Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 45 (4.11.1848)
- Date
- 1848-11-04
- Page
- Spalte 713-714 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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714 713 •' Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. -- 2) Seder Mekabble ha - Tora (Ordnung der Empfänger des Gesetzes) d. h. ein Buch über die Reihenfolge derSoferim, Tannaim, Amoraim, Saboraim undGeomm von Nissim b. Jakob aus Keiruwän um e. 1040 n. Chr. verfaßt, was aber bis jetzt noch nicht aufgefunden wurde..997 — 3) Das Seder Tannai m w a - A m o r a i m, 908 d. h. die Ordnung der Mischna- Lehrer (Tannailen) und der Talmud-Lehrer (Amoräer), eine kurze Geschichte der Aufeinanderfolge der Ueberlieferung von Geschlecht zu Geschlecht, eine Tafel der Patriarchen in Palästina, die Reihenfolge der Rektoren an den Hochschulen Babyloniens, wie auch der Saboräer, stets jedoch mit Einflechtung chronologischer Daten und abgerissener Sagen, wie auch zahlreiche hermeneutische Regeln für die Decision, und dann eine Art Methodologie des Talmuds, verfaßt im Jahre 884 n. Chr.999 Dieses merkwürdige alte Büchlein, von welchem wir bereits einige Ausgaben haben 070 und Recensien von B. Gold berg in dessen Chofes Matmonim ausgenommen: Berlin, 1845, 8; ein Stück davon mit einem hebr. Komm, von Jak. B odek im 2. Hefte seines Jeruschalajim: Lemberg, 1845, 8. — 957) Dieses Merkchens (mTO T1D HD) gedenket Nissim im Vorworte zu seinem Sefer ha-Mafteach schel Massula ha-Talmud (2 b),, und zwar als eines das er ausarbeiten wollte, und worin, wie er sagt, Ausführliches über Jehuda Ha-Nasi gestanden. Es ist übrigens noch zweifelhaft, ob er es überhaupt abgefaßt. Siehe LB. des Or. 1847 c. 588 flg. — 968) Im Machasor Vitry lautet die Ueberschrist mD rr^inn 'ipDpo y allein diese paßt blos auf das erste Kapitel bis zu den Worten ^sni^ 'NWjni^Nl, wo die Ueberschrist wahrscheinlich 'NW TID war. — 969) Der Abfasser giebt ausdrücklich (S. 188) dieses Datum an mit den Worten: “i^Sn Dm L" bw imHDl D'Jtff na'pl fpN DW f'JD1?! und 4,644 n. d. Sch. oder 1195 Ae. sei. geben 884. Das Machasor Vitry liest für lü^Df wo die Lausende weggelaffen sind, Jo'ini ^jbs (was lD"im 'l heißen muß), aber dann hat es hei Ae. sel. n"2p für ri'xp gelesen. — 970) Zuerst wurde das Seder Lannaim von den Abschreibern des Sefer Ha-Pelia 'd), das auch min nnD 7D heißt, ausgenommen, und mit diesem gedruckt: Korzez, 1784, f. p. 81—83. Aber in dieser Ausgabe sind mit dem Texte so viele Veränderungen durch willkürliche Zusätze und Auslassungen vorgenommen worden, daß sie kaum in Betracht kommen kann. Vierzehn Jahre später kopirte es Chaj. Jos. Dav. Asulai aus einer sehr alten Pergament- Handschrift und flocht es in den zweiten Theil seines Wa°ad la-Chachamim bei dem Stichworte rWE) DDD ein (Livorno, 1798, 4; überdruckt: Franks, a. M. 1847, 8). Allein hier ist gerade der erste Theil desselben, d. h. derjenige Theil, welcher den Namen Seder Tannaim wa-Amoraim verdient und die Ueberlieferungskette, die Liste der palästinischen Patriarchen, die Reihenfolgen der Tannailen undAmoräer giebt, weggelaffen, weil dieser Theil auch in der Handschrift nicht gestanden. Endlich hat es in der neuesten Zeit Sam. Dav. Luzzatto, nach einer kostbaren Handschrift, welche Giuseppe Almanzi in Padua vor Kurzem in Piemont gekauft, mit Benutzung und Vergleichung einer Recension des von Asulai nicht edirten ersten Theiles, der sich in dem hand- ' das früh schon in. zwei verschiedenen Reeensionen kursirte,971 bietet als älteste Quelle, aus der auch Scherira und Nissim geschöpft, selbst in seinem korrupten Texte noch mancherlei Belehrung, wie es auch in der That stets als Quelle angesehen wurde.97" — 4) Das Sefer ha-Kabbala, d. h. Buch der Ueberlleferung, eine zum Zwecke der Polemik gegen den damals mächtigen Karaismus verfaßte Chronographie,97^ worin eine kurze Zeittafel über die alte jüdische Geschichte mit Nachweisen, daß die Verheißungen pünktlich erfüllt wurden, ferner die ununterbrochene Kette der Ueberlieftrung des miindlichcn Gesetzes bis auf seine Zeit, mit steter bitterer Polemik gegen die Häresien und verfaßt im Jahre 1161 n. Chr.974 »on Abraham b. David Ha-Lewi in schriftlichen Machasor Vitry bei Almanzi befindet, wie auch mir Vergleichnung des von Asulai Herausgegebenem vollständig und mit gewissenhafter Angabe der Varianten, herausgegeben, und zwar zuerst im vierten Bande des Kerem Chemed: Prag, 1839, 8. S. 184—200 und daraus dann in einer besonderen Ausgabe (Prag, 1839, 8). Eine gute kritische Ausgabe desselben fehlt aber immer noch und zwar eine, die weniger auf Deutung und Enträthselung einzelner Sätze, als auf die Bestandtheile desselben im Ganzen, aus die verschiedenen Elemente in demselben das kritische Augenmerk richtet. — 971) Schon Asulai (1. 1.) in seiner Schlußbemerkung zu dem erwähnten Abdrucke macht darauf aufmerksam, daß die aus der HS. des I o sef To b-'S l e m geflossene Recension, deren die alten gedenken (Ascher in seinen Pasakim zu Kidduschin §. 16; Sefer Mizwot Gadol, Negat. i38, Affirrn. 46, wo es ausdrücklich heißt '"d . D'frOlDNl DWJH HD yD"n), von einer andern (wahrscheinlich spanischen) abweiche, was Rapaport im Vorworte zu den so eben erschienenen Teschubot ha-Geonim (Berlin, 1848, 4 pag. 4) weiter auszuführen sucht. — 972) Tos. zu Schebcsiot 41; Ascher in seinen Tosefot und Peiakim ib.z Tos. zu Sanhedrin 69; 'Aboda Sara 35; Chullin '76; Losas, zu Sora 12, wo es mH DIDJp heißt, als von Josef Tob-'Elem abgeschrieben; Haggahot Ascheri Chullin e. 1 §. 16; Sefer Ha-Teruma §. 135; Sefer Mizwot Gadol e. — 973) Der Verfasser sagt dies ausdrücklich in der Einleitung mit den Worten: „dieses Buch der Ueberliesserun'g haben wir niedergeschrieben, um die Jünger zu überzeugen, daß alle Aussprüche unserer Meister s. A., der Lehrer der Mischna und des Talmuds, überliefert sind. Der eine große und fromme Lehrer hatte es aus der mündlichen Mittheilung eines andern großen und frommen Lehrers, das eine Schulhaupt und sein Kollegium hat es von einem andern Schulhaupre und Kollegium, bis hinauf zu den Männern der großen Synode, die wieder von den Propheten es überliefert erhalten u. s. w." Die Ausfälle gegen die Karäer, wie gegen die Ketzer überhaupt, sucht er daher bei jeder Gelegenheit geltend zu machen. — 974) Bei \soUD HD <30 b) sagt er ausdrücklich, daß von Mederschreibung der Mischna bis zur Abfassung des Ueberlieferiuigsbuches im Jahre 4921 d. Sch. ein Zeitraum von 972 Jahren liege, wie daß er 661 Jahre nach Abschluß des Talmud geschrieben, was 116! giebt. Der letzte Lehrer, den er uns vorführt und zwar als lebend, ist Abraham Jbn Esra. —■