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Der Orient · 1848-11-11 · 46 (11.11.1848) · p. Spalte 729-730

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
46 (11.11.1848)
Date
1848-11-11
Page
Spalte 729-730 (sequence 5)
Language
German
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729 730 Studien. Sprichwörter im Talmud. ^xnoi pwna in« toi non rra ‘ix adnn ton now und die Geschichte der jüdischen Gelehrten bis auf seine Zeit geboten wird, von Düvid Gans (b. Salomo) aus Prag verfaßt und vielfach im Original und Uebersetzunz gedruckt.994 — 13) Am Ausführlichsten ist: Seder Ha-Dorot, d. h. Ordnung der Geschlechter, eine Chronik über jüdische Geschichte und Literatur von I e chi el ,Hei lprin (b. Salomo b. Katriel, in Minsk). Das Werk zerfällt in zwei große Theile, von denen der erste, unter dem Mel Seder Jemot Dl am, eine Chronik von der Schöpfung bis auf seine Zeit, so weit es für die biblische und jüdische Geschichte nörhig ist, mit Benutzung aller Hilfsquellen und literarischen Produktionen, die auf seine Zeit sich noch erhalten, und der zweite, unter dem Titel Seder ha-Tannaim wa- Ämoraim, die Talmudisten in alfabetischer Ordnung zusammenstellt, mit den Nachweisen ihres Vorkommens in den Talmuden und Midraschim, und ist die ausführlichste Chronographie. Sie wurde auch häufig gedruckt»^ __ Ueber einige Sentenzen, Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten im Talmud. Gesammelt und erläutert von Leopold Dukes» (Fortsetzung.) Die jüdischen Exegeten haben hie und da, besonders in ihren Kommentaclen zu Proverbien, Gebrauch von den vulgären Sprichwörtern gemacht. So z. B. Menachem ha- Meiri, der in seinem Kommentar zu Prov. (1, 4) gelegentlich dieses arabische Sprichwort anführt “looftn iTIT Ott Dny yüwn V? 'ns — welche schon Naymund in seinem Rugio fidei ansührt (vergl. Kirchheims Recension unserer Blumenlese im LB. des Orients 1845). Wir bemerken hier gelegentlich, daß sich dieses Sprichwort im Französischen findet. Es lautet: ,3fol couteur sage escuteur" (Le Roux de Lincy 51. S. 163). Auch Josef Jbn Caspi führt hie und da ein Sprichwort an, welches im Spanischen zu suchen ist. Auch bei den Darschanim (Prediger) findet man hie und da ein Sprichwort angeführt. So z. B. in dem schätzbaren Buche r6iy (Venedig 1597) des Joel Jbn Schoaib S.53 (nOtf 'd) finden wir Br*‘in bwD) 993) Im Original wurde diese Chronik z. B. gedruckt: Prag, 1592, 4 z Franks, a. M. 1692, 4 z Offenbach, 1768, 4; Fürth, 1784, 4. Eine lateinische Uebersetzung besorgte W. H. Worst: Leyden, 1644, 4z eine jüdisch-deutsche besorgte Salman Hena: Franks, a. M. 1698, 4. 994) Karlsruhe, 1769, f.; Zolkiew, 1808, f. z Kopust, 1810, f. - NM?y". Es ist dieses ein spanisches Sprichwort und lautet: „Todos van ai muerto, y cacla uno Hora su duelo“ („Jeder gehet zum Todten, und jeder beweint sein Unglück"). Die Zahl derselben könnte noch sehr vermehrt werden, wenn hier der Ort dazu wäre. a) Parallelen zu Ben Sira. S. 67 Nr. 1. Zu der daselbst angeführten Stelle des Talmuds kann folgendes italienische Sprichwort als Parallele dienen: „malatia e una citatione personale" („Krankheit ist eine persönliche Citation"). S. 68 Nr. 2. Vergl. Matth. 6, 34. S. 70 Nr. 12. Note 4. Auch folgende Stelle des Talmuds (Berachot 30 6) gehört hierher: y?Drv> nb bw Ott iDtfy Oltt HD*» übtyb W>Sn* N1? IttH DNi „Der Mensch möge sich immer selbst betrachten, wenn er andächtig sein kann so soll er beten, kann er es nicht, so möge er es unterlassen". S. 71 Nr. 14. Folgender Spruch der Hitopadesa (S. 40 Nr. 113 der deutschen Uebersetzung) ist in gewisser Beziehung damit zu vergleichen: „der Vater hütet sie ses ist von Frauen die Rcdej in der Kindheit, der Gatte in der Jugend, die Söhne im späten Alter, denn nie soll eine Frau frei sein". S. 74. Nr. 29. Phocylides sagt ebenfalls (IVIoralistes greques Vers 76): „Uebe keine Wohlthaten gegen böse Menschen aus, es heißt dieses auf die Wellen des Meeres pflanzen". S. 78. Nr. 34. Den Inhalt dieses Sprichworts finden wir in vielen Sammlungen. So z. B. in dem ü'GIO^Dn nDlQ lesen wir die Stelle : min GUp ri£W pUW T^DN. — Eben so spanisch: „de 1a manu a la boea se pierde la sopa“ (von der Hand bis zum Mund verliert sich die Suppe). Im Deutschen lautet dasselbe ebenfalls so: „von der Hand bis zum Munde verschüttet mancher die Suppe". S. 79. Nr. 43. Das französische Sprichwort ebenfalls: „il ne faut qu’une etincelle pour aUusner une grand’incendie". „Es braucht nur eines Funkens, um eine große Feuersbrunst anzurichten". Eben so spanisch ),De beyuena centella, grau hoguera“ (Von einem kleinen Funken entstehet ein großes Teuer). S. 81. Nr. 54. Demnach^ enthalt dieser Spruch dasselbe wie Nr. 386 unserer Blumenlese. Das französische: „L'oeul de Maitre engraisse le eheval“ (das Auge des Meisters macht das Pferd fett") drückt dasselbe aus. Der allgemeine Sinn ist, wenn man sich selbst seine Sachen besorgt, ist es am vortheilhaftesten.

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