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Der Orient · 1848-12-09 · Heft 50 (9.12.1848) · p. Seite 392

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 50 (9.12.1848)
Date
1848-12-09
Page
Seite 392 (sequence 7)
Language
German
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- 392 tet, worauf er jüdische Bilder opfert. Die Portraits/ von Spinoza, Mendelssohn, Cremieur, Montefiorev sind bereits als Gauzopfcr dargebracht worden. Hort er etwas Nachtheiliges über einen Juden, so leuchten seine Augen, verklärt sich sein Gesicht, und die Hände gefal- 1 tet ruft er inbrünstig aus : „Ich danke dir, Gott, für! diese Nachricht. Dir, o Herr, zu Ehren, will ich die Schandthaten der Juden schildern." Sein letzterHauch i wird sein: ,,Fluch den Juden!" Nur gegen Eins ist er freundlich gestimmt: gegen das Geld der Juden. Leipzig, 23. Nvbr. Wir geben hier nachstehendes Verzeichniß der Schriften von Hermann Jell i n e k: 1) Uriel. Acosta. Zerbst, 1846. 8. 2) Das VerlMniß der lutherischen Kirche zu den reforlnatorischen Bestrebungen Nicolau's Crews und Christians I., in seinen Wirkungen auf die neuesten Ereignisse. Leipzig, 1847, 8. 3) Die gegenwärtige Krisis der Hegel'schen Philosophie, von St. Rene Taillandier. Mit einer kritischen Einleitung über die Bedeutung der letztenzwölf Jahre in Deutschland. Leipzig, 1847, 8. 4) Die religiösen, socialen und literarischen Zustände der Gegenwart. In ihren praktischen Folgen untersucht. Erster Theil: Die religiösen Zustände der Gegenwart, oder Kr itik der Religion der Liebe. Zerbst, 1847, 8. S. 299. 5) Die Täuschungen der aufgeklärten Juden und ihre Fähigkeit zur Emancipation, mit Bezug auf die von der Preuß. Regierung dem Vereinigten Landtage über die Juden gemachten Propositionen. Zerbst, 1847, 8. 6) Das Denuneiaflons - System des sächsischen Liberalismus und das kritisch-nihilistische System H. Jellinek's. Leipzig, 1847, 8. 7) Kritische Geschichte der Wiener Revolution vom 13.' Marz bis zum konstituirenden Reichstag. Wien, 1848, S. S. 256. 8) Leitende Artikel in den in Wien erschielrenen Journalen: „Allgemeine Oesterre ich i s ch e Z e itung" und der „Radicale" vom März bis zu Ende Oktober 1848. 9) Kritischer Sprechsal für die Hauptfragen der Oesterreichischen Politik. 3 Hefte. Wien, 1848. 8. München, 28. Nvbr. Die neuen GesetzeSvorlngen, welche im Ministerium des Innern für die kommenden Kammern ausgearbeitet werden, betreffen , wie verlautet, völlige Emancipation der Juden, noch ehe die Grundrechte publmrt werden. Allein das Ministerium Lerchenfeld hat einen großen Gegner an der Kamarilla, die auch m Baiern ihr dämonisches Spiel treibt, und durch eine Blutläuse den alten antidiluvianischen Zustand wieder Herstellen möchte. Wien, 16. Nvbr. Die meisten Israeliten, welche an der Spitze der Bewegung gestanden, sind noch glücklich dem Tode durch Pulver und Blei entkommen, -und mit Ausnahme des unglücklichen Jellinek wird wohl kein Glaubensgenosse als Opfer fallen. 'Ich will Ihnen übrigens noch bemerken, daß unter den 12 Geißeln, welche sich Windischgrätz gestellt, auch drei Israeliten waren, nämlich: Benedikt Margolios, Chemiker aus Galizien, 20 Jahre alt, Ignaz Barrach, Jurist aus Lemberg, 22 Jahre alt und David RaizeS, Medieiner aus Lemberg, 23 Jahre alt. Ich brauche es wohl kaum zu erwähnen-, daß einiger Muth dazu gehörte, um sich Windischgrätz ausszutiefern, und daß die Juden bei jeder Gelegenheit bewiesen haben, daß sie Apostel und Söhne der Freiheit sind. Frankfurt a. M., 29. Nvbr. In der heutigen Sitzung der Deutsche n Na tionalversam mlung, wo die Österreichische Frage verhandelt wurde, nahm der Abgeordnete Gi s kr a aus Mähren auch Veranlassung sich über den an Hermann Jellinek in Wien verübten Mord auszusprechen und zeigte den Verrath des Reichsministeriumö in der Wiener Sache. Ä Leipzig, 30. Nvbr. Die in Brussel erscheinende^ Zeitung „H'Iudependanee" schreibt aus Wien über H. Jellinek: ,M. Jellinek, connu par plusieurs ouyrages publies ä Leipsick, founüssait aux gazetles radicales des arlicles raisonnes d’apres la politique basee sui* la philosopbie de Hegel; c’elait nn jeune komme de beaucaup de savoir, mal8 peu praetique ei trop doctrinaire“. — Das „Dresdner Journal" vom 30. Novbr. schreibt: Von der bewnndernswerthen Fassung Jellinek's erzählt man sich mehre Züge. Auf eine Theilnahmsbezeigung antwortete er: „Mein Geist ist heiter, ich hoffe, mein Körper wird mir keinen Streich spielen. Meine - Sache ist besiegt. Es ist daher ganz in der Ordnung, daß ich falle". — Im „General-Anzeiger" dichtete Dr. H erm an n S e m ut t g: „Und mir auch ist gefallen ein Freund, des Lorbeers werth, O, Jellinek, Du führtest die Feder wie ein Schwert, Im Leben ein Spinoza, im Tode Du ein Huß, Dir sei mein ganzes Leben ein steter Abschiedsgruß." I X* Wien, 25. Nov. So lautet das Bluturtel über Becher und Jellinek. Die Geschichte wird über diesen blutigen Mord einst zu Gericht sitzen : 1) Al f r c d I u l i u s Be ch e r, geboren zu Manchester in England, 45 Jahr alt, protestantischer Religion, Witwer, Doktor der Rechte, verantwortlicher Redakteur und Verleger der politischen Zeitschrift „Der Radikale" und 2) Hermann Jellinek aus Ungarisch-Brod in Mähren gebürtig, 25 Jahre alt, israelitischer Religion, ledig, Doktor der Philosophie und Mitarbeiter des erwähnten Blattes — sind in Übereinstimmung mit dem erhobenem Thatbestande, theils durch ihr Geständniß, theils durch die gerichtliche Anerkennung des Inhalts der

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