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Der Orient · 1848-12-02 · 49 (2.12.1848) · p. Spalte 765-766

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
49 (2.12.1848)
Date
1848-12-02
Page
Spalte 765-766 (sequence 3)
Language
German
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765 766 Kritiken. Geschichte und aber immerhin kann man mit Hrn. I. sagen, daß dee Vers, sein'Werk bis ungefähr zun: Anfang, der muhammedanischen Herrschaft fortgeführt hat, unter welcher er selbst sicherlich gelebt hat. Bisher setzte «ran dieser: Terminus jedenfalls zu früh. Das ganze arabische Werk, wie es vorttegt, sucht Hr. I. einem und demselben Vers, zu vindieiren; die hervvrtretende Abgerissenheit des Inhalts besonders gegen Ende hin und manche Verschiedenheiten in der Ausdrucksweise würden dann mehr aus. der Benutzung verschiedenartiger Quellen, wie sie dem-Verf. zufällig zu Gebote standen, abznteiten sein. Unter diesen Quellen würde nun das Buch Josna, wie es nach der gewöhnlichen Meinung bei den Samaritanern einst existirt haben sott, nämlich in sammaritanischer Sprache, vielleicht aber nicht aus dem hebräischen Grundte.rte, sondern ans dem griechischen Texte der Septuaginta übersetzt (s. S. 73), die erste Stelle einnehmen. Doch ist mir die Existenz eines solchen samaritanischen Josua, obw»hl ich sie nicht geradehin leugnen will, gar nicht so sicher; weder durch innere Gründe läßt sic sich streng erweisen, noch sprechen äußere Zeugnisse dafür, wenn mau von demjenigen absieht, welches unser Chronist selbst ablegt, um dessen Beglaubigung es sich aber erst handelte Ich komme zu dieser Vermuthung nicht, wie Heiigstenberg (Authentie des Pent. 1, 41), nach unvollständigen Vorlagen und durch von der Oberfläche geschöpfte Gründe, sondern durch den Eindruck, den das ganze Buch auf mich macht. Die sehr ungeschickt ausgcdrnckte Behauptung gleich zu Anfang Kap. 1, daß ,, alles dies aus der hebräischen Sprache Ln die arabische Sprache übertragen fd", und die darauf folgenden Worte' scheinen zuletzt mehr auf mündliche Mittheilung oder Dolmetschung eines Juden oder auch Samaritaners zu deuten, der nach dem hebräischen Josua immerhin vielleicht durch das Medium der griechischen Uebersetzung referirte. Aus derselben mündlichen Quelle, welche in die nächsten schriftlichen Quellen mrferes Verf.'s übergegangm war, mag dann auch schon ein Theil der Ausschmückungen der Erzählung geflossen sein, welche durch das Schreibrohr unseres Autors fittrnt, nur noch dicker, trüber und massenhafter hervorgingen. Auch ist klar, daß jene Worte sich schon auf den Inhalt der ersten Kapp, beziehen sollen und nicht erst auf Kap. 9 ff., wo nach der Aufschrift das Buch Josua beginnen würde. Diese letztere Aufschrift bezieht sich allerdings auf den Anfang des biblischen Buches Josua, aber nur sofern der Inhalt der nächstfolgenden Erzählung darauf beruht, und es wird dadurch nichts ausdri'lcklich für die Existenz eines in die s a m a r i t a n i sch e Sprach e übersetzten Buches Josna bewiesen. Es ist ja auch im Folgenden, z. B. im 12. Kap. und weiterhin noch Vieles aus dem Literatur der Samaritaner. Pentateuch beigemischt und außerdem innerhalb des Textes, der ans jenem samaritanischen Josua ruhen sott (Kap. 9—2ä ), außerordentlich Vieles enthalten,, was dem Buche Josua fremd ist, worin dann der Herausgeber freie Umschreibungen, Zusätze und Aendmmgen des arabischen Bearbeiters zu sehen gezwungen ist (S. 77 ff.) und, um solche Annahmen zu erhärten, , überall nach Widersprüchen des angeblichen Interpolators mit dem vorausgesetzten wahrheitstreuen samaritanischen Erzähler herumspürt, wo meines Erachtens, vielleicht mit Ausnahme einiger weniger späterer Glossen, mir die ungebundene Willkür der mündlichen Ueberlieferung oder die Phantasie und .das Ungeschick eines arabischschreibenden Chronisten waltet. Die Konsequenz jener Annahme würde fordern, daß man z. B. auch die ,,drei oder vier" Kundschafter Josua's Kap. 13 von einer Interpolation ableitete und so noch manche andere Dinge, die aber so eng in den Text der Erzählung verwebt sind, daß man ihnen ihre Originalität nicht wohl streitig machen kann. Ans der andern Seite würde man für das, was Kap. 38, 39, 40 von den Richtern erwähnt wird, mit/ähnlichem Rechte auf eine samartanische Uebersetzung des Buches der Richter schließen können, obwohl dies gleichfalls, nicht angeht (vgl. S. 82 ru 296), und dasselbe'ließe sich wegen Kap. 44 in Betreff des Buches Samuelis sagen. Genug, die ganze Beweisführung für die Existenz eines samaritanisch geschriebenen B. Josna, obwohl sie von Hrn. I. so erschöpfend als möglich gegeben wird, leidet so sehr und so unverkennbar an Schwäche und Stumpfheit, daß sich darauf mit Sicherheit noch nichts bauen läßt, und werden wir demnach vor der Hand noch von keinem andern Buche Josna der S a m aritaner zu reden das Recht haben als eben von dem jetzt in der Ausgabe des Hrn. In y n b ol l uns vorliegenden arabisch geschriebenen Buche, welches jenen Namen darum trägt, weil die Geschichte Josua's darin erzählt wird ur:d zwar von einem Samaritaner. Ree. ist aber weit entfernt, den: Vers, dieses Buches so viel Originalität zuzutranen, daß er dasselbe ohne schriftliche Vorlagen geschrieben haben sollte; im Gegentheil hat er deren mehrere benutzt, nur nicht eine unter den Ptolemäern abgefaßte samaritanische Uebersetzung des Josua. Gerade bei Josua's Geschichte könnte er am ersten noch unabhängig stehen, d. h. auf bloßer: mündlichen Mittheilungen; doch mögen ihm hier schon, und noch vielmehr bei der: späteren Abschnitteu von Kap. 25 an schriftliche Berichte zu Gebot gestanden Haben, alle aber, wie ich glaube, in arabischer Sprache. Der Herausgeber ninnnt nach den in Stoff und Styl hervortretenden Differenzen vier solche Quellenschriften cm, und wir müssen seiner Disposition einen hohen Grad Von Probabilität einräumen. Der Untersuchung über die Quellen schließt sich 49 *

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