Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 46 (11.11.1848)
- Date
- 1848-11-11
- Page
- Spalte 733-734 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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733 Studien. Sprichwörter im Talmud. 734 S. 104. Nr. 8l. 3m Französischen heißt es: „Nou3 avons battu . les Bouissoti et d’autres ont pris les oiseaux“ Wir haben auf den Busch geklopft und andere haben die Vögel genommen). Ebendas. Nr. 83. Zeno hat ebenfalls das Lernen von Lehrern dem Selbstunterricht vorgezogen. (Diogenes Laertius Art. Zeno.) S. 105 Nr. 85. Ein fr an zösische-s Sprichwort drückt diesen Gedandanken so aus: „H est dien aise d’aller ä pied quand on tient son cHeval par la bride" (Es ist gut zu Fuß zu gehen wenn man das Pferd beim Zaum führt). S. 106. Nr 86. Zu der Stelle, die wir a. a. O. aus dem bvjvjf> *"irpD gegeben haben, ist noch das spanische Sprichwort zuzufügen: „Do no ay verguenga no ay yirtud buene" (Wo keine Scham ist, da ist auch keine Tugend). S. 116. Nr. 110. Das französische: „Von e8t le medicin qui se sait guerir“ (Gut ist der Arzt, der sich selbst zu heilen weiß) drückt nur dasselbe in anderer Form aus. Ebendas. Nr. 42. Das deutsche Sprichwort sagt: „Leere Wagen rasseln am meisten". Eben so das italienische la peggior rnsta quella che fa piu rumore (das schlechteste Kind macht den meisten Lärm). S. 117. Nr. 114. In der Hitopadesa (S. 40. Nr. 11! der deutschen Uebersetzung) lesen wir eine ähnliche Stelle: „Wie ein Gefäß mit Oel ist eine Frau, wie eine brennende Kohle ein Mann- Ein Kluger stellt Oel und Feuer nicht an einen Orr". S. 122. Nr. 132. Das französische Sprichwort: „Bruler la chandeDe pav les deux buts“ (das Licht von beiden Enden anzünden) ist mit dem hebräischen zu vergleichen. S. 131. Nr. 161. Vergl. Math. 11, 17. In gewisser Beziehung ist das spanische Sprichwort damit zu vergleichen: „quien no sabe de mal no sabe de buen“ Wer nichts Schlimmes weiß, weiß auch nichts Gutes). S. 131. Nr. 168. Das französische: „apres moi le deluge“ (nach mir die Sündfluth) ist damit zu vergleichen. S. 134. Nr. 175. Das französische: „danger passe saint moque-4 (ist die Gefahr überstanden, macht man sich über die Heiligen lustig) drückt dasselbe aus. Es findet sich dasselbe auch im Spanischen (el rio passado el santo olivado) und im Italienischen (passato il Ruine e scordato il santo). S. 141. Nr. 201. Eben so spanisch: „Haze os miel y iomer oa han mosios“ (Macht euch zu Honig und die Biene wird euch verzehren). Dasselbe drückt auch das italienische aus: „chi pecora si fa il lupo la mangia“ (Wer sich zum Schaf macht, den, verzehrt der Wolf). S. 145 (zu Nr. 215). Der Ausdruck „ein Pfeil in deinen Augen" NTJ) ist mit dem französischen zu vergleichen: „crever l’oeil de diable“ (bem Satan ein Auge auökratzm). S. 145. Nr. 218. In gewisser Beziehung ist folgendes italienisches Sprichwort zu vergleichen: „Altri che fischia vuol pecora" (wenn ein anderer pfeift, will er die Heerde). S. 148. Nr. 231. Diogenes hat sich von dieser Regel des Anstandes, nicht auf der Gasse zu essen, dispensirt. Als man denselben tadelte, daß er auf der Gasse esse, antwortete er: „der Hunger har mich auf der Gasse befallen. (Diognes Laertius Art. Diogenes.) Ebendas. Nr. 235. Eben so spanisch: „IVlenes la cola el can no por ti, mas par el pan" (der Hund wedelt mit dem Schwänze nicht deinethalben, sondern des Brodes halber) auf interessirte Schmeichler angewandt» S. 152. Nr. 252. Ebenso spanisch: „mas val al garzon ser cabeza de gato, que cola de Leon" (Es ist einem jungen Menschen mehr werth der Kops einer Katze als der Schwanz eines Löwen zu sein). Ebenso italienisch: ,,e meglio esser testo di luccio che coda di sturiune" (Besser das Haupt eines Hechtes als der Schweif eines Störs). Ebendas. Nr. 254. Das französische Rodo m o n t e drückt dasselbe aus wie das hebräische q-ha -jpjy. Der Unterschied zwischen beiden ist, daß „rodomonte" von einem Prahlhänse in der schlechten Bedeutung gebraucht und 0^11 -}pip in gutem Sinne gebraucht ist, einen außergewöhnlichen Grad von Scharfsinn zu bezeichnen. (Beschluß folgt.) HassagoL von M. Zipser. Hassagalll. Hillel und seine Lehrer. Sie werden es schon entschuldigen, verehrter Hr. Redakteur, daß ich auch Sie in die Reihe meiner Hassagot gezogen z da doch kein Mensch infallibel-ist, so werden Sie gewiß in unserem demokratischen Zeitalter aus ein solches Prärogativ verzichten, nur ist es zu bedauern, daß Sie gerade meine Hassäga da zu treffen hat, wo Sie selbst gegen die Infallibilität eines andern Herren so kampflustig losgezogen. Im LB. Nr. 47 v. I. äußern Sie sich in einer Polemik