Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 10 (1849)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1849)
- Date
- 1849-01-06
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2360092-2360580-2360582--6690-3534721- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
<] '! ■ ,7 SB tti MeLtLZem Zehnter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Tblr. Man obonnirt bei allen lobt* Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur ' HcrauSgegeberr von Nr. Julius Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das iiitreaturblatt mitgercchnct, zwei Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig» elpzig, dcn 6. Januar Inhalt. Die demokratische Journalistik in Beziehung auf die Juden. — Deutschlands vereinigte Staaten Franks, a. O. Kultus- und Rabbiner,vesen. Leipzig. Ein Brief aus Wien. Bamberg. Berichtigung. Leipzig. Judenfeindliche Mährchen. Löwenstein todt. Prag. Rabb: Freund. Prag. Kultuswesen. Wien Die Judenfrage. — Oefterreich i sch e Neb nländer. Krak a u. Wahl für den Reichstag. «— Dänemark. Aarhus. Iellinek. Deurschthumelei. — Polen und Ruß l a n d. Petersburg. Verordnung über Pässe. — Personalchronik und Miicellen. Berlin. Krakau. Wien. Lemberg. Kremsier — Briefkasten. — LB. d., Or. Die demokratische Journalistik in Beziehung auf Juden. Von der Journalistik der Aristokratie -7- und bis Mitte März v. I. gehörten die meisten deutschen Blätter dazu —: ist bereits öfter im Orient gesprochen worden. Freilich konnte davon nicht die Rede sein, den Judenhaß in allen Spelunken und Kloaken der Winkclblättchen zu verfolgen, denn, wenn auch keine große Kraft dazu gehörte, diesen Augiasstall zu räumen, so fehlte doch die Lust, eine solche nutzlose Arbeit vorzunehmen. Wer würde auch erst eine rodtgeborcue Mißgeburt zusammenschicßen wollen? Es wurde also nur immer die Uuutv \ulee vorgenommen, und da boicn die Blatter, welche von „Eotta's Gnaden" erschienen, von der all-gemeinen an, bis zu dem, von dem unverantwortlichen Minister TW. Menzel — den Börne zum wahren Literatus honio* ges sierstpelt — redigirten Literaiurölatt, reiche Ausbeute genug. Im Grunde hatten diese, meist nur von Medlsancen lebenden Blärtcr, mehrfach ein Recht auf die Juden zu schmähen. Abgesehen davon, daß sie ihren Leserkreis damit sehr erfreuen und ihren Privathaß— wie eben Menzel gegen Börne — habet kühlen konnten, Heben ja die Juden, die nie'einen Orden und nur selten einen Titel bekommen, keinen andern Stoff, um über sie zu sprechen. Mitunter'waren gar manche Juden so unverschämt, siir Unverdiente Züchtigung nicht banken zu wollen; konnte es nun was Erwünschteres geben, als solche stößige SünDenböcke der übrigen frommen Heerde zum abschreckenden Beispiel hinzustellen, zumal Donna Censur hierbei es gar nicht genau nahm, mochte noch so viel gelogen und geschimpft werden? Doch diese Zeit ist todt, und hoffentlich diese Zeirblatter auch. Wackeln auch noch einige Vampyre hie und da, wie etwa die einfältige Hospitalitin mit dem Kreuze in Berlin; so sind ihre Bisse, da den zahnlosen Kiefen das Gift benommen, nicht schädlich; und wird der immer heller werdende Tag sie wol bald ins Grab zurück treiben. Können wir nun nicht, aus entschiednem Abscheu gegen jede Lüge, wie das Sprichwort will: von den Todten Gutes sagen; so können wir doch wenigstens von ihnen schweigen. Nun aber hat die Zeitcichtung eine den,okratische Färbung angenommen und mit ihr auch wieder die Zcilblacter. In Beziehung auf Juden aber sind sie sich gleich geblieben: D'.r Jude wird verbrannt! Waren die Juden ihnen früher nicht servil, nicht kriechend genug,, so haben sic jetzt zu sehimpfen Ursache, daß sie zu wenig revolutionär, zunt blutigen Umsturz aller Verhältnisse nicht die Hand bieten. Wir wollen heute nur eines der Hauptblätter dieser Richtung, dic Neue Rheinische Zeitung, die als „Organ der Demokratie" cmftritt, vorführcn. Kann man einer R<dak;icn auch nicht alle Dummheiten und Nichtswürdigkeit.n;l)t\c Korrespondenten zur Last legen, so darf man doch, wenn solche sich zu oft und immer nach einer Seile hin wicdirholtn, annchmeg, daß die Korreßpondnukn mindestens das, was willige Aufnahme findet, wenn .nicht gar auf. Bestellung so schreiben. Beim Nachlesen folgender Stellen aus dcn Berichten zweier wiener Korrespondenten . + und r, kann man sich ■ ' ' 1