Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-11-04 · 45 (4.11.1848) · p. Spalte 715-716

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
45 (4.11.1848)
Date
1848-11-04
Page
Spalte 715-716 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897583--5667-3534586
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

715 716 Studien. Sprichwörter im Talmuds Toledo. Wir besitzen dieses bereits in vielen Ausgaben. 975 — 5) Iichuse Tannakm wa-Amoraim97° d. h. die Geschlechtsregister der Lannaiten und Amoräer. Ein biographisches Wörterbuch der talmudischen Lehrer in alfabetischer Ordnung,977 verfaßt von einem unbekannten deutschen Lehrer um das Jahr 1210 n. @l)r. 978 — 6) Da§ Sefer Iuchasin d. h. Buch der Geschlechtsfolgen, eine bekannte Chronographie von Abraham (b. Sam.) Sakbalo in Salamanca,979 welche eine kurze Ueberlieferungskekte von Mose bis auf seine Zeit um 1500 n. Chr. liefert und 1502 n. Chr. verfaßt wurde, vorzüglich aber ausführlich irder die Tannaiten und Amoräer ist. Wir besitzen davon mehrere Ausgaben.989 — . ' (Beschluß folgt.) 975) Die erste Ausgabe mit dem gr. und f[* Seder Dlam, Megillat Ta'anit u. s. w. ist erschienen: Mantua, 1514, 4; dann Venedig, 1545, 4, nach welcher Ausgabe ich citire. Diese Ausgabe wurde im Drucke beendigt Freitag den 1. Kislew, 5306 zu Venedig. Dann wurde es überdruckt: Basel, 1580, 8z Amst. 1711, 8; Prag, 1795, 8; das Sefer Ha-Kabbala allein mit Seder Dlam: Korzez, 1785, 8 z Polnai, s. a. 8; Krakau, 1820, 8« Eine kritische Ausgabe mit Uebersetzung und Kommentar besorgt soeben Sam. Meklenburg. — 976) QW1DN1 D'NJD. 'Din'* 1 * * * * * *, fo heißt es in der Oppenheimer'scheu Handschrift, hingegen in derMichael'schen ü'mn'ü D^niDN‘1. 977) Die Handschrift befindet sich in der- Bibl. Opp. Nr. 843 in 3 Heften und in der Mich. Eibl. HS. Nc. 210, bestehend aus 386 Blättern in Folio. Es hat sich aber nur ein Lheil dieses Werkes, nämlich von |n3 V] bis zu Ende des des Buchstaben Jod, erhalten. 978) Der bis jetzt unbekannte Verfasser soll ein Bruder des Me'i'r aus Speier gewesen sein (s. Zunz, zur Geschichte und Literatur S. 163 Anm. g). — 979) Der Verfasser war in Salamanca geboren und später Professor der Astronomie in Saragossa. Im Jahre 1492 wurde er zur Auswanderung mit seinen Glaubensgenossen gezwungen; ec floh nach Portugal, wo er beim König Enmnuel als Astronom und Chronograph lebte. Auch er, .wie Abraham b. David, hatte bei der Abfassung, obgleich er nicht einmal den vollständigen Talmud vor sich hatte, einen apologetischen Zweck, die Ueberlieferung zu vertheidigen. — 980) Dieses wurde zuerst von dem Arzte Samuel Schullem mit.bedeutenden Zusätzen und Weglassungen herausgegeben: Kstpl. 1566, 4; dann mit vielfachen Zusätzen aus andern chronologischen Büchern von Mos. Jsserles überdruckt: Kr..kau, 1580, 8. Der Druck begann Donnerstag, den 17. Iammus 1580 und wurde Sonntag, den 2. Adar 1581 vollendet. Ich citire nach dieser Ausgbbe. Dann ist es noch erschienen: Amst. 1717, 8; in 2 Theilen: Zolkiew, 1805, 8. — Ueber einige Sentenzen, Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten im Talmud. Gesammelt und erläutert von Leopold Dukes. (Fortsetzung.) Ein lateinisches Sprichwort (M a c ro bi u s Saturnalien S. 11): „totidem hostes nobis esse servos<c („So viele Diener so viele Feinde") stehet in gewisser Beziehung mit dem talmudischen Ausspruch (Abot) nmD p'IDJl HPID ^l.1 „viele Diener, viel Raub" d. h. wer viele Diener hat, wird viel bestohlen^ Das lateinische Sprichwort findet sich auch im Spanischen „Quien ha criados ha enemigos eseusados“ („Wer Diener hat, hat unvermeidliche Feinde"). Eine nähere Betrachtung des hebräischen und des lateinischen Ausspruchs, zeigt den Unterschied der Humanität der beiden Volker an. Bei den Römern waren die Sklaven nicht als Personen, sondern als Sachen betrachtet. Bei den Juden, wenn sie auch nicht alle Rechte der Freien hatten, so waren sie doch wenigstens nicht als Sachen betrachtet. Die Folter, welche bei den Römern so häufig gegen die Sklaven gebraucht wurde, kommt bei den Juden nicht zum Vorschein. Und so ist es leicht erklärlich, daß die römischen Sklaven Feinde ihrer Herren waren, während bei den Juden nur von den heimlichen Entwendungen derselben von dem Gute ihrer Herren die Rede ist. Macrobius benutzt dieses Sprichwort, um einige sehr humane Bemerkungen daran zu knüpfen, die seinem Herzen Ehre machen. Das spanische Sprichwort kommt ganz unerwartet, da in den christlichen Ländern, wie man meine» sollte, die Sklaven eine andere Stellung haben sollten als bei den Heiden. Daß das Bauen sehr kostspielig ist und manchen arm macht ist in verschiedenen Formen in mehren Sprichwörtern niedergelegt. Die Spartaner, wenn sie jemanden etwas Böses wünschen wollten, sagten sprichwörtlich: daß die Lust zum Bauen in ihn komme (Suidas Lexikon und daraus Menagiana Paris, 1715, 11. S. 204). Ein deutsches Sprichwort sagt: „Bauen macht dm Beutel schlapp" welches die Italiener ähnlich ausdrücken: „Chi edifica sua bur-sa purifica“ („wer bauet purlftctct seinen Beutel"). Wir finden dieses im Talmud (Jebamot 63; Ber. Rab. S. 90 a) pöDDD j’JM. pDlJJH b „Wer sich mit Bauen beschäftigt wird arm".8 Ein altes französisches Sprichwort sagt: Compag- 8) Dieser Spruch wird an das Wort nttDDD 'Hy (2 Mos. 1) geknüpft, da die Wurzel po auch „arm sein" bedeutet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.