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Der Orient · 1848-12-02 · 49 (2.12.1848) · p. Spalte 767-768

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
49 (2.12.1848)
Date
1848-12-02
Page
Spalte 767-768 (sequence 4)
Language
German
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768 767 Kritiken. Samaritanische Literatur. — Pinner. ©. 89 — 97 eine gründliche Beantwortung der Frage an, wie sich die in dem Buche vorkommenden Citate des Pentateuch zu Grundtext und Versionen verhalten. Es stellt sich heraus, daß der Autor sich am meisten an die arabische Uebersetzug des Abu Sa'id hält. Daraus hauptsächlich, daß Abulfatch, welcher seine Chronik im I. 1355 verfaßte, unser Buch Josua benutzt hat, ist zu schließen, daß letzteres im Laufe des' 13. Jahrhunderts geschrieben wurde, zu welcher Annahme auch alle übrigen in Betracht zu ziehenden Umstände vollständig passen, wie Hr. I. S. 97 ff. aussührt, indem er zugleich wahrscheinlich macht, daß der Verf. ein in Egypten lebender samaritanischer Priester gewesen. Das dritte und letzte Kapitel der einleitenden Dissertation giebt eine Würdigung des Inhaltes dieses Buches nach der historischen und religionsgeschichtlichen Seite Hinz es handelt von den beiden Sekten der Dositheaner und der Kuschanier und von den Dogmen der Samaritaner überhaupt. Die Ableitung des letzteren Namens von (Terilas) ist schon darum unwahrscheinlich/weil die Samaritaner den Wortstamm Mp in dieser Orthographie in ihrer Sprache haben und einen davon abgeleiteten Namen schwerlich JHD it. jttfD schreiben würden. Ebenso zweifelhast ist mir die Zurückführung der Benennung auf Laj ins diminuit. Beide werden wohl wie auf Personen-Namen zuruckgehen. Was nun die eigentliche Bearbeitung des Buches Josua betrifft, so hatte dieselbe nach ihren drei Seiten hin, der kritischen Konstituirung des Textes, der Uebersetzung desselben und der sprachlichen und sachlichen Erklärung des Einzelnen, ihre nicht unbedeutenden Schwierigkeiten, welche zu bewältigen Hr. I. den rühmlichsten Fleiß und die mühsamste Forschung aufgewendet hat. Die Herstellung des Textes erforderte bei der schlechten Beschaffenheit der einzigen vorhandenen Handschrift (s. oben), die angestrengteste Anfuierksamkeit und nicht geringe Sprachkenntniß. Im Ganzen müssen wir mit diesem Stück der Arbeit wohl zufrieden sein, im Einzelnen indeß ist noch Manches nachzubessern. Den letzten Theil dieser Behauptung sind wir schuldig durch einige Belege zu erhärten. S. 2 Z. 3 müssen wir die Lesart der Hdschr. o.la<Xdt in Schutz nehmen, sie ist grammatisch vollkommen berechtigt. Ebenso der Jmper. L;cu.i S. 4 Z. 11. Ebend. Z. 14 ist die Konjektur sehr unglücklich, vielleicht ist zu schreiben und im Vorhergehenden jedenfalls. nicht S. 5 Z. i lies (Nom. unit von jjr Beschämung, Verlegenheit). In derselben Z. ist die Einschiebung von eine sehr glückliche Konjektur. Ebend. Z. 12 lies «Mij sirr Zsjzy S. 6 Z. 4 schreibt Hr. I. für wie in der Hdschr. steht, pjhsij was aber völlig unpassend ist. Ich vermuthe (anftatt wie ähnlich S. 14' letzte Z. für ^^). S. 10 Z. 16 l. f. S. 11 Z. 11 l. ft (viell. nur Druckfehler). S.13 Z. 15 lies Jjudu f. wie Hr. I. emendirt. S. 15 Z. 11 l. ff S.18 Z. 3 ist wahrscheinlich zu schreiben von für was S. 237 von <2^ abgeleitet und eligere erklärt wird. S. 26 Z. 18 l. für ^^>1, vgl. z. B. S. 29 Z. 6. 9. 10. S. 27 Z. i ist das pluralische HL^Jj beizubehalten, xs gehört zu (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 35) Offenes Sendschreiben an die Nationen Europa's und an die Stände Norwegens. Enthaltend: .1. die politische Stellung der Juden in allen Staaten seit den ältesten Zeiten bis jetzt, tt. Hauptgrundsätze des Talmuds. Aus den Quellen dargestellt von Dr. M. Pinner. Berlin, 1848, 8. Eigenthum des Verfassers. Auf dem Gebiete der Emaneipatlons frage hat Hr.^P. am Anfänge feiner schriftstellerischen Laufbahn die Broschüre geschrieben: „Was haben die Israeliten in Sachsen zuhofsen, und was-ist ihnen zu wünschen? (Leipzig, 1833, 8)" und in Folge dieser Schrift haben wir erwartet, daß er zu gleichem Zwecke viele andere ins Publikum nachsenden wird. Denn selten ist wohl Jemand durch eigene Anschauung, durch eine reiche Erfahrung, durch seine Reisen in Europa und einem Theile von Asien mehr befähigt, Denkwürdigkeiten aus der jüdischen Gegenwart niederzuschreiven, als Hr. P., der seit fast siebzehn Jahren die meisten israelitischen Gemeinden gesehen, ihre Zustände, ihre Vorsteher, ihre Rabbiner, ihre religiösen Streitigkeiten, ihre politischen Stellungen durchforscht und die meisten dahin einschlagenden Dokumente, ja sogar bis auf die Anekdoten und Charakteristiken besitzt. Und keine Glaubensgenoffenschast bedarf in der Tyat solcher Werke eher als eben die jüdische, die durch ihre Zerstreutheit selten den gewöhnlichen Touristen Stoff bietet und wenn Hr. P. von Anfang an seine Reisen in diesem Sinne ausgebeutet hätte, wenn er uns anstatt mit Talmud-Uebcrsetzuug mit dergleichen Schilderungen, mit Mittheilung solcher Dokumente regalirt, so würde er sich nicht nur einen großen Leserkreis verschafft, sondern für eine spätere Geschichtschreibung ein großes Verdienst erworben haben. Vorliegende Schrift, so viel auch in

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