder in dem nächsten Blatt vom 6. Dee. den Bericht eines Schweizers aufzunehmen, worin „in den rührendsten Ausdrücken, die Sicherheit, die Ruhe und das höfliche Benehmen der bewaffneten Proletarier, deren man sich während der sogenannten Schreckensherrschaft des wiener Proletariats und der Studerre Len zu erfreuen hatte," geschildert wird! Das Studenten» komits bestand — siche die Kor. vom 25. Nov. — zunächst aus Juden, der demokrotische Verein aus lauter Juden — . wie? sind nun die Juden wirklich so dumm, die Zwanziger mit Gefahr geheim aus dem Lande zu schleppen und noch dabei den Gewinn mit dem k« k. Herrn Beamten, die sie de-' .stechen müssen, zu theilen, wo sie vorher ungehindert hatten plündern können? — Doch nein! Kopflos darf man den Redakteur en chef der N. R. Z., des Organs der Demokratie, nicht nennen. Herr Karl Marx ist ein gelehrter Mann! ein weiser Mann! ein kommuner Mann! ein großer Philosoph! In Beziehung auf Juden fast so groß, wie Fichte und Hegel. Er kennt die Juden nicht und kann die Juden nicht kennen — denn der wahre Jude hält bei seiner innern Uebcrzeugung und läßt sie sich nicht abhandeln und nicht abschachern, wie etwa der getaufte Jude, Herr Karl Marx — ura> macht sich deshalb der Spruch leicht: „Der Jude wird verbrannt." Man lese nur die leitenden Artikel in der N. R. Z» vom 17. Novemb. wahrscheinlich von Herrn Karl Marx selbst — „Und nun gar die Juden, die seit Emancipatlon ihrer Sekte? wenigstens in ihrey vornehmsten Vertretern, überall-an fcie Spitze der Kontterevolution getreten sind, was Harn