Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 46 (11.11.1848)
- Date
- 1848-11-11
- Page
- Spalte 727-728 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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727 728 Smdien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. Gunst in seinen Augen findet". — Wenn also Christus bei solcher eingetretenen laxen Praxis mit den bedeutenden Worten syco de leyco (ich aber sage euch) austrat, um die gewöhnliche Gesetzesauffaffung zu bekämpfen, so läßt sich daraus leicht schließen, zu welchem Unheil die Lehre der Hillelianer geführt haben muß, und daß er gerade, die Hille lsche Schule, deren Anhang so groß und deren Lehrsätze so normativ für das ganze Volk waren, speziell vor Augen gehabt hatte. Einen sichern Beleg der damaligen Sitten giebt Jo-- sesus selbst in seiner Lebensbeschreibung. „Er habe", so erzählt er uns ganz kühl und trocken, „seine Frau weggeschickt, nachdem sie ihm drei Kinder geboren, weil ihre Sitten ihm nicht gefallen hatten".33 Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien» Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. Zehntes Kapitel. (Schluß.) 7) Kizzur Secher Zaddik. Josef Jbn Zaddik verfaßte im. Jahre 1467 n. Chr. zu Arevallo, einer kleinen Stadt Altkastiliens, ein Werk Kizzur Secher Zaddik, welches einen kurzen Auszug der ersten zwei Ritualcodices in systematischer Ordnung und in 49 Abschnitten geben, und der 50. Abschnitt dieses Werkes ist eine Chronik, welche bis zur Einnahme Konstantinopels durch Muhammed 11. reicht382 —- 8) £)a§ Sefer Dor Dor wa-Chachamato, 983 d. h. die Geschlechter und ihre Lehrer, ein Chronographie von Adam bis auf Maimüni, für die talmudische Zeit großentheils' nach dem Buche der Ueberlieferung zusammengestellt, von Sa'adja Jbn SanänJ84 verfaßt im 30) Lholuck S. 249. 981) Die Jahrzahl ist durch pns 7b? angegeben. — 982) S. Revue Orientale I. S. 503—4; 18. S. 112. Ferner Carmoly's Loldot Asulai (dem Schem Ha-Gedolim 11. und Wa^ad U. vorgedruckt): Franks, a. M. 1848, 8. S. X V. Das Manuskript befindet sich noch in Konstantinopel.— 983) Diese Chronographie heißt nach der Handschrift bei «Elj. Carmoly in Brüssel p^Dni TI T (st Toldot Asu- Lai 1. e.). — 984) Sein vollständiger Name ist: Sc?adja b. Maimün b. Mose b» Maimün Jbn Danün, wie man aus dem Gutachten Nr. 225 in Peer ha-Dor (S. 49 b) deutlich ersieht. Jenes GA., welches TD Dnbnjn ü^hü giebt, ist eigentlich ein Stück aus seiner Chronik. Am Schlüsse jenes GA.'s sagt er, daß er es Jahre 1485 n. Chr. zu Granada.33^ — 9) Pe tichat Bet Abot,333 d. h. Einleitung in das Werk Bet Abot, welches ist ein Kommentar über Pirke Abot (Sprüche der Väter). In dieser ausführlichen Einleitung wird über die Abfassung des Talmud's, wie auch über Lannaiten, Amora'er und Gaonen nach dem Sendschreiben Scherira's, nach dem Buche der Ueberlieferung von Abraham b. David und nach der Einleitung Maimüni's zu seinem Mischna Lora, eine Art Chronographie zusammengestellt, wobei es aber auch an eigenen Forschungen nicht fehlt, verarbeitet von Menachem b. Salomo3^ Me'tri, in Perpignan ,383 verfaßt um 1300 n. Chr.333 und nun auch durch die Presse veröffentlicht.333 — 10) Seder Chachamim, d. h. die Ordnung der Gelehrten, eine chronikenartige Zusammenstellung der Lannaiten, Amoräer und der Saboräer, von einem Unbekannten.331 — 11) Schals chelerha-Kabbala, d. h. die Kette der Ueberlieferung, eine vielfach bekannte und benutzte mit verschiedenartigen Abhandlungen bereicherte Chronographie, von Gedalja Jbn Jachja aus Jmola, begonnen im Jahre 1549 zu Ravenna, und die bereits schon oft gedruckt wurde.332 — 12) Z emach David, eine jüdische Chronik, von der Schöpfung bis 1592 reichend,333 wo im ersten Lheile die heilige Geschichte Dienstag, den 12. Lammus 1485 zu Granada in einer Zeit geschrieben, als die jüdische Gemeinde in einem trostlosen Zustande war, ohne Leitung und Führung, demoralisirt durch die Neuchristen und. in Schrecken vor der sich verbreitenden Pest. Daß Jbn Dan Ln auch ein großer Lalmudist war, sieht man aus den dort mitgetheilten drei folgenden GA., aus denen man so Manches lernen kann. Eine Erläuterung über das 53. Kapitel in Jesaja, als Polemik gegen das Christentum, befand sich handschriftlich in der Mich.'schen Bibliothek, als Kap. 73 in Magen Abraham von Abr. Farissol (Nr. 412). Seine Chronik befindet sich m der Bodleyana (Nr. 2729). — 985) S. vor. Anm. — 986) nthv NO nrrnD. — 987) In Bedarschi's handschriftlichem DivLn heißt er auch Vidal Sa lo mo. — 988) S. Minchat Kenaot S. 58. 172. — 989) In der Vorrede seines Bet Abot sagt er ausdrücklich, daß er diesen Kommentar um 5060 d. h. 1360 n. Chr» im 51. Jahre seines Lebens verfaßt (s. Schem II» ed. Ff. p. 156 Note). — 990) Unter dem Titel Bet Abot NO) ist der erwähnte Abot-Kommentar, vor welchem diese Einleitung, dabei ferner der Abot-Kommentar u. d. L. NM '»pn von Chaj. FalLg'i (R. in Salonik), vor Kurzem erschienen: Salonik, 1821, 4. Es soll übrigens dieser Kommentar schon früher in Livorno erschienen sein (LB. d. Or. 1842 e. 797). Ueber die sämmtlichen Schriften Me'iris siehe meine „Bibliotheca Judaica“ s. v. — 991) Befindet sich handschriftlich in der Mchael'schen Bibliothek HS. Nr. 741 in einem Kodex, wo auch andere Dinge zusammengetragen sind. (S. Ozror Chaj. S. 63). — 992) Diese Ueberlieferungskette ist z. V. erschienen: Venedig, 1587, 4;^ Krakau, 1596, 4; Amsterdam, 1697, 8; Lemberg, 8. — 993) Der Vers, starb 1613. -