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Der Orient · 1848-11-26 · Außerordentliche Beilage zu Nr. 48 (26.11.1848) · p. Spalte 3-4

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
Außerordentliche Beilage zu Nr. 48 (26.11.1848)
Date
1848-11-26
Page
Spalte 3-4 (sequence 2)
Language
German
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3 4 Studien. Heber fektibLLLtät ausgestattet, wenn man behaupten wollte, daß es, bei seinem ununterbrochenen Forschen in den Werken des Schöpfers keine klarere, keine reinere, keine richtigere Vorstellungen von ihm erhalten sollte oder könnte. Nur ein Obskurant kann so etwas behaupten. Betrachtet man nun die Kritik des Hrn. Skr. so weiß man nicht, ob man ihn mehr belächeln oder bemitleiden soll. Man muß ihn belächeln, wenn man sicht, mit welchem Eifer er gegen einen Schatten kämpft. Er vertheidigt mit allen Waffen, die ihm zu Händen stehen, das heißt, durch Hilfe seiner eigenen Grammatik, daß die Vokale des Ttrgr. demselben eigenthümlich sind; allein, dasselbe haben Sie ja auch behauptet und bewiesen. Sie fanden die uralte Ansicht sowohl jüdischer-als christlicher Exegeten, daß diese Vokale einem anderen Worte entliehen wären; diese Ansicht haben Sie als grundlos bekämpft und verworfen; Sie fanden, daß Ewald und Andere diesem Worte andere Vokale' unterschieben wollen; gegen dieses eigenmächtige Verfahren haben Sie sich mit allem Eifer aufgelehnt, und dem Ttrgr. seine von den Pnnktatoren beigefugte Vokale vindicirt; und nun greift Skr. Sie an, als hätten Sie sich an dem Heiligen vergriffen, als wären Sie ein Ternpelschänder, obgleich er hierin mit Ihnen einverstanden sein muß.1 Wie soll man aber begreifen können, daß, indem Sie behaupten, das Ttrgr. wäre eine Erweiterung, eine ausgedehnte Form des Wortes Iah', er der Zelot, dieses bestreitet, und also annuumt, die Sprache habe an dem allerheiligsten Namen frevelnde Hand gelegt, und denselben in Iah' verkürzt? Wie war es möglich, daß er den Gedanken hat fassen können, eine solche Abkürzung, eine solche Verkleinerung habe je statt sinden können. Oder will er sich vielleicht mit dem am aushelfen, übu; d&wvjw u. f. w.? Solche nwm, von denen man mit Recht behaupten kann: *pD BflTin darf man nirgends als etymologische Waffen gebrauchen. Wir wollen, ja wir müssen sie auf sich selbst beruhen lassen, und wer sie erforschen kann, mag sie erforschen, in der Grammatik aber sind sie an ihrem Unrechten Orte. Nein, kein Mensch hat es gewagt, den allerheiligsten Namen zu verkürzen, als nur da, wo inan ihu nicht in seiner ganzen Ausdehnung hat gebrauchen dürfen, d. h. bei Bildung menschlicher Nanren. Es scheint oder ist vielmehr klar, Hr. Skr. sei 1) Ich leite das Tetragram, von p ab und es ergiebr sich, daß die Vokale schwa, cholem, kamez'dem Letrgr. eigenthümlich sind. Gesenius, der Grammatiker — aber, der das Stammwort beibehält, nennt das Tetrgr. —unter Art. — ,-ein Urwort" weil obige Vokale dem Worte n sch t^ eigenthümlich, sondern ungrammatikalisch sind. Herr Skreinka, der auch ITp beibehält, will nun behaupten, daß obige Vokale dennoch'dem Tetrgr. eigenthümlich sind, trotz allen Grammatikern! Anm. von H. Ph. Roe. das TeLragramm. vom heiligen Eifer erfüllt worden, weil er sah, daß, nach Ihrer Etymologie, das Ttrgr. als der Allmächtige übersetzt werden muß, und zwar wegen eines Wurzelwortes rE1, das nach seiner Meinung stets eine Bedeutung im Übeln Sinne gehabt hat. * Um dieser Allmacht willen, sagt er, haben Sie das höchste Wesen . seiner Gerechtigkeit und somit seines ewigen Bestandes entkleidet. Wie falsch, wie grundfalsch ist diese Behauptung, und ich bin begierig zu wissen, durch welche sophistische, unlogische Logik er diese Behauptung beweisen will. Nach der älteren, von Skr. selbst gebilligten Etymologie, liegt im Ttrgr. nicht die geringste Andeutung von Gerechtigkeit, ja er schließt sogar seine Kritik mit einer Anspielung auf die darin gelegte Bedeutung von mo D'Dmn (Eigenschaft der Barmherzigkeit), welches doch überall dem pn niQ (Eigenschaft der Gerechtigkeit) entgegengesetzt wird. Wie schon oben gesagt liegt weder in dem Begriffe Allmacht noch in dem der Ewigkeit eine moralische Eigenschaft, und diese Leiden Wörter haben also mit der Gerechtigkeit, die doch offenbar eine solche ist, nichts zu schaffen. Ja, ich wage sogar zu behaupten, daß allenfalls die Allmacht mehr mit der Gerechtigkeit verwandt ist, als die Ewigkeit. Nur der Allgerechte kann allmächtig sein, weil jede Ungerechtigkeit, wie überhaupt alles Böse seine Schwäche in sich trägt, sich selbst seinen Untergang bereitet. Ganz anders verhält eö sich mit der Ewigkeit; nach den Meinungen vieler älterer und neuerer Philosophen wäre die Urmaterie ewig, eben so ewig als Gott; Niemanden aber fällt es ein, dieser Urmaterie die Eigenschaften der Gerechtigkeit bciznlegen, wodurch also offenbar, dargcthan ist, daß diese zwei Eigenschaften gar nichts mit einander gemein haben. Freilich hege ich die volle Ueberzeugung, daß alle Vollkommenheiten des höchsten Wesens in einer so nothwendigeu Verbindung mit einander stehen, so gänzlich Eins sind, daß man die eine aus der anderen herleiten kann und vielleicht auch muß; allein abstrakt betrachtet, ist doch das eben Gesagte völlig gegründet. Was nun das Stammwort nF betrifft, so muß man den Hm. Skr. wirklich bemitleidenweither hier nicht mit einem Schatten, sondern mit einem Gespenste kämpft. Man darf eben kein Sprachforscher, sondern nur ein ganz mittelmäßiger Sprachkenner sein, um zu wissen, daß im Verlaufe der Zeit viele Wörter ihre ursprüngliche Bedeutung verändern oder modifieiren. Dieses ist so allgemein bekannt, daß es übcrflüsstg ist, Beweise dafür anzuführen, doch da ich eben in dcrselben Nr. des LB. des Orients, worin Hr. Skr. seine Kritik schließt, eine Bemerkung des Hrn. 8. Dukes darüber 2) Ausführlicher hierüber im Felgendem. — Die Kabbalisten sagen auch; r?")D hvt DE; nE'V gegründet auf 1 M. 35, 11. — Anm. von H. Ph. N ee.

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