Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 49 (2.12.1848)
- Date
- 1848-12-02
- Page
- Spalte 763-764 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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764 763 Kritiken. Geschichte und Literatur der Samaritaner. älteren Theits der Handschr. und stellt sie mit Schrift-, proben aus andern Codd. zusammen. Die jüngere Partie, etwa 20 Seiten umfassend, ist mit einer kleineren Kursivschrift geschrieben, weniger ähnlich der bei V toten (descr. cod. sainar. arab. 1803) unter Nr. 4 mitgetheilten Probe, als der Schrift der Gothaer Codd. bei Gesenins. Die im Texte öfter vorkommenden Lücken, welche der Abschreiber ohne Zweifel wegen Unleserlichkeit der zu kopirenden Handschr. gelassen hatte, sind nachher ans einen: mit arabischen Lettern geschriebenen Kodex ergänzt worden, was aus vielen Fehlern hervorgeht, welche nur durch Kopie eines arabisch geschriebenen Textes entstehen konnten, z. B. aus Alle diese Dinge und was sonst noch zur Beschreibung der Hdschr. gehört, z. B. die darin vorkommendcn kritischen Zeichen, die koptischen Zahlzeichen, die orthographischen Eigenthümlichkeitm und Fehler, bespricht Hr. I. bis zum Kleinsten und Einzelnsten, so daß Ree. nur Weniges nachzutragen hätte, wie z. B. a^ * für Kap. 10 n. 29, und füt u. Kap. 9, kür ^\tr^ ebendas, u. a. Auch werden die arabischen Unterschriften und Aufschriften mitgetheilt, soweit siesich entziffern ließen S. 34 ff. Der ältere Theil der Hdschr. ist nach einer dieser Notizen im Ramadhan des I. 764 H. " 1363 n. Chr. beendigt. Der Fluch, welcher: die S. 37 angeführte Unterschrift enthält, ist nicht mit Hrn. I. auf Heuchler zu beziehen, sondern ist ganz eigentlich zu nehmen und das Pronomen auf das Buch zu beziehen, wie Aehnliches auch in anderen arabischen Hdschrr. wie nicht minder, in hebräischer: (D3U inN*) vorkommt; also: der Fluch Gottes über den, der es entwendet n. s. w. Uebrigens ist trotz der sichtbaren späteren Ergänzungen die Hdschr. nicht ganz lück'enfrei, nr:d auch am Schlüsse ist der Text abgebrochen, obwohl hier nicht eben viel zu fehler: scheint. Das zweite Kapitel der einleitenden Disserlalio handelt von dem Buche selbst und seinem Vers. Eine Ucbersicht des Inhalts hatte schon Hottinger gegeben, sie durste aber auch hier nicht fehlen. Die ersten acht Kapitel enthalten eine vom Vers, des arabischen Textes vorangeschickte Einleitung, in welcher er znvörderst ar:- kündigt, daß er seine Berichte „aus der hebräischen (sie) Sprache in die arabische übersetzt" habe, worauf er Einiges aus der Geschichte Mose's, besonders die auSgeschmnckte Sage von Bileam, und vorgreifend auch aus Josua's Geschichte vorausschickt. Mit Kap. 9 beginnt, wie die Ueberschrist besagt, das eigentliche „Buch Josua", auf dem Grunde des biblischen Buches ruhend, doch mit Erweiterungen und Zuthater: aller Art, Wuudererzählungen, si'ngirten Reden und Weisagungen Josua's, Hymnen und Lobgesängen der Priester und Leviten u. dgl. m. Zur Schreckung der Feinde müssen Gespenster Mitwirken, Brieftauben überbringei: die Siegesbotschaften (Kap. 21). Josna gründet Samaria und den Tempel ans dem Berge Garizim mit einem glänzenden Kultus. Er erscheint hier als König und giebt den trattsjordanischen Stämmen Rüben, Gad und Halb-Manasse einen eignen König, Nabih (£** — n?5 4 Mos. 32, 42). Sine andere Sage, die auf nichtbiblischer Grundlage, beruht, die vom König Sthaubck, welcher sich mit andern Königen und mit dem Riesen Ben-Jafet verbündete, läuft von Kap. 26—37. Josua wird durch die Künste der Zauberer Schaubeks mit seinem Heere in eiserne Mauern eingeschlvffen. Aber auf sein Gebet steht ihm eine Brieftaube zu Gebot,-die er au Nabih sendet. Dieser kommt ihm zu Hülfe; er schießt einen Pfeil in den Himmel ab, welcher hmmterfalleud den Schaubek und. sein Pferd unter ihm durchbohrt und noch so tief in die Erde fährt, daß auf der Stelle eine Quelle auösprudelt. Das HilsSheer erhebt ein furchtbares Kriegsgeschrei, in Folge dessen stoßen die Priester Josua's in die Posaunen, und alsbald bersten die eisernen Mauern. Josna läßt bis zur Beendigung des Kampfes die Sonne still stehen und die Winde heiser: die Feinde zerstreuen. Kap. 38 ist die Rede von den Staatseinrichtungen der Israeliten, von Sabbat und Festen, vom Sadbatjahr, dem Zehnten, von Opfern, Priestern u. s. w. Nach Josua's Tode folgt demselben Abil, Brudersohn des Calcb, dann noch zehn Könige, deren letzter Schamscham (Simson) ist (Kap. 39). In der Hohepriesterwürde folgt nach Eleasars Tode Pinehas, dann dessen Sohn und noch fünf Hohepriester. Unter dem nächsten, Ozi mit Namen, wird das Volk durch die Heiden verderbt, Gottes Gnadenantlitz wendet sich ab von ihm, da läßt sich Eli zum Hohenpriester ausrnfen und gründet einen Kultus in Silo (Kap. 40 — 44). Von Eli's Tode springt dann die' Erzählung sogleich aus die Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar und die Streitigkeiten die nach den: Exil zwischen Juden und Samaritanern entstehen und hier natürlich zu Gunsten der letzteren und zwar durch ein Wunder entschieden werden. Aus dem Garizim wird ein neuer Tempel nach dem Vorbilde des alten gebaut und der Kultus rcstaurirt (Kap. 45). Alexander erscheint hier den Samaritanern ebenso günstig, als nach Josephus den Juden (Kap. 46). Dagegen wird aus Hadrian ein Fluch geschleudert (Kap. 47), und zugleich gemeldet, daß damals viele Bücher zu Grunde gegangen seien. In den letzten Capp. 48—50 stehen noch Nachrichten über einige Hohepriester von Äkbüu II. an. Diese Nachrichten gehen sicher noch auf die Zeiten der Kaiser Konstantin und Konstantins, also bis tief ins vierte Jahrhundert herab, und hier bricht der Text ab. Es ist nicht wahrscheinlich, daß am Schluffe viel fehlt,