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Der Orient · 1848-12-23 · 52 (23.12.1848) · p. Spalte 805-806

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
52 (23.12.1848)
Date
1848-12-23
Page
Spalte 805-806 (sequence 3)
Language
German
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805 Studien. Berichtigungen von Dr. Beer. 80K sur veranlaßt wurde, in einer zweiten Auflage die dahin bezüglichen ri'W wegzulassen. — Hierbei sind einige Unrichtigkeiten. — R. Iecheskel Landau ward bereits im Jahre. 1756 zum Oberrabbiner nach Prag berufen; die erste Auflage des »TOTU jnij, worin jene befehdete Bl. 78 rc. sich befindet, ist aber erst 1776 — also 20 Jahre später — gedruckt. Wie kann er also deshalb feine Stelle in Iample haben verlassen müssen? — R. Iecheskel's Berufung nach Prag war aber nicht die Folge seiner erlangten Celebrität durch den viel später erschienenen rnrp3 JHU, sondern geschah sowohl wegen seines großen talmudischen Scharfsinnes, als hauptsächlich in Folge seines klugen Benehmens in der Eybenschützischen Streitsache und eines von ihm in dieser Angelegenheit erlassenen (im nriyn nirrfr nicht vollständig abgedruckten) Briefes. — Nach Erscheinen des miTO JDU hatte allerdings die Familie der durch jene aW sich beleidigt fühlenden Frau Klage gegen N. Iecheskel Landau erhoben, und er soll deshalb zu einer Geldstrafe und zur Vernichtung der die beregte nV enthaltenden Blätter in den nicht bereits von ihm veräußerten oder verschenkten Exemplaren kondemnirt worden sein. — Diejenigen Exemplare des mrpi JHU, worin jene nV nicht fehlt, gehören daher zu den Seltenheiten, da man sie auch in mehreren spätern polnischen Nachdrucken weggelassen hat. •—■ Das in Nr. 34. col. 543 rc. d. LB. abgedruckte hebräische Schreiben des R. Ionatan Eybenschütz an Moses Mendelssohn befindet sich bereits im 3. Bande des CTD IDn S. 224 nebst einem Vorworte und einer Anmerkung des Hrn. Juda Ieitteles wörtlich ab ged ruckt. 5. Nr. 35. col. 556 wird von Dm B......l in Berlin eine neue Erklärung des üblichen Ausdrucks „Ketowes" versucht. — He. Dr. B......l ist hierbei in den Fehler Elia Levita's gerathen, dieses Wort mit dem 3 zu schreiben, auch die Herleitung aus dem Griechischen und Lateinischen ist im jüdischen Mittelalter höchst unwahrscheinlich. Ketowes muß nDDp geschrieben werden, und bedeutet schneidende Reden oder Stichel reden (nach dem chald. und arab. -jjop, schneiden), wie dies aus dem ^DiDil (Franks, a. M. 1691, 8.) S. 2, der für solche Sachen wohl eine Autorität sein dürste, das Nähere zu ersehen ist. — 6. Zur Biographie des R. Salomo Lor-ia, Nr. 36. col. 569, ist zu bemerken, daß die KW nicht erst zu Fürth, 1768, sondern bereits vom Sohne des Verfassers 1575 za Lublin in 4. edirt wurden. nDFD h]3 llW ist gar nicht erschienen. — Unbedeckten Hauptes zu essen und zu studirm verbietet Salomo Loria nicht (wie Herr Dr. Fränkel sagt), sondern gestattet es vielmehr. — 7. Nr. 38. col. 667 fehlt in der biograph. Skizze des R. Elijja den Chajjim (rfjNl) die Angabe eines Hauptwerks desselben, nämlich der zu Konstantinopel h. a. unter Sultan Achmed (der 1617 starb) edicten roc^rn Th. 1 und Novellen auf rum fl 3, welche mit den unter dem Titel CPpßy D'D nebst mehrern Gutachten des Elijja Misrachi zusammendruckten die Hr. Dr. Fränkel anführt, nicht zu verwechselri sind. — Hr. Dr. Fränkel hat hier seinen gewöhnlichen Gewährsmann Jechiel Heil prim verlassen u. sich wahrscheinlich irrigerweise aufWolf, Bibi, liebr. p. 1 gestützt, welcher indessen im, dritten Theile der Bibi, liebr. seinen Irrthum selbst berichtigt hat. — Obige, in Konstantinopel nach dem Tode des Verfassers gedruckte Sammlung in Fol. enthält zuerst,eine im poetischen Style (mit Refrains aus der Geschichte des Propheten Elijja) verfaßte Einleitung des Editor's, „Jizchak aus dem Hause Leon", worin die umfangreichen Werke des R. Elijja ben Chajjim (Novellen auf die meisten talmudischen Traktate, Tausende und Myriaden von Gutachten, Erläuterungen im Gebiete der Midraschim und Haggadot, Erklärungen ausTora, Nebiim und Ketubim) gerühmt, seine traurigen Schicksale — worunter auch der Verlust eines geliebten Sohnes in der Fülle der Jugend — beklagt werden und dann erzählt wird, daß ein großer Theil seiner handschriftlichen Werke durch frevelnde Hände gestohlen worden seien und man die Wiedererlangung der abgedruckten Novellen auf nmrD blos den Gewissensbissen eines jener Diebe, welcher solche ungesehen in die Synagoge zurückbrachte, zu verdanken habe. — Es folgt hierauf noch ein Gedicht in 50 kurzen Versen ähnlichen apologifchen und elegischen Inhalts. — Die Sammlung selbst enthält (von Blatt 1 bis 184) 125 über alle Ritual-, Ehe- und Rechtsgegenstände sich erstreckende, mitunter sehr interessante Gutachten. (So wird u. A. Bl. 165 die Frage behandelt, ob man Karäern Zinsen geben darf, aber natürlich — obzwar gegen den damals verwaltenden Brauch — verneinend entschieden») Von Blatt 185—272 befinden sich die Novellen auf bis zu Bl. 98 dieses talmudischen Traktats. — 8. Nr. 39. col. 613 in der schätzbaren Biographie des R. Chijja von Hrn. Kirchheim Anm. 7 heißt es: „daß die Erzählung, welche Aruch Rad. Wj> aus spy TIND O rprw citirt, sich im Tanchuina findet". — Hierzu ist blos zu bemerken, daß dies bereits von Mussafia angeführt wird. 9. Zu Nr. 47. col. 737 rc. „bibliograph. Mittheil. des Hrn. Wunderbar über das Buch nir&NiT MNM" ist folgendes berichtigend zu bemerken.' I. Das kabbalistische Buch nmKs'n nmyo ist nicht von dem Losafisten po U'D“), gewöhnlich genannt, sondern von R. Perez Gerondi, wie Zunz bereits in den ^ciüitament. acl ertt. cod. Ups. p. 317 nachgewiesen hat, vergl. auch meine Recension des Zunzsschen Werks „zur Ge- 52*

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