Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 46 (11.11.1848)
- Date
- 1848-11-11
- Page
- Spalte 735-736 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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735 Ankündigungen. gegen Napaport wie folgt: Hillel hat seine Weisheit nicht von Schemaja und Abtalion gelernt. Als er 40 Jahre alt nach Palästina kam, war er kein Dummkopf und in der einzigen Stelle (Abot c. 1), wo es heißt 'pup von Sch. und Ab. weiß Rap. sehr gut, wie es zu nehmen; er weiß, daß die Autoritätenfolge keineswegs so zu nehmen sei, daß Letzterer von Ersterem Alles gelernt rc. Nun sucht Sie Hr. Levana (Weiße) im LB. Nr. 14 l. I. auf eine Mischna in Edijjot (1, 3) aufmerksam-zu machen, wo diese Schülerverhältniffe zwar nicht ^ausdrücklich, jedoch nach einer Erklärung Maimüni's zu ersehen ist. Diese Rüge übergehen Sie jedoch und zwar mit Recht mit Stillschweigen, weil airch dem Maimüni Infallibilität nicht zukommt und Rabbi hatte eine andere Erklärung zur Stelle. Allein werden Sie auch meine Hassaga mit Stillschweigen übergehen, oder mir ein pater pecavi zurufen? Ich verlange zwar weder das Eire noch das Andere, sondern will einfach meine Hassaga Vorbringen. Ioma 35, 6 heißt es wie folgt: Man erzählt sich von Hillel dem Aeltern, daß er sich tag- ' 735 lich einen Trefik erwarb, die eine Hälfte gab er dem Wächter des Lehrhauses und mit der andern suchte er sich und seine Familie zu erhalten. Als er einst gar nichts erwarb und der Wächter ihm den Eingang verwahrte, legte er sich auf das Fenster hinauf, damit er die Worte des lebendigen Gottes aus dem Munde Schemajas und Abtalions vernehme. Man sagt, daß er Freitag Abend und zur Zeit der Sonnenwende im Monat Tebet war; es fiel ein großer Schnee vom Himmel. Beim Aufgange der Morgencöthe sprach Sch. zu Abt. mein Bruder Abt. woher kommt es während jeden Lag das Haus hell, es heute dunkel ist? vielleicht ist es nebligt. Als sie hinauf blickten gewahrten sie eine Menschengestalt im Fenster und fanden auf derselben drei Ellen hohen Schnee. Sie befreiten ihn davon, wuschen, salbten und stellten ihn zur Wärme hin. Sie sprachen hierauf: Dieser ist würdig, daß man seinethalben den Sabbat entweihe. Diese letzte Phrase kann blos auf den Feuereifer Hillels sich beziehen, jedenfalls ist es am Tage, daß Hillel förmlicher Schüler von Schemaja und Abr. gewesen. Ankündigungen. Zn diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betressen, gegen 1| Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [100] So eben ist erschienen und durch alle soliden Buchhandlungen zu beziehen: Gebetbuch für die öffentliche und häusliche Andacht öer Israeliten, von Kirchenratl) Maier 1 Rabbiner. Der Umschwung in der religiösen Denk- und Anschauungsweise, welcher während der letzten Jahrzehnte in der israelitischen Gemeinde stattgefunden, hat längst den Wunsch nach Erbauungsmitteln rege gemacht, welche dem religiösen Bewußtsein der Gegenwart entsprechen. Ist nun auch für die Privatandacht Manches geschehen, so harret doch die Synagoge bis jetzt vergeblich einer Geberordnung, welche ihr die rechte Weihe und Würde zu geben im Stande wäre. Ein zeitgemäßer Gottesdienst ist ein so dringendes Bedürfnis der Zeit, daß es vielleicht nicht zu viel behauptet sein dürfte, wenn man sagt, rs sei dadurch die Erhaltung der Religion bei dem Heranwachsenden Geschlechte bedingt. Diesem Mangel abzuhelfen ist die Absicht des Buches, das hiermit angekündigt wird, auf dessen Ausarbeitung der Verfasser seit einer Reihe von Jahren die besseren Stunden verwendet, welche ihm seine Berufsgeschäfte übrig lassen. Ob es ihm gelungen ist, das Bedürfnis) allseitig zu befriedigen, darüber werden kompetente Stimmen entscheiden, wozu aber nach Ansicht des Verfassers nicht sowohl die Kritiker von Fach als vielmehr die Gemeinden selber geboren. Diesen Gelegenheit zu geben, sich über dieses Buch auszusprechen, ist zunächst der Zweck dieser ersten Ausgabe, die von keinem größer» Umfange sein wird, als gerade zu diesem Zwecke nöthig ist. Die Verlagshandlung, welche bei einer Auflage von ganz geringer Anzahl und bei einem so niedern Preise, wie er hier gestellt ist, auf einen Gewinn nicht rechnen kann, wünscht wenigstens die Druckkosten gedeckt zu sehen, zu welchem Behufe sie den Weg der Subskription betritt. Sie zweifelt um so weniger an einer hinlänglichen Unterstützung des Unternehmens, als der Name des Verfassers für den Werth des Buches bürgt. Subskriptionspreis: auf fein Velinpapier . . fl. 1. 48 kr. auf feinstes - . . fl. 2. 24 kr. bei allen soliden Buchhandlungen. König!. HofbuchdrrEerei Zu Guttenberg in Stuttgart. [ tOI] Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu haben: D u sch ak, Dc. M., Die Theilnahme an dem Schicksale unsrer Brüder. Rede gehalten am Passahfeste 560?. Preis 2-j- Rgr. Die Ethi k des Maimonides, oder Schemonah Perakim, aus dem Arabischen des RaMBaM, und nach dem Ebräischen deutsch bearbeitet, nebst einem Vorworte, zur Beherzigung für unsere Zeit, von S ütt cn F a lkenheim, Vorsteher einer Privat-, Lehr- und Erziehungsanstalt. Königsberg, 1832. 8. brosch. Preis 24 Ngr. Vertag von C. L. Fritzsche Redakteur: Dr. Jul. Für st. Druck von I. H. Nage l.