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Der Orient · 1848-12-02 · 49 (2.12.1848) · p. Spalte 771-772

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
49 (2.12.1848)
Date
1848-12-02
Page
Spalte 771-772 (sequence 6)
Language
German
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m Kritiken. Cahen's Bibelwerk. 772 Elemente und ihre sprachgesetzmäßige Fortbildung nachzuweisen; nein, nicht blos: aus Mangel an nützlicheren Thätigkeiten, sondern äus innerstem Grunde menschlichen Bedürfnisses, menschlichen Nutzens, menschlichen Frommens und Heils. Der thierische Instinkt treibt den Körper Speise und Trank aufzusuchen, und das zu seinem Nutzen, zu seinem dauernden Fortbestehen; der geistige Instinkt treibt den Geist zum Forschen und Erkennen, und das ebenfalls zu seinem reellen Nutzen. Vorüber ist die Zeit, 'wo sich der menschliche Geist mit nichtsnutzigen theologischen Diskussionen abhärmte und sich zu allem Praktischen untauglich machte; vorüber ist jene Zeit des mittelalterlichen Scholasticismus, der dem Leben entfremdet und sich gleichsam vor demselben scheuend sich in die dumpfen Klausen müssiger Einsiedler zurückzog, aber nichts destoweniger auf die gesellschaftlichen Zustände hemmend und lähmend einwirkte, gleich giftigen. Pfeilen geschleudert aus geheimen versteckten Schlupfwinkeln. . Aber selbst die Resultate jenes finstern Müssigganges zeugen von der innigen Verbindung und Wechselwirkung zwischen dem Wissen und dem Leben, dem Theoretischen und Praktischen, zwischen dem anscheinend unthätigen Forschen und dem äußerlich bewegten Handeln. War das allgemeine Staatenleben im Mittelalter ein dumpfes, knechtisches, trübsinniges, so waren die geistigen Beschäftigungen, die Studien, ebenfalls nichts anders als trübe, armselig, unfrei und eines geknechteten Geistes würdig; und würden hinwiederum die frischen Geister in den engen Lehrzellen zusammen und einem Schwamme gleich des bessern Lebenssaftes ausgedrückt, so fühlte die Welt mit sympathetischen Fühlfäden den Druck, und die Verhältnisse gestalteten sich darnach. Dahingegen werfen wir einen Blick in das fünfzehnte und sechßzchnte Jahrhundert, wie gehen da die neuen staatlichen Einrichtungen mit den wiedererweckten klassischen Studien Hand in Hand! Gewerbe, Handel, Industrie, freie Entfaltung bürgerlicher Tugend und Macht erstehen zu gleicher Zeit mit den längst vergessenen, bereits im Grabe vermoderten Griechen und Römern. Dieselben Medicäer, welche durch Veranstaltung und Belebung neuer Handels- und Industrie - Kanäle dem allgemeinen Staatenwohle einen blühenden Aufschwung verliehen, dieselben Medicäer erbrachen auch die eisernen Thore jener dumpfen Einsiedeleien, wo der menschliche Geist so schmählich gefangen und gequält wurde, und hereinzogen die freien Söhne jener alten Völker, deren Wissenschaft noch'jetzt gleichsam unsere säugende Amme ist, ja deren Sprache sogar uns zugleich mit unserer Muttersprache gelehrt und als Richtschnur anerzogen wird, ich meine einen Aristoteles, Plato, Demosthenes und Cicero, und mit ihnen das ganze Gefolge wissenschaftlicher Forschungen und Entdeckungen, deren die Welt seitdem sich erfreut, genießt und besitzt, ein ewiges Vermächtniß jenes edlen biedersinnigen Geschlechts. Darum nur kein todtes Wissen, kein müssiges Grübeln, kein unnützes Forschen, Dichten und Trachten; Alles muß Leben haben, frei und geistig athmen, Alles Produkt innerster und wärmster Regsamkeit, Alles in Bezug auf und für den Menschen." Das französische Bibelwerk von S. Cahen in Parks. Kritisch betrachtet von Leopold Dukes. (Fortsetzung.) Die Talmudisten haben zwar die Figur des hebräischen Buchstaben n als Symbol der Welt genommen, während Plato und Pytagoras die Zahl 5 (das ist das hebräische n) als Symbol nahmen. Denkende Leser werden diese Parallele für mehr als bloße Zufälligkeit halten. In derselben Stelle heißt es auch •■to n-oj ton D^iyn „Die künftige Welt ist mit einem I (i) erschaffen". Auch hier hat die Figur dieses Buchstaben den Beitrag zur Symbolik gegeben. Der Leser wird wohl thun, die Stelle Plutarchs: über das Ei zu Del pH i §. 18 zu lesen, worin derselbe gar Manches finden wird, welches auch für die Geschichte der jüdischen Literatur seinen Nutzen hat. Wir hätten Manches daraus hergefetzt, wenn der Raum es uns erlaubt hätte. Wenn Mancher über die Stelle DUp D’JDt "HD „Die Ordnung der Zeiten war vor der Erschaffung der Welten" lächeln sollte, weil sie sich im Talmud findet, so wird derselbe wohl thun sich zur rechten Zeit zu erinnern, daß Cicero (Oe Natura deorum I, 9) ebenfalls diesen Gedanken ausgesprochen hat im Namen aller Philosophen. „Denn — sagt derselbe — Jahrhunderte (Zeiten, Zeitj waren doch von jeher, wenn auch nicht von jeher die Welt war u. s. f. und (es ist daselbst das ganze Kapitel zu vergleichen, welches wir ebenfalls aus Mangel an Raum nicht ganz hersetzen) M arm uni spricht von dieser Stelle in seinem More Nebuchim. Wenn wir ferner lesen (Nidda), „daß das Kind bevor es geboren ist alles weiß, und in dem Augenblick der Geburt ein Engel kommt und ihü auf das Maul schlägt, wodurch es alles vergißt" (in der orientalischen Ausdruckweise des Tatmuds heißt es -y o'piyn f))Da nsiai twi by pib~ u» B1D) fo wird ein Leser, der einmal von Plato's ang cborenen Ideen gehörthat, diese Idee wieder erkennen. Cicero (tusculanische Untersuchungen 1, 24) hat diese Anschauung ebenfalls in sich ausgenommen. „Auch würden wir

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