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Der Orient · 1848-12-16 · 51 (16.12.1848) · p. Spalte 793-794

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
51 (16.12.1848)
Date
1848-12-16
Page
Spalte 793-794 (sequence 5)
Language
German
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793 Studien. Literarische Analekten. Theodotion. Gallien! in Kleinasien. 794 Es dünkt auch Hin. K. (S. 139) „nicht klar", warum der biblische Bericht nicht ausdrücklich aussagt, daß' das Volk auch Israeliten in sich schloß. Nun, er thut dies gewiß nur. darum, nicht, weit er es als sich von selbst verstehend voraussetzt, und diese Voraussetzung liegt in , der zuletzt angeführten Stelle ganz offen zu Tage. Man braucht darum noch kaum auf den Haß der Juden gegen ten Samaritaner zu reflektiren. In der Hauptsache hat Hr. K. seinen Zweck, die Widerlegung Hcngstenberg's und die Begründung der entgegengesetzten Meinung, vollständig erreicht durch eine feste und klare Ausführung. E. Rodiger. (H. A. L. Z.) Literarische Analekten. I. Theodotion, der griechische Uebersetzer der Schrift. 1. Z e i t a l t er des Theodorion. Irenaus in seiner Schrift gegen die Ketzer/ die er zur Zeit des römischen Bischofs Eleutheros (177—192) geschrieben, gedenkt desTheodotion als eines neuern griechischen Uebersetzers, und er muß demnach ungefähr im. letzten Viertel des 2. Jahrhunderts seine Uebersetzung gemacht haben. Genauer noch bestimmt Epiphanius die Zeit, indem er ausdrücklich sagt, daß Theodotian seine Uebersetzung unter der Regierung des Commodus, d. h. also zwischen 180—192 gemacht. Am Nächsten bestimmt es das Chronicon Paschale, das die Anfertigung untevsden Konsuln Marcellus und Aelian, d. h. im Jahre 184 n.Chc., geschehen läßt. Zwischen diesen drei Zeitbestimmungen ist, wie man leicht sieht, kein Widerspruch, da in der weitesten' Zeitbestimmung die anderen mit begriffen sind, und indem er seine Uebersetzung 184 angefertigt, so war das unter den Konsuln Marcellus und Aelian, unter Kaiser Kommodus und während des Bischofamtes des Eleutheros zu Rom. Indem wir nun wissen, daß er 184 n. Chr. seine Uebersetzung veröffentlichte, so können wir danach muthmaßlich seine Lebenszeit bestimmen. 2. Vaterstadt des Theodotion. . Irenaus in der erwähnten Stell/ sagt ausdrücklich, daß Theodor io'n aus Esesos war/ und da dieser der erste ist, der des Theodotion und seiner Uebersetzung gedenkt und die andern erst ihm nachgesprochen, so können wir diese Angabe als die richtige 1) Irenaus, advers. liaeres. 3, 21. 1. 2) Epiphanius de pouderib. et mens. c. 17. 3) I. c. — 4) I. c. cog GeoSotIov ^(mevevcev o ’Eqjscrios. Efesos war mithin die Vaterstadt des Theodotion und des Tryfon, der mit Justin disputirt. aufnehmen. Wenn daher Epiphanius sagt, Theodotion aus Pontus gewesen/ so kann diese Aussage der des Irenaus gegenüber schon darum keine Bedeutung haben, als sie offenbar aus den gleich daraus folgenden Worten des Irenaus „und Akylas aus Pontus" nach einem Gedächtnißsehler entstanden. 3. Theodotion, ein Jude. Irenaus sagt ausdrücklich, daß Lheodotion aus Esesos und Akylos aus Pontus, beide Juden waren (d{icpozEQoi ’lovdcc'Coi), und als einen Juden (genere Judaeus) und trotz des Christenthums, das damals bereits fortschritt, ungläubig (utigue post adventum Christi ineiedulns) und als einen lästernden jüdischen Uebersetzer(hominem Judaeum atque biasphemum) schildert ihn Hieronymus, o Keiner der Alten weiß etwas davon, daß er Christ gewesen, sondern im Gegentheil behaupten alle, daß er Jude war, nur daß Irenäus noch sagt, daß er wie Akylas aus dem Heidenzum Judenthpm übergegangen, odervielmehrernennt sie beide tcqo6t]Ivtol. Ader abgesehen davon, daß Hieronymus (!. c.), der doch Vieles von seiner Uebersetzung sagt, nichts von seinem Uebertritte zum Iudenthume weiß, sondern ihn als ursprünglichen Juden (genere Judaeus) ansieht, scheint mir das nQ06r}Zvzog wie das u bei den Talmudisten auf etwas anderes hinzudeuten. Onkelos und und Akylos erhalten im Talmud das Epithet AkyloS und Theodotion bei Irenaus 7tQo<>7}lvzoi,g und es wäre doch sonderbar, wenn alle Uebersetzer gerade CM gewesen sein sollten. II. Wie ist Gallia im Tnlmnd zu verstehen? In Bezug auf Gallien, im Talmud, habe ich zu bemerken, daß dies die kleinasiatische Landschaft Galatien {TalcczLa) ijl, welche das griechische Gallien hieß/ aber keineswegs das ferne Gallien. Es wohnten daselbst gallische Stämme in Verbindung mit einem keltischen, die seit dem 3. Iahrh. vor Chr. nach vielfachen verheerenden Streifzügen in Asien, sich hier festgesetzt und sich mir den Griechen vermischt/ In diesem Gallien (Galatien) waren früh schon Juden angesiedelt und jüdische Gemeinden/ und nach der Entstehung des Christenthums kam der Missionär Paulus hin, um zunächst aus jüdischen Einwohnern dieses Gebiets eine christ- 5) Epiphanius!. e. Gsoöoziov ztg TIovziY.og, 6) Praefat. in Dan. Epist. ad August. 1) Livius 37, 8. 38, 12 rennt Galatien nue Gallograecia und ebenso Flor. 2, 11. Vergl. Spanhem. ad Callim. Del. 184. — Im N. T. (2 Tim. 4, 10) hat man umgekehrt unter Galatien das ferne Gallien verstanden, und in Folge dessen Kreszenz zum Apostel der Gallier gemacht. 2) Strabo 4, 187. 12. 566. Liv. 38, 16. Flor. 2, 11. Justin. 25, 2. Appian. Syr. 32, 42. Pausan. 1, 4. 3) Josef AG. 16, 6. 2. -

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