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Der Orient · 1848-12-02 · 49 (2.12.1848) · p. Spalte 773-774

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
49 (2.12.1848)
Date
1848-12-02
Page
Spalte 773-774 (sequence 7)
Language
German
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773 774 Kritiken. Cahen's Mibelwerk. — sagt derselbe a. a. O. — nicht unmöglich von Jugend auf von so vielen großen Dingen inwohnende und gleichsam ausgezeichnete Begriffe in der Seele haben, wenn nicht die Seele vor ihrem Eintritt in den Körper in der Erkenntniß der Dinge gelebt hätte". Die P r ä e x i ft e n z der Seele, steher mit dieser Idee in Verbindung, Plato har sie ebenfalls angenommen, und wir finden sie im Buche der Weisheit (DE)1?# HDDn TO“)) so wie in vielen Stellen des Talmuds, welche jetzt anzuführen zu weitläufig wäre. Eine Idee, die nur ihr Alter ehrwürdig macht, die eben über die Verschiedenheit der menschlichen Anlagen keine Auskunft giebt. Hier ist alle Psychologie bis jetzt gescheitert, und hier ist der Punkt, den der Materialismus als Boden für sein Prinzip betrachten könnte, wenn nicht wieder von anderwärts her, Gegengrunde geholt werden könnten. Wir lesen zuweilen die Worte im Talmud j-tfnn WT nWO wyD Dy .m"pn „Gott machte eine Bedingung mit der Natur" u. s. s., welcher Ausdruck an Leibnizens prastabilirte Harmonie erinnert. Oie Talwudisten brauchen diesen Ausdruck als eine Art Erklärung für die Wunder. Leibniz als Erklärung für die Erfahrungen im gewöhnlichen Wettlauf, zunächst für den Zusammenhang von Körper und Seele. Keins von beiden ist zwar damit erkannnt, diese zwei Wörter haben aber zu Leibnizens Ruhm auch beigetragen, und so muß man den Ausdruck der Talmudisten auch in Ehren halten. Aehnliche Stellen könnten in reicher Fülle noch geboten werden, der Raum einer Recension erlaubt dies nicht. Die Haggadot und Midraschim enthalten aber auch viele Exegesen, lexikographische, synonymische und grammatische Bemerkungen, die zum Theil, wie wir bereits anderwärts bemerkten, in die alten Wörterbücher des Jona ben G'annach, Salomo Parchon und David Kimchi überge- 1 gangen sind. Dieses ist es, was wir die sprachliche Exegese des, Talmuds nannten, und woraus wir einige Proben in diesen Blättern (1848 Nr. 19. 20. 22. 23) in der Recension des hebr. Wörterbuches von David Löwe, gegeben haben. Wir finden in den Midraschim Erklärungen einzelner Wörter. So z. B. über das örfQ“ü U Könige) lesen wir in Jalkut Kohelet §. 965 — NnrraD ndh *py jT nDN jum „Eine Art Vogel, welcher aus der Berber ei kommt" (Hr. David Löwe wird die Anzeige dieser Stelle in seinem Lexikon nachtragen). Auch über Eigennamen finden wir mehr Erklärungen, worin die Talmudisten den Neuern zuvorgekommen sind z.B. über den Namen lesen wir (Jalkut Jeremias §. 362) [Vjd ynt] i?DDD yiM, welches in neuerer Zeit ebenso erklärt wurde, wir hoffen diese Stelle in den Lexikon des Hrn. Löwe im Art. jhf zu finden. Der Redakteur dieser Blätter hat im neuen Zijjon von Goldenthal (Nr. 1) eine reiche Lese solcher Exegesen der Eigennamen gegeben. Wir führen hier einige solche Proben, die sich auf Stellen der Psalmen beziehen, dem Leser vor. Die Zahl derselben wäre sehr zu vermehren, wenn hier der Ort dazu wäre. Manche dieser Erklärungen sind lexikographisch d. h. es sind die Bedeutungen der Wörter aufgezählt. So z. B. Jalkut Psalm §. 620 zu 2 TDD1 \\D TI DD 3 ‘Ottl n ’ n 3' n n todi n"i tod n1? -jidi n-kj rpnntyBN DIN ’D’DJ .nJIDty NID n'S i~DDD bjy nI'j — „Was heißt dies TDD1? ich habe gesalbt, wie TOD N*?. Oder ich habe gegossen, wie nDDD bjy, Oder ich habe groß gemacht wiie cHN TDJ" u. s. f. Diese Stelle ist zugleich ein Beitrag für die Geschichte der Grammatik. Man sichet, daß derjenige, der diese Bedeutungen sammelte, -po als Wurzel von -p) hielt, welches nicht richtig ist. Psalm 18. -jry» 'NDm * lö-mN- Wir haben diese Stelle bereits in unfern literaturhistorischen Mittheilungen (l. letztes Blatt) angeführt. Der Midrasch deutet hier uns cm, daß dies “pDIN nicht m der hebräischen Bedeutung des Wortes (erbarmen), sondern in der chaldäischen llieben) zu nehmen ist. Jalkut Psalm §. 718 zu (D^nn) y^D nü'N ♦ udd DTw.1 ry&sT $b) rytfi^DD no:i niw wb nusw „tyeil dem, der über die Sünde erhaben ist, über den die Sünoe sich nicht erhebt". Der Midrasch deutet mit diesen Worten an, daß er das in der Bedeutung von neo ,-erheben" nimmt, und nicht in der von „verzeihen". Genau genommen ist die Bedeutung des /»heben" und „verzeihen" aus einem Begriff entsprungen, die Bedeutung „verzeihet" ist sekundär, sie ist metaphorisch „heben" so wie im Deutschen „verzeihen" von „ziehen" herkömmt. Verzeihen heißt „wegziehen machen". Jalkut Psalm §. 762 gu HDDyNM “]rPD/N ■mi 1 “IIy tn “in d^n-odn w Cd D^nn) ITyb b “HDN “IW. „lieber das Wort nD“iyN sind zwei Gelehrte [Emoraiml verschiedener Meinung, der eine übersetzt es „ich will alles vor dir erwecken Trty!^ anregen [er nimmt dies Wort als wäre die Wurzel -yiy und das dd zu Ende als Pronom), der andere erklärt „ich will alles ordnen". Die zweite Meinung enthält das richtige. Manche dieser Erklärungen sind nicht wörtlich, lehnen sich an eine sprichwörtliche Redensart, wie wir solche zuweilen im Talmud finden, und wovon wir bereits einige Proben in diesen Blättern gegeben haben. So z. B. Jalkut Psalm zu Psalm 11. miN by 'b bim in ddn msa nmn nt) — lrmj ms3 ]D3iy^nnn )Os' nb& jty „David sagte: verzeihe mir diese Sünde, daß man nicht sagen solle: der große Berg unter ihnen hat einen Vogel erschüttert". Der Leser flehet leicht ein, daß dieses keine Worterklärung

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